Start › Folgen › Geschichte Afrikas, Teil 4 › Transkript
Transkript · Geschichte Afrikas · Teil 4Ostafrika — Lebendige Erinnerung der Menschheit — Transkript
Automatisch erstelltes Transkript (Spracherkennung) der deutschen Tonspur — kleinere Erkennungsfehler sind möglich; massgeblich ist das gesprochene Wort. Zur Folge mit Video, Audio und Kapiteln.
0:00:00Das ist der letzte Teil? Nein. Wie viele noch? Zentralafrika. Ah ja, natürlich, sorry. Südafrika. Kolonialismuszeit. Ausblick auf die Zukunft. Acht Stück sind es. Halbzeit.
0:00:20Herzlichen Dank. Ihnen auch, Eugen Rüschloch. Ich muss doch schnell aufstehen, das geht nicht im Sitzen. Er ist guapo, eh? Herzlich willkommen, liebe Kulturinteressierte, zum Teil 4. Geschichte des afrikanischen Kontinents. Es markiert die Halbzeit, was Afrika anbelangt. Und wir sind heute in Ostafrika mit dem Thema lebendige Erinnerung der Menschheit. Ich freue mich auf ganz viele interessante Facetten dieses mir noch unbekannt gewesenen Teils. Aber einige Namen sagen mir doch schon was. Heile Selassie zum Beispiel. Zum Beispiel. Großartig, Sergio. Schön, dass wir uns treffen, trotz Grippewellen und alles, was dazugehört.
0:01:16Ich glaube, wir legen los. Ich habe noch etwas vergessen. Bitte? Ein frohes neues Jahr euch allen. Es ist schon lange her. Ich wollte eigentlich fast frohe Weihnachten wünschen. Oder Ostern. Ja, genau. Let's go. Gut.
0:01:36Es gibt eine Lichtlinie, die Ostafrika vom Roten Meer bis zum Indischen Ozean durchzieht. Es ist eine Linie der Zivilisation, der Begegnungen, der Geheimnisse. Dort, wo die Wüste auf die Savanne trifft und die Berge zu schillernden Küsten abfallen, hat sich eines der komplexesten und faszinierendsten Gebiete der Menschheitsgeschichte gebildet. Hier wurde der Menschheitsgeschichte gebildet. Hier wurde der Mensch buchstäblich geboren. Und von hier aus begann er seine Reise in die Welt. Ostafrika ist die Wiege der Menschheit. Anthropologen und Paleontologen wissen das sehr gut. Aber nur wenige Menschen begreifen die poetische Kraft dieser Tatsache. Nur wenige Kilometer von der Olduvai-Schlucht in Tansania oder eben auch der Fundstätte Hadar in Äthiopien entfernt bewahrt die Welt. Die Welt ist eine Welt, die sich an die Höhen der Menschen gelegt.
0:02:47Sie ist eine Welt, die sich an die Höhen der Menschen gelegt. Sie ist eine Welt, die sich an die Höhen der Menschen gelegt. Sie ist eine Welt, die sich an die Höhen der Menschen gelegt. Die Australopithecusfrau vor 3,2 Millionen Jahren, die wir bereits bei unserem ersten Treffen auf dem afrikanischen Kontinent erwähnt haben, ist die stille Königin der Landschaft. Als Donald Johansen sie 1974 entdeckte, spielte im Radio des Camps Lucy in the Skyway an der Diamonds von den Beatles. Und so wurde die kleine Steinkreatur zum Symbol unseres gemeinsamen Ursprungs mit dem Namen Lucy bekannt. Aber noch bevor es Geschichte und Wissenschaft ist, ist es eine Geschichte kultureller Kontinuität. Die Bewohner dieser Länder haben schon immer die
0:03:41Heiligkeit des Bodens gespürt. Die Masai-Hirten sprechen noch heute von der Mutter Erde, deren Adern die Flüsse und deren Haare das Gras sind. In dieser Sichtweise ist die Natur keine Umgebung, sondern eine Verwandtschaft. Die erste anthropologische Lektion Ostafrika lautet genauso. Der Mensch ist Teil des Ganzen, nicht sein Herr. Viele Jahrhunderte später entstand im Hochland Äthiopiens eine der außergewöhnlichsten Zivilisationen der afrikanischen Antike, das Königreich Axium, das zwischen dem ersten und siebten Jahrhundert existierte. Das Herzstück eines Handelsimperiums, das die Routen des Roten Meers beherrschte. Axium war ein Knotenpunkt für Waren, Sprachen und Glaubensrichtungen. Das Gold des Sudans, der Weihrauch Arabiens, das Elfenbein des Kongo, die Seidenstoffe Indiens, alles wurde über seine Häfen umgeschlagen. Die Axiomiten errichteten Obelixen aus Stein, die noch heute stehen und
0:05:10sich wie Basaltfiguren zum Himmel erheben. Symbole der Macht, der Ewigkeit und des Dialogs mit den Vorfahren. Aber es ist die legendäre Figur der Königin von Saba. In der das kollektive Gedächtnis Äthiopiens seinen Gründungsmythos findet. Die Überlieferung zufolge besuchte Saba, genannt Makeda, König Salomo in Jerusalem und bekam von ihm einen Sohn, genannt Menelik, der dazu bestimmt war, die äthiopische Dynastie zu gründen. Es ist eine Erzählung zwischen Geschichte und Offenbarung, die jedoch über Jahrhunderte hinweg das ethische und religiöse Bewusstsein des Landes geprägt hat, das sich seit jeher als Erbe einer heiligen Genealogie versteht. Tatsächlich war Axiom auch der erste große afrikanische Staat, der im vierten Jahrhundert dank König Esana zum Christentum konvertierte. Ein Glaube, der über die Jahrhunderte Bestand hatte und Äthiopien zu einer christlichen Insel in
0:06:30mitten der islamischen Welt und zu einem der ältesten Bewahrer biblischer Traditionen machte. Tatsächlich nimmt Äthiopien einen einzigartigen Platz in der Geschichte des weltweiten Christentums ein. Während sich der christliche Glaube in Europa zwischen Verfolgungen und Konzilen durchsetzte, schlug er in den Hochebenen Ostafrikas bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christus tiefe Wurzeln und entwickelte sich auf autonome und außerordentlich originelle Weise. König Esana konvertierte dank des Wirkens des syrischen Missionars Frumentius auf Äthiopisch Abba Salama zum neuen Glauben. Die Konversion Esanas, die durch zweisprachige Inschriften in Griechisch und Ge'etz der alten äthiopischen Sprache dokumentiert ist, machte Äthiopien neben Armenien und dem Oströmischen Reich zu einem der ersten offiziellen Christentum. Esana war die erste griechische Kirche, die in Syrien gegründet wurde.
0:07:33Das äthiopische Christentum entwickelte sich in enger Verbindung mit der koptischen Kirche Ägyptens, von der es seine kirchliche und liturgische Struktur übernahm, nahm jedoch bald eigene Züge an. Die koptische Kirche Ägyptens, offiziell koptisch-orthodoxe Kirche von Alexandria genannt, ist eine der ältesten noch existierenden christlichen Gemeinschaften. Der Überlieferung zufolge wurde sie im ersten Jahrhundert von Markus, dem Evangelisten, gegründet, der das Christentum nach Alexandria brachte, damals eines der wichtigsten Kulturzentren des Mittelmeerraums. Der Begriff koptisch leitet sich vom griechischen Aegyptos ab und bedeutet einfach ägyptisch. Die Kopten sind somit die direkten Nachkommen der alten ägyptischen Bevölkerung, die zum Christentum gegründet wurde. Der Hauptunterschied zur katholischen Kirche entstand im 5. Jahrhundert nach dem Konzin von Chalkedon im Jahr 451. In diesem Zusammenhang kam es zu Meinungsverschiedenheiten
0:08:54über das Wesen Christi. Die koptische Kirche bekennt sich zu einer Christologie namens Mia Physitismus, nach der in Christus die göttliche Unwahrheit, die koptische Kirche, und die menschliche Natur ohne Vermischung oder Trennung in einer einzigen Natur vereint sind. Die katholische Kirche hingegen folgt der Definition von Chalkedon, die zwei Naturen unterscheidet, die göttliche und die menschliche, welche in derselben Person vereint sind. Diese theologische Meinungsverschiedenheit führte zur Trennung, zu der noch politische und kulturelle Faktoren hinzukamen. Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft die Autorität. Die katholische Kirche erkennt den Papst von Rom als universelles Oberhaupt an, während die Kopten vom Papst von Alexandria, heute Papst Tavadros II., geführt werden. Die koptische Liturgie ist eines der faszinierendsten Elemente dieser Kirche. Sie ist sehr alt und feierlich und tief in der Tradition der ersten
0:10:09Jahrhundertkirche. Die koptische Liturgie ist eines der faszinierendsten Elemente dieser Kirche. Sie ist sehr alt und feierlich und tief in der Tradition der ersten Jahrhundertkirche. Die koptische Liturgie ist eines der faszinierendsten Elemente dieser Kirche. Sie ist sehr alt und feierlich und tief in der Tradition der ersten Jahrhundertkirche. Sie wird hauptsächlich in koptischer Sprache gefeiert, der letzten Entwicklung des altergyptischen Sprachgebrauchs, der mit griechischen Buchstaben geschrieben wird und heute durch Arabisch ergänzt wird, um das Verständnis der Gläubigen zu erleichtern. Die liturgischen Gesänge, oft begleitet von einfachen Perkussionsinstrumenten, sind langsam, und meditativ. Die koptische Spiritualität ist geprägt von einer starken Askese mit zahlreichen Fastenzeiten im Laufe des Jahres und einer großen Verehrung der Heiligen und Märtyrer. Nicht umsonst gilt Ägypten dank Persönlichkeiten wie dem heiligen Antonius dem Großen und dem heiligen Pachomius als Wiege des christlichen Mönchstums.
0:11:14Was die Geschichte der Kopten in Ägypten heute betrifft, so machen sie etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung aus. Im Laufe der Jahrhunderten erlebten sie Zeiten der Toleranz, die sich mit Diskriminierung abwechselten, insbesondere nach der arabischen Eroberung im siebten Jahrhundert. In der Neuzeit haben die Kopten einen bedeutenden Beitrag zur Kultur, Wirtschaft und zum intellektuellen Leben des Menschen. Die Kopten sind die größten Komponenten des Landes geleistet, obwohl sie eine Minderheit bleiben. In den letzten Jahren und Jahrzehnten standen sie vor großen Herausforderungen, darunter sektierischer Gewalt und Einschränkung der Religionsfreiheit. Dennoch bleibt die koptische Kirche eine lebendige und dynamische Realität, die tief mit ihrer christlichen und nationalen Identität verbunden ist und weiterhin eine zentrale Rolle. Die koptische Kirche ist eine koptische Kirche, die tief mit ihrer christlichen und nationalen Identität verbunden ist und weiterhin eine zentrale Rolle.
0:12:22Im spirituellen und sozialen Leben ihrer Gläubigen spielt, sowohl in Ägypten als auch in der Diaspora weltweit. Kehren wir aber wieder nach Äthiopien zurück. Die äthiopisch-orthodoxe Kirche Thevahedo, die jahrhundertelang von den großen Strömungen des mediterranen Christentums isoliert war, entwickelte eine Theologie, eine Kunst, einen Kult, die tief in der lokalen Kultur verwurzelt sind. Das Wort Thevahedo bedeutet Einheit und spielt auf die christologische Lehre an, welche die untrennbare Vereinigung der menschlichen und göttlichen Natur Christi gemäß einer monophysitischen Tradition bekräftigt, die auch in der koptischen Welt verbreitet ist. Die Bibel wurde sehr früh in Jeetz übersetzt, wodurch eine reichhaltige, sakrale Literatur entstand. Die äthiopischen Mönche, oft Einsiedler oder Anachoreten, gründeten Klöster an abgelegenen und spektakulären Orten wie denen von Lalibela, wo zwischen dem 12. und dem 13. Jahrhundert elf monumentale Kirchen in den Fels gehauen wurden,
0:13:51die als das... in Anführungszeichen Jerusalem Afrikas gelten. Im Herzen der äthiopischen Hochebene, auf über 2500 Metern Höhe, befindet sich eines der erstaunlichsten Wunderwerke der Kunst und Spiritualität der Menschheit. Die Felsenkirchen von Lalibela. Diese vollständig in den roten Felsen der Lesterberge gehauenen Bauwerke wurden nicht im herkömmlichen Sinne errichtet, sondern... buchstäblich aus dem Boden herausgearbeitet oder herausgehauen. Als hätte der Glaube den Stein ausgehöhlt, um ihm Gestalt zu geben. Lalibela verdankt seinen Namen dem König Gebremeskel Lalibela, Herrscher der Zagwe-Dynastie, der Ende des 12. Jahrhunderts über Äthiopien regiert. Der Überlieferung zufolge hatte der König eine mystische Vision, sah Jerusalem zerstört und erhielt den göttlichen... Befehl, eine neue heilige Stadt zu errichten. Ein afrikanisches Jerusalem, zu dem äthiopische Christen pilgern konnten,
0:15:06ohne die lange und gefährliche Reise ins heilige Land auf sich nehmen zu müssen. So entstand zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert ein Komplex aus elf monolithischen Kirchen, die einzeln in den Basaltfelsen gehauen wurden. Einige äthiopische Quellen behaupten, dass der Bau in den 12. und 13. Jahrhunderten, in einer wundersamen Zeit erfolgte. Tagsüber arbeiteten die Menschen, nachts, so die Legende, vollendeten die Engel das Werk. Die Kirchen von Lalibela sind in zwei Hauptgruppen unterteilt, die durch einen kleinen Wasserlauf namens Jordan getrennt sind, der bewusst an den biblischen Fluss erinnert. Jede Gruppe symbolisiert einen Teil der heiligen Topografie Jerusalems. Zu den berühmten Kirchen, die in den 12. Jahrhunderten, die größte monolithische Kirche der Welt, die von 72 gemeißelten Säulen getragen wird.
0:16:12Dann Beth Mariam, Haus Mariens, die älteste und am reichsten verzierte Kirche, mit Reliefs, die Kreuze, Blumen und symbolische Tiere darstellen. Weiter geht es zu Beth Golgotha, wo angeblich Königin Mariam, die mit Lalibela selbst begraben liegt. Und vor allem zu Beth Georgis, Haus des heiligen Georg. Der ikonischsten und perfektesten Kirche, die in Form eines griechischen Kreuzes in einen tiefen Innenhof gehauen und nur durch einen Tunnel zugänglich ist. Die Bautechniken bleiben teilweise ein Rätsel. Archäologen haben nachgewiesen, dass es sich um Gebäude handelt, die von oben, nach unten ausgehöhlt wurden. Die Bauherren isolierten einen Felsblock und höhlten ihn dann von innen aus, wobei sie Räume, Säulen und Fenster mit millimetergenauer Präzision schufen. Es ist ein beeindruckendes Ingenieurswerk, das ohne moderne Metalle,
0:17:22sondern nur mit Meißel und Glauben realisiert wurde. Neben seinem architektonischen Werk ist Lalibela auch heute noch ein lebendiges, spirituelles Werk. Jedes Jahr zu Weihnachten, genannt Genna, kommen Tausende von Pilgern aus allen Teilen des Landes, gekleidet in Weiß, um zu beten, zu singen und die Nacht in den von Kerzen beleuchteten Kirchen zu verbringen. Die Melodien der Diakone, der Rhythmus der Trommeln und das langsame Wiegen der Körper schaffen eine Atmosphäre, in der die Zeit stillsteht. Die Melodien der Diakone, der Rhythmus der Trommeln und die Afrikanische Mittelalter auf die Moderne trifft. 1978 hat die UNESCO Lalibela in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen und es als universelles Meisterwerk der Kunst und des Glaubens anerkannt. Für die Äthiopier ist Lalibela jedoch mehr als ein Denkmal.
0:18:26Es ist ein in Stein gemeißeltes Gebet, ein Ort, an dem Materie und Geist verschmelzen und an dem die christliche Geschichte Afrikas mit der stillen Stimme des Berges spricht. Das äthiopische Christentum verflocht sich mit Elementen der vorchristlichen Religiosität und einzigartigen biblischen Bezügen. Die Legende der Königin von Saba und König Salomon, von denen die äthiopische Kaiserfamilie abstammen soll, verbindet Glauben und politischen Mythos. Die Äthiopier betrachten sich als Hüter der Bundeslade, die der Überlieferung zufolge in der Kirche das Maximum aufbewahrt wird. Ein Symbol für die Kontinuität zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Im Laufe der Jahrhunderte widerstand die Tevahidokirche islamischen Invasionen, Versuche der Latinisierung durch Jesuitenmissionare im 17. Jahrhundert und Verfolgungen durch moderne Regime. Noch heute repräsentiert sie die spirituelle Seele des Landes,
0:19:39ein altes und lebendiges Land, das das christliche, afrikanische Christentum, das Glauben, Kunst und nationale Identität miteinander verbindet. In Äthiopien ist das Kreuz nicht nur ein religiöses Symbol, sondern ein Zeichen, das in die Geschichte und Landschaft eingraviert ist, ein Emblem der kulturellen Kontinuität und der Heiligkeit der Erinnerung. Es muss jedoch betont werden, dass Äthiopien ein einzigartiger Fall in der Weltgeschichte ist, ein afrikanisches Land, das Jahrtausende durchlaufen hat und dabei seine eigene Identität, Sprache, seinen Glauben und eine außergewöhnliche politische Kontinuität bewahrt hat. Es ist eine Nation, die Imperien, Invasionen, Königreiche und Revolutionen erlebt hat, aber nie vollständig unterworfen wurde. Ihre Geschichte verwebt, wie wir gerade gesehen haben, Mythos und Realität, Bibel und Archäologie, Afrika und Orient zu einem Mosaik von Kulturen,
0:20:54das Historiker und Anthropologen bis heute fasziniert. Über die Legende hinaus bestätigen Archäologen, dass das Königreich Axium einer der Großmächte der Antike war, mit einer monumentalen Hauptstadt und einem Handelsnetz, das das Rote Meer, Arabien und das Norden, das Mittelmeer verband. Die Axiomiten prägten Goldmünzen, führten eine eigene Schrift, das bereits erwähnte Ge'ez, und errichteten imposante bis 30 Meter hohe Grabstählen, die vorher genannten Nobelisken, die noch heute als stille Zeichen der Macht stehen. Mit dem Niedergang von Axium verlagerte sich das Machtzentrum nach Süden, wo die Tsakwe-Dynastie zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert ein neues Reich gründete. Ab dem 15. Jahrhundert intensivierten sich die Kontakte zu Europa. Portugiesische Missionare und Jesuiten kamen, wie bereits erwähnt, nach Axium und Gondar
0:22:04und versuchten die äthiopische Kirche mit Rom zu vereinen. Das Experiment schlug jedoch fehl. Im 17. Jahrhundert vertrieb Kaiser Fasilides die Missionare und stellte die Tevahedo-Orthodoxie wieder her. Es begann eine Ära architektonischer und kultureller Blüte, deren Zentrum die Stadt Gondar war, die mit ihren Burgen und freskenverzierten Kirchen im 17. und 18. Jahrhundert zum afrikanischen Jerusalem wurde. Unterdessen war Äthiopien mit den benachbarten islamischen Sultanaten, insbesondere dem von Adal, das im 16. Jahrhundert vom legendären Ahmad ibn Ibrahim al-Ghazi, genannt Gran, der Linkshändler, angeführt wurde, in ständige Kriege verwickelte. Die Invasion verwüstete einen Großteil des Landes, aber die Hilfe der Portugiesen und die Widerstandsfähigkeit der Äthiopien retteten das Reich. Es war eine Zeit religiöser und künstlerischer Blüte, in der sich Äthiopien als isoliertes,
0:23:21aber autonome christliche Zivilisation etablierte, umgeben von islamischen Königreichen und noch heidnischen Völkern. Im 14. Jahrhundert beanspruchte die Salomonische Dynastie den Thron und proklamierte ihre direkte Abstammung von Salomon und der Königin von Saba. Mit Amda Seyon und Sarah Jacob erlebte das äthiopische Reich eine neue politische und kulturelle Expansion, indem es Glauben und Macht in einer theokratischen Vision der Monarchie vereinte. Im 19. Jahrhundert versuchten Persönlichkeiten wie Tevodros II., Johannes IV. und vor allem Menelik II., Äthiopien zu modernisieren und das Land zu vereinen. Menelik II. gilt als Nationalheld, der 1896 in Adwa die italienische Kolonialarmee besiegte. Ein epochales Ereignis, Symbol des afrikanischen Widerstands und der Würde gegen den europäischen Imperialismus. Der Sieg von Adwa machte Äthiopien zum einzigen afrikanischen Staat,
0:24:36der während des Wettlaufs um Afrika seine Unabhängigkeit bewahrte. Unter Menelik entstand auch Addis Abeba, die neue Hauptstadt. Das Reich öffnete sich der modernen Welt, behielt aber seine christlichen und traditionellen Wurzeln bei. Im 20. Jahrhundert war die symbolträchtigste Figur Haile Selassie I., gelebt 1892 bis 1975, der 1930 als Löwe von Juda zum Negus, äthiopisch für König, gekrönt wurde. Er verkörperte die tausendjährige Kontinuität der salomonischen Monarchie und den Wunsch nach Modernität. Er förderte das Schulwesen, Reformen und die internationale Zusammenarbeit und machte Äthiopien zu einem Symbol des Pan-Afrikanismus. 1935 marschierte das faschistische Italien in Äthiopien ein. Eine brutale Aggression, die Haile Selassie selbst vor dem Völkerbund anprangerte. Nach der Befreiung 1941 wurde Äthiopien eines der Gründungsmitglieder der UNO
0:25:51und beherbergte 1963 den Sitz der Afrikanischen Union in Addis Abeba. Der Sturz des Kaisers im Jahr 1974 markierte das Ende einer Ära. Es folgte eine Zeit der Militärdiktatur unter dem Regime des DERG. Dann der lange Bürgerkrieg und die Abspaltung Eritreas im Jahr 1993. Das Wort DERG bedeutet wörtlich Komitee oder Rat. Es ist der Name der Militärjunta, die 1974 in Äthiopien die Macht übernahm, fast 3000 Jahre Monarchie beendete, die angeblich direkt von König Salomon und der Königin von Saba abstammte und Kaiser Haile Selassie den ersten stürzte. Anfang der 1970er Jahre befand sich Äthiopien in einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise. Trotz der von Haile Selassie eingeleiteten Modernisierung lebte ein Großteil der Bevölkerung in Armut, während eine kleine Adelselite Macht und Land in ihren Händen konzentrierte.
0:26:59Die Hungersnot in Tigray und Volo 1972-1974 führte in Verbindung mit der Unzufriedenheit des Militärs zu einer explosiven Stimmung. Vor diesem Hintergrund bildete eine Gruppe von Offizieren der Armee aus verschiedenen Militärstützpunkten, ein Koordinierungskomitee der Streitkräfte, der Polizei und der kaiserlichen Garde, dessen Akronym genau genommen DERK lautete. Ursprünglich als vorübergehendes Organ zur Wiederherstellung der Ordnung übernahm es jedoch bald die politische Kontrolle über das Land. Am 12. September 1974 setzte der DERK Haile Selassie offiziell ab und beendete damit den Krieg. Der ehemalige Herrscher starb im folgenden Jahr unter mysteriösen Umständen. Eine der häufigsten Hypothesen ist, dass er auf Befehl des Regimes ermordet wurde. Der DERK, zunächst unter der Führung von General Amman Andom und später von Mengistu Haile Mariam,
0:28:16orientierte sich an den marxistisch-leninistischen Modellen, die damals in der Dritten Welt verbreitet waren. 1975 rief er die Demokratische Volksrepublik Äthiopien aus und verabschiedete einen Plan, der die Verstaatlichung von Land und Industrie, die Abschaffung des Feudalsystems, Agrarreformen und Kollektivierung vorsah. Mengistu wurde bald zum starken Mann des Regimes und war für seinen Autoritarismus bekannt.
0:28:54Die dunkelste Zeit war die des Roten Tenors. Genannt Kei Shibir zwischen 1977 und 1978, in welcher der DERK eine brutale Unterdrückungskampagne gegen tatsächliche oder mutmaßliche Oppositionelle führte, vor allem Studenten und Mitglieder der rivalisierenden Partei EPRP . Zehntausende Menschen wurden verhaftet, gefoltert oder auf den Straßen von Addis Abeba und in den Provinzen hingerichtet. Das Regime führte auch verheerende Kriege, wie den Eritreischen Bürgerkrieg um die Unabhängigkeit Eritreers und den Krieg im Ogaden zwischen 1977 und 1978 gegen Somalia, das von den Vereinigten Staaten unterstützt wurde und versuchte, die von somalischen Bevölkerungsgruppen bewohnten Region Äthiopiens zu annektieren. Während dieses Konflikts erhielt der DERK militärische Hilfe von der Sowjetunion und Kuba, wodurch Äthiopien zu einem wichtigen Verbündeten in Ostafrika wurde.
0:30:16In den 1980er Jahren verschärfte sich die Lage durch die schreckliche Hungersnot von 1984 bis 1985, die hunderttausende Todesopfer forderte. Das Regime versuchte, die Krise zu verbergen, aber die weltweit übertragenen Bilder und humanitären Kampagnen wie Live Aid zeigten die Tragödie und die Lähmung eines starren und ineffizienten Systems. In den 1980er Jahren begann Mengistus Autorität zu bröckeln. Interne Kriege, die Wirtschaftskrise, und das Ende des Kalten Krieges und damit der sowjetischen Hilfe schwächten das Regime. 1991 eroberte eine Koalition von Rebellenbewegungen, nämlich die Äthiopische Revolutionäre Volksdemokratische Front unter der Führung von Meles Zenavi . Mengistu floh nach Zimbabwe, wo er bis heute im Exil lebt. Der Derg wurde aufgelöst und seine wichtigsten Mitglieder vor Gericht gestellt. Einige wurden zum Tode verurteilt, andere zu lebenslanger Haft.
0:31:38In den 2000er Jahren kehrte Äthiopien ins Zentrum Afrikas zurück und versuchte, die Erinnerung an die Vergangenheit mit den Herausforderungen der Gegenwart in Einklang zu bringen, nämlich Entwicklung, Pluralismus, ethnisches Zusammenleben und Schutz des kulturellen Erbes. Heute ist Äthiopien nicht nur eine alte Nation, sondern auch ein lebendiges Gedächtnis Afrikas. Sein Kalender folgt noch immer dem koptischen Kalender, seine Liturgie wird in Geetz gesungen, seine Felsenkirchen sind voller Pilger und auf den Straßen von Addis Abeba hört man die Sprache Amharika, die Erbin des Königreichs Axum. Die äthiopische Geschichte ist eine Geschichte der spirituellen Kontinuität. Ein roter Faden, der die Steinkönige von Axum mit den Bauern des Hochlands, die Heiligen von Nalibela mit den zeitgenössischen Dichtern verbindet. Äthiopien bleibt im Herzen Afrikas ein Leuchtturm der Identität und des Widerstands.
0:32:45Ein Land, das nie aufgehört hat, mit dem Göttlichen und seiner eigenen Erinnerung im Dialog zu stehen. Machen wir eine kleine Pause. Pause. Ah, genau. Was haltet ihr davon, wenn wir fünf ab weiterfahren? Fünf ab was? Fünf ab acht.
0:33:10Let's go, Sergio. Amharisch, ja, das ist eine coole Sprache, die habe ich mal gehört.
0:33:20Komm, ich schaff's.
0:33:31Wieder viele schöne Namen für dich. Nicht so alle Chinesischen, aber die Chinesischen. Bei Chinesisch habe ich mich doch wirklich jetzt drauf gefreestyliert. Ja, genau.
0:33:46Ja, ich war wieder seriös wie Akbar. Und wir trackten die Kalorien und waren groß. Fünf von den Wochen standen wir. Und wir waren sehr gut. Wir sind so lieb, hulking, wild. Also, seitdem wir was gesessen haben, hatte ich mir warm, aber schon sehr selten. Wir haben uns gut verliebt. Aber wir hatten auch Schmerzen, nämlich zwei wieder. Du musst nur ein oder zwei. Du musst nur ein oder zwei. Aha, du musst ein oder zwei? Hey, ich kann nur zwanzig mal damit schlafen. Ich brauche keine Schmerzen. Hast du jetzt wirklich keine Schmerzen? Nein, nein, nein. Also, ich bitte erstmal, weil... Ja, es kann auch nicht mehr so einfach sein. Und auch wenn ich mit bin, weil ich muss ab morgen meine Haare ploppen und so, es ist in unserem Haus, dann mache ich einen Klapp.
0:34:59Ist da ein Klapp? Ja, da ist ein Klapp. Und das hier, da steckt was an, das ist immer so ein Klapp. Und der Klapp, die Kinder holen die Klappe. Ach, nein, ihr sollt essen. Mein Sohn liebt Porridge und er darf auch seinen Finger unter den Honig, Squeeze-Honig anschmeißen. Also, es ist nicht, wir werden auch nicht in der Masterplanet gelandet sehen. Das war ein bisschen zu verbrauchen. Ja, aber trotzdem, das ist im Prinzip eine Situation, wo man könnte sagen, das ist ein Klapp, in etwa ist das ein Klapp. Das ist ein bisschen wie ein Klapp, wenn du komplexe Vollhydrate hast. Ich kann ja sagen, man kann in die Freiheit kloppen. Ja, aber sie verholen das nicht.
0:35:52Wir sagen, wir verholen das nicht. Das ist ein Klappbewegungs-Basier, das wir mit einem Kölner Luftbein machen und es ist uns gut gegangen. Und man soll es nur noch einmal entlangen, das ist auch kurz bis in die Nebel. Also, ab und zu sind sie jetzt mit Himbeeren und Honig. Das ist ein sehr braver, ich finde, ich kann mich an meinen Sohn erinnern, der eine sehr fröhliche Situation gehabt hat. Auch schon bei der Arbeit im Krankenhaus, da war er in der Heimat. Ja. Auch schon. Und geschmeckt wie Papier, Wasser, Mixer. Ja. Und der hat das dann, das war ein paar Monate alt, das Heimsein, dann ist das noch einmal in Ordnung, aber er hat auch noch für die Heimnahrung...
0:36:39Ja. Ja. ... ... ... ... ...
0:37:33Das ist so krass. Ich habe so krasse Sachen erlebt. Ich habe schon viele Erinnerungen.
0:37:52Das war es.
0:38:07Ich habe hier aus großer Hoffnung, dass es sehr schön aussieht, dass das Drehkontent in der Schweiz keine Bräuche versehen kann. Sonst stehen die Kontrollen in der Gemeindezustellung und der Mehrheitsversammlung ist sehr falsch. Die ganzen Sachen machen wir. Es gibt ein Konformsgesetz, vor allem die Workout, ab zur Bewerbung, das macht Sinn. Das hat im Prinzip zu den Kontenten nichts zu tun. Ich bin nicht da. Es hat so viele Komplimente. Ich habe Angst zu Schätzungen. Also Excitement. Ich habe vor nichts Angst. Ich habe auf einmal so krasse Gedanken und so. Ich kann meine Gedanken nicht mehr fassen. Ich glaube, ich habe den Verstand. Cool. Dann habe ich überlegt, wieso kann ich keine klaren Gedanken mehr fassen. Ich trinke keinen Kaffee.
0:39:06Ich zeige dir, was wir uns jetzt machen. Ich habe zu hoch gewesen. Ich habe vielleicht in der Schule das große Beispiel Demokratie. Ich habe nicht geklagt. Sie haben verkauft. Ich habe Markus mit viel Geld. Das ist ein neuer Punkt mit Markus. Sie haben zwei Parlamentszustellungen. Sie haben mit einem Klangklang die Formen verarbeitet. Sie haben die Kompetenz vom Präsidenten. Sie haben Gedanken gehar von mir. Mein Geburtszertifikat und so. Ich habe was Existentes. Was ist mit einem Klangklang? Wir haben keine Gedanken mehr. Wir etwas Eunachricht. Wir haben null und nichts. Das ist so. Du hast einen Treffer, Achtung! Du hast einen Koffertopf. Ich weiß gar nicht, was du meinst. Ich bin ja so. Sonst, ohne konsequente, würde ich nie mehr leben.
0:40:02Genau. Ich war politisch. Ja.
0:40:35Ja, ja, ja, ja, ja.
0:40:49Ja, ja, ja, ja, ja.
0:41:20Ja, ja, ja, ja, ja.
0:41:39Ja, ja, ja, ja, ja.
0:42:08Ja, ja, ja, ja, ja.
0:42:39Ja, ja, ja, ja, ja.
0:43:06Ja, ja, ja, ja, ja.
0:43:47Ja, ja, ja, ja, ja.
0:44:10Ja, ja, ja, ja, ja.
0:45:07Ja, ja, ja, ja, ja. Ja, ja, ja, ja, ja.
0:45:53Ja, ja, ja, ja, ja.
0:46:23Ja, ja, ja, ja. Ja, ja, ja, ja, ja. Ja, ja, ja, ja.
0:47:00Die Fitness-Pantheon oben ist zur Zeit.
0:47:10Und mein erster, der das bemerkt hat, das ist der Leo Weinmann.
0:47:22Nein, so, der hat so gemacht. Oh, der hier ist ja nicht strafbar. Wir machen das ja nicht mehr. Wir machen das ja nicht mehr. Frauen schauen da niemanden in den Rücken.
0:47:55Unser heutiger Sponsor...
0:48:00Du liebst doch den Tannenkirchen. Der macht ja so viel mit der Hand.
0:48:15Nein, sagen wir mal schnell. Aber es kommt wieder. Ich glaube, ich hatte es einmal gemacht, als wir in Billigen, haben wir ganz gut gemacht. Das war lustig. Ich denke, was macht man, wenn man zwei Jahre... Die Menschen für euch. Die Menschen für euch.
0:48:34Die Menschen für euch. Also, Familie haben wir gut gemacht. Aber ich gehöre jetzt zu diesen Alten, die... Ich finde, die Physiker, die sagen, je mehr Zeit ich mit der Familie verbringe, desto mehr wird das Gefühl bewirkt. Früher habe ich immer einfach Heiko probiert, ् Kindern und Inämchen.
0:49:05Ich würde nichtbekommen! Entschuldigen. Danke und Tschüss. Entschuldigung, wir müssen nach Japan gehen, in Japan, mit Ruhe, ohne Stress.
0:49:39Mega, mega, schick mich nach Japan. Wir wollen uns einfach stressen mit der Zeit und wir probieren, bitte die Kasse von uns zu wehren. Vielleicht auf Kinder bezogen, ich habe gehört, in Japan, wenn Sie im Kind sind, sollten Sie zuerst einmal sehr anständig sein. Bevor Sie, wie zum Beispiel, die Namen schreiben, sind Sie erstmal anständig. Bei uns prozessieren erstmal die Eltern in den Kindergarten, die Treuer, dass das Kind drangsaliert wird.
0:50:23Nein, nein, nein, das Ding tut das nicht. Also jetzt, dazwischen ist nicht aufgenommen. Also deine sarkastisch-komplottistischen Sprüche sind nicht aufgenommen worden.
0:50:45Oh, ganz toll, kannst du mir eine Kopie machen? Ich habe vor allem die Lotto-Zahler für das nächste Mal verboten.
0:50:57Jetzt stellst du ab.
0:51:03Und übrigens, nichts, was ich gesagt habe, ist persönlich gemeint. Weisst du, was der Vorteil ist, wenn es alles auf einem Stück ist? Ah, du kriegst die beste Karte, oder? Ich tue es aber auch, dann mache ich die Verbesserung über das Ganze. Auch fair. Wenn du es schon geschnitten hast, musst du es über die Zeilen zum Teil machen, dann ist das... Ich mische mich gar nicht, ich habe nur... Und dann... Auf zwei Stück, dann kann ich es einmal ablassen. Weisst du, so viel optimieren, wie notwendig wäre, kriegst auch du nicht hin. Nein, das stimmt. Aber ich finde es wenigstens so, dass man sieht, was es ist. Ja, und letztens war es nur einmal da, unsere Kollegen hinter uns zusammen, da ist es wirklich...
0:51:38Ey, du warst niedergegangen. Ja, aber ich, also mir hat eigentlich Öscherland gefehlt hinter dir. Und die Meloni hat er auch nicht hinter mir hingestellt, verstehst du? Nein. Gut, hinter mir die Meloni, auch wenn ich sitze, sieht man sie nicht. Nein, aber wir sind Kim Jong und... Also, I'm ready. Alles klar. Liebe Kulturinteressierte, liebe Gäste, ich finde es im Fall mega toll, dass hier noch so eine Subkultur entstanden ist an Freundschaften. Also, genial. Ich wünsche mir, dass die Pausen länger sind. Das nächste Mal. Darf ich eine Korrektur angeben? Unbedingt korrigiere ich mich wieder. Freundschaft ist nicht Subkultur, es ist Hochkultur. Hochkultur. Hochkultur der Freundschaft ist entstanden. Weil es ist interessant, was man manchmal pflanzt und was dann wächst.
0:52:38Von dem her, bitte, Herr Teacher, längere Pausen. Hey, Teil 2 von Teil 4. Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber wer hat gesagt, wir treffen uns hier um 5 nach 8? Ja, das war ich, genau. Das war ein Selbstgespräch, Entschuldigung. Hey, Teacher.
0:53:03Bitte fürs Portokall. Hey, let's go. Gut. In der Weite des Horns von Afrika, zwischen den Bergen von Tigray und den trockenen Ebenen Somalias, entwickelten sich Kulturen von Hirten und Händlern, die sich an eine raue Umgebung anzupassen wussten. Die Somalis bauten eine stolze und kriegerische Clan-Gemeinschaft auf, in der Ehre und das Wort, das Xer, der Gewohnheitsrechtskodex, mehr wert waren als jedes geschriebene Gesetz. Es ist interessant, dass mittelalterliche arabische und persische Entdecker sie als Menschen, die sie als Menschen, die sie als Menschen, die sie als Menschen, der Kamele und der Poesie beschrieben. Und sie hatten Recht. Noch heute gehört die mündliche somalische Poesie zu den reichhaltigsten Afrikas. Wanderpoeten verfassen improvisierte Verse, die eine Hochzeit feiern oder einen Feind verurteilen können,
0:54:23mit einer beißenden Ironie, die an die mittelalterlichen europäischen Troubadourer erinnert. Seit der Antike. Witwenden sich die somalischen Völker hauptsächlich kuschitischer Herkunft, sprich jener großen ethnolinguistischen Gruppe Ostafrikas, die zur afroasiatischen Sprachfamilie gehört, der selten, zu der auch die Araber, Berber und alten Ägypten in Nubien gehören, der Viehzucht, der Landwirtschaft und dem Handel entlang der Küsten des Indischen Ozeans. In alten ägyptischen und griechischen Chroniken wird, wird das Land Punt erwähnt, das wahrscheinlich Somalien spricht und für seine Aromen, Weihrauch und Gewürze berühmt war. Schon damals war die somalische Kultur von einem starken Zugehörigkeitsgefühl zum Territorium und einer Tradition des Nomadenlebens geprägt. Elemente, welche die Gesellschaft bis heute beeinflussen. Ab dem 7. Jahrhundert stellte, die Ankunft des Islams einen grundlegenden Wendepunkt dar.
0:55:42Die islamische Religion verbreitete sich schnell entlang der Küste und wurde zum Kernstück der somalischen Kultur. Der Islam vereinte nicht nur das Volk spirituell, sondern führte auch neue künstlerische und architektonische Formen ein, wie die wunderbaren Moscheen von Mogadischu, Berbera, Seyla, die von dieser Verschmelzung arabischer Kunst und afrikanischer Sensibilität zeugen. Auch die somalische Sprache wurde durch arabische Begriffe bereichert und der Koran wurde zu einem moralischen und kulturellen Bezugspunkt. Die somalische Kultur ist traditionell mündlich geprägt. Seit Jahrhunderten ist die Poesie das wichtigste Mittel zum Ausdruck und zur Weitergabe von Wissen. Die Dichter, Gabai genannt, hatten eine ähnliche Rolle wie die Philosophen und Chronisten. In geräumten Versen erzählten sie die Geschichte der Clans, beschrieben Schlachten, Liebesgeschichten, Sprichwörter und moralische Lehren.
0:56:59Es wäre falsch, sie mit den bereits erwähnten Griots Westafrikas gleichzusetzen, aber man kann sich sicherlich als ähnlich bezeichnen. Auch heute noch sind Poesie und Gesang zentrale Instrumente des sozialen und sozialen Lebens. Während der Kolonialzeit zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert wurde die somalische Kultur stark von ausländischen Einflüssen geprägt, insbesondere von italienischen und britischen. Die Einführung westlicher Schulen und der alphabetischen Schrift veränderte die Traditionen teilweise, aber die lokale Kultur blieb widerstandsfähig. 1972 wurde unter der Regierung von Siad Barre die Kultur der Polonien und Polonien, die Polonien und Polonien, Somali schließlich als Schriftsprache mit lateinischem Alphabet, kodifiziert, was die nationale Identität stärkte. Die somalische Musik, die traditionellen Tänze und das Kunsthandwerk wie Weberei und Holzschnitzerei spiegeln die Begegnung
0:58:06zwischen Afrika und der arabischen Welt wider. Nach dem Bürgerkrieg trugen viele somalische Künstler in der Diaspora dazu bei, die Kultur durch Literatur, Mode und Zeitgenössischkeit am Leben zu erhalten. Trotz der politischen Schwierigkeiten bewahrt Somalia heute ein reichhaltiges kulturelles Erbe, das aus mündlichen Überlieferungen, Poesie, islamischer Spiritualität und einem starken Gemeinschaftsgefühl besteht. Die Kultur bleibt eine wichtige Säule für den Wiederaufbau der nationalen Identität und für die Zukunft des Landes.
0:58:48Vor langer Zeit veränderte im Herbst im Herzen Afrikas eine große Völkerwanderung die Geschichte des Kontinents für immer. Die Migration der Bantu. Dabei handelte es sich nicht um eine einzige plötzliche Wanderung, sondern um eine langsame und kontinuierliche Reise, die Jahrhunderte dauerte und während der sich verwandte Völker die Sprachen derselben Sprachfamilie sprachen, in fast ganz so einer Art und Weise, die den Zug Sahara-Afrika ausbreitete. Alles begann um 1000 v. Chr. in der Region zwischen dem heutigen Südosten Nigerias und Kamerun. Dort lebten Bauern- und Handwerkergemeinschaften, die gelernt hatten, Pflanzen wie Hirse und Jamswurzeln anzubauen und Eisen zu verarbeiten. Als die Bevölkerung wuchs und die Ressourcen knapp wurden, beschlossen einige Gruppen, auf der Suche nach neuen Gebäuden, aufzubrechen. Niemand konnte ahnen, dass diese langsame Bewegung
1:00:04letztendlich ganz Afrika sprachlich und kulturell verändern würde. Die Bantu zogen in zwei Hauptrichtungen, die erste nach Süden und die zweite nach Osten. Sie durchquerten Flüsse, Wälder und Savannen und nahmen nicht nur ihre Familien mit, sondern auch ihr Wissen, das sie auszeichnete, wie sesshafte Landwirtschaft, Eisenmetallurgie, Viehzucht und neue Keramiktechniken. Wo immer sie sich niederließen, gründeten sie Dörfer, bebauten das Land und tauschten Produkte mit der lokalen Bevölkerung. In vielen Fällen verschmolzen sie mit ihnen und schufen neue Kulturen und Sprachen. Sie vermischten sich mit nilotischen und kuschitischen Völkern. So entstanden gemischte, komplexe und vielschichtige Gesellschaften, aus denen die zukünftigen Königreiche Buganda, Ruanda und Burundi hervorgingen. Im Laufe der Jahrhunderte, etwa 20, erreichten die Bantu das Kongo-Becken, dann die Regionen der großen Seen
1:01:15und drangen schließlich bis ins heutige Mozambique, Zimbabwe, Südafrika und Tansania vor. Ihre Sprachen verbreiteten sich so weit, dass sie heute zu den größten Sprachfamilien der Welt gehören. Mehr als 500 Bantu-Sprachen werden noch heute von Millionen von Menschen von Kenia bis Südafrika gesprochen. Die Migration der Bantu war nicht nur eine geografische Verschiebung, sondern eine echte kulturelle Transformation. Die Verwendung von Eisen ermöglichte die Herstellung besserer landwirtschaftlicher Geräte und wirksamerer Waffen, was das Wachstum der Gemeinschaften begünstigte. Die neuen landwirtschaftlichen Techniken veränderten die Landschaften und Lebensweisen. Auch die soziale Organisation wurde komplexer, mit lokalen Führern, Handelsbeziehungen und gemeinsamen Traditionen, die noch heute in vielen afrikanischen Gesellschaften zu finden sind. Der belgische Anthropologe Jan Van Siena beschrieb diese Gesellschaft als in Anführungszeichen politische Laboratorien.
1:02:36In denen die Monarchie nicht von oben auferlegt wurde, sondern ständig mit den Clanversammlungen ausgehandelt wurde. Der König, Mwami genannt, war ein Symbol der Einheit, aber die tatsächliche Macht hing vom Gleichgewicht zwischen Familienlinien, lokalen Führern und kollektiven Ritualen ab. Eine kuriose Anekdote erzählt, dass im vorkolonialen Ruanda, wenn ein Herrscher den Thron bestieg, eine weiße Kuh freigelassen wurde, die niemand fangen durfte, da sie die Freiheit des Volkes symbolisierte. Ein Sprichwort lautet, ich zitiere, »Nur ein König, der die Freiheit der Kuh zu respektieren weiß, wird die Menschen regieren können.« Nach vielen Jahrhunderten des Reisens und der Anpassung hatten die Bantu einen ganz anderen Sinn. Er hat den ganzen Kontinent verändert. Ihre Sprachen, ihre Lieder, ihre Mythen und ihre Techniken
1:03:47sind bis heute erhalten geblieben und Zeugen von einer der größten und faszinierendsten Migrationen der Menschheitsgeschichte. An den sonnigen Küsten Ostafrikas, wo die Wellen des Indischen Ozean, den goldenen Sand streicheln und die Winde den Duft von Gewürzen mit sich bringen, entstand eine der faszinierenden Zivilisationen des Kontinents. Nämlich die Swahili-Zivilisation. Zwischen dem 10. und dem 15. Jahrhundert blühten entlang einer Küstenlinie, die sich vom heutigen Südsomalia bis nach Mosambik und zu den Inseln Zanzibar, Pemba und Kilwa erstreckte, prächtige Städte auf, reich an Handel, Kultur und Kunst, verbunden mit dem Meer und den Routen, die Afrika mit der arabischen, indischen und persischen Welt verbanden. Alles begann, als sich kleine afrikanische Fischerdörfer, die zu den Bantu-Völkern gehörten, entlang der Küste niederließen.
1:04:55Im Laufe der Zeit kamen diese Dörfer mit Händlern aus Arabien, Persien und Indien in Kontakt. Die Araber kamen, getrieben von den Monsunen, den saisonalen Winden, die im Winter nach Afrika und im Sommer nach Asien wehten.
1:05:16Die Schiffe brachten Stoffe. Keramik, Parfum und Gewürze und kehrten mit Golf, Elfenbein, Sandelholz und Sklavenbeladen zurück. Aus diesem Handel entstand eine neue Kultur, eine Brücke zwischen Afrika und dem Orient, eben die Swahili-Kultur. Der Begriff Swahili leitet sich vom arabischen Wort Sawahil ab, was Menschen der Küste bedeutet. Er beschreibt gut die Identität dieses Volkes. Afrikaner bantustämiger Herkunft, die am Meer lebten und arabische und islamische Elemente aufgenommen hatten. Die Sprache Swahili selbst ist ein Symbol für diese Verschmelzung. Es handelt sich um eine Bantu-Sprache, die durch zahlreiche arabische Vokabeln bereichert wurde und heute von über 100 Millionen Menschen in ganz Ostafrika gesprochen wird. Die Swahili-Städte waren wahre architektonische Juwelen. In Kilwa, Mombasa, Lamu und Zanzibar wurden prächtige Gebäude aus Korallenstein mit geschnitzten Türen,
1:06:30Innenhöfen und hohen Moscheen mit weißen Kuppeln errichtet. Die schmalen, schattigen Gassen waren erfüllt vom Duft des Weihrauchs und dem Klang der Händler, die in vielen Sprachen verhandelten. Die Häuser der reichen Kaufleute lagen direkt am Meer, Symbol für Wohlstand und Weltoffenheit. Die Frauen trugen Goldschmuck und bunte Stoffe, während die Männer auf den Märkten und in den Moscheen über Geschäfte und Poesie diskutierten. Der Islam wurde zum spirituellen Kern der Swahili-Zivilisation. Von arabischen Händlern eingeführt, verschmolz er mit alten afrikanischen Glaubensvorstellungen und schuf eine offene und tolerante Form des Glaubens. In den Koranschulen wurde nicht nur Religion unterrichtet, sondern auch Schreiben, Mathematik und Literatur. So entstand eine gebildete Gesellschaft, die Poesie, Musik und Kalligrafie schätzte. Insbesondere die Swahili-Dichtung wurde zu einer der raffiniertesten Afrikas,
1:07:36mit Gedichten, die sich der Liebe, dem Glauben und dem täglichen Leben widmeten. Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erreichte die Swahili-Zivilisation ihren Höhepunkt. Kilwa, an der heutigen Küste Tansanias, war die mächtigste Stadt. Sie kontrollierte den Handel mit Gold aus Zimbabwe und Gewürzen von den Inseln. Ihre Paläste und die große Moschee aus weißem Stein beeindruckten sogar arabische und chinesische Reisende, die sie besuchten. Aber dieser Wohlstand zog auch die Europäer an. Im 16. Jahrhundert kamen die Portugiesen, eroberten viele Küstenstädte, setzten ihre Handelsherrschaft durch und schwächten die Swahili-Kultur erheblich. Trotz der Eroberungen und Jahrhunderte der Kolonialisierung verschwand das Erbe der Swahili nicht. Die Sprache und Kultur verbreiteten sich weiter im Landesinnern und wurden zu Kommunikations- und Identitätsinstrumenten für Millionen von Afrikanern.
1:08:45Noch heute erzählen die alten Steinhäuser und geschnitzten Türen in den Städten Zanzibar, Lamu und Mombasa von der glorreichen Vergangenheit dieser Zivilisation. Die Swahili-Zivilisation war und ist ein außergewöhnliches Beispiel für kulturelle Begegnung und Verschmelzung. Entstanden aus der Verbindung zwischen Afrika und dem Orient, verstand sie es, Vielfalt in Reichtum zu verwandeln und eine offene, raffinierte und lebendige Welt zu schaffen. Ihr Geist weht weiterhin durch die Gassen der Küstenstädte und bringt das Rausch der Welt zurück. Das Rauschen der Wellen und den Gesang der Händler mit sich, die vor Jahrhunderten zwei Welten an den Ufern des Indischen Ozeans miteinander verbanden. Hinter den sprachlichen und kulturellen Unterschieden teilte Ostafrika eine gemeinsame Vision, nämlich das Leben als Netzwerk von Beziehungen. Der Mensch ist kein isoliertes Individuum, sondern ein Knotenpunkt in einem Geflecht, das Lebende, Tote und Geister verbindet.
1:10:03Bestattungsrituale, Ahnenkult und landwirtschaftliche Zeremonien spiegelten diese Kosmologie wider. Die sichtbare und die unsichtbare Welt durchstrangen sich gegenseitig. Ein Baum konnte die Wohnstätte eines Vorfahrens sein, ein Fluss die Manifestation einer Göttin. Diese Vorstellung durchstrang das politische und soziale Leben. Macht wurde nur dann als legitim angesehen, wenn sie im Einklang mit der Welt war. Mit der kosmischen Ordnung stand. Eines der faszinierendsten Beispiele ist das Ritual Ngoma. In der afrikanischen Nacht, wenn der Mond die Dörfer beleuchtet und der Wind den Geruch feuchter Erde heranträgt, erklingt der tiefe Klang der Trommel. Es ist der Beginn des Ngoma-Rituals. Das Wort Ngoma, das in vielen Bantu-Sprachen Trommel bedeutet, steht für viel mehr als nur ein Musikinstrument. Es wird zum pulsierenden Herzen des Gemeinschaftslebens,
1:11:16zu einem Symbol der Kommunikation zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Geister. Ngoma ist ein kollektiver Tanz-, Musik- und Heilungsritus, der in zahlreichen Ländern Zentral- und Ostafrikas, wie Tansania, Kongo, Sambia und Moldau, Osnabrück praktiziert wird. Jede Gemeinschaft interpretiert ihn auf unterschiedliche Weise, aber überall bewahrt er denselben Geist. Nämlich die Wiederherstellung der Harmonie zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft, zwischen Körper und Geist. Wenn der Ritus beginnt, beschlagen die Trommeln intensive, sich wiederholende Rhythmen. Die Ältesten stimmen alte Gesänge an, die Frauen klatschen in die Hände, und die Jugendlichen beginnen im Kreis zu tanzen. In der Mitte bewegt sich die Person, die Heilung oder Schutz sucht, im Rhythmus und lässt ihren Körper von Ängsten und Schmerzen befreien.
1:12:26Der Klang der Trommel wird lauter und schneller, bis die Energie der Gruppe ihren Höhepunkt erreicht. In diesem Moment glaubt man, dass die wohlwollenden Geister und Vorfahren anwesend sind, bereit zuzuhören und für Ausgeglichenheit, zu sorgen. N'Goma ist auch ein sozialer Akt und ein Akt der Identitätsfindung. Er bringt die Gemeinschaft zusammen, erneuert familiäre Bindungen und bekräftigt das Zugehörigkeitsgefühl. Jede Geste, jeder Tanzschritt hat eine Bedeutung, welche die Verbindung zur Natur, die Kraft der Gruppe und die Kontinuität der Tradition repräsentiert. Wenn die Trommeln schließlich verstummen, bleibt eine tiefe, energiegeladene Stille zurück. Die Gesichter sind verschwitzt, aber gelassen. Das Böse wurde vertrieben, der Frieden wiederhergestellt. So schlägt der N'Goma seit Jahrhunderten wie ein angestammtes Herz Afrikas und verbindet Vergangenheit und Gegenwart,
1:13:39Menschen und Geister, Leben und Erinnerung. Im 19. Jahrhundert veränderte sich das Gesicht Ostafrikas erneut. Europäische Entdecker begannen, den Kontinent auf der Suche nach den Quellen des Nils, dem Herzen Afrikas und Handelswegen zu durchqueren. David Livingstone, ein schottischer Arzt und Missionar, durchquerte den Kontinent mit fast mystischer Inbrunst. In seinen Tagebüchern schrieb er, ich möchte keine Wege für Gold oder Imperien ebnen, sondern für Licht und Freiheit. Zitat Ende. Tatsächlich wurde sein Name bald zum Symbol für die europäische Expansion und seine Figur schwankte zwischen Idealismus und Kolonialismus. Der Journalist Henry Morton Stanley, der ihn 1871 am Ufer des Tanganyika-Sees fand und den berühmten Satz, Zitat, Dr. Livingstone, I presume, Zitat Ende, Dr. Livingstone nehme ich an, ansprach, verkörperte die andere Seite der Medaille,
1:14:45die des sensationellen Reporters und der imperialen Avantgarde. Während die Entdecker nach Flüssen und Bergen suchten, brachten die Missionare Schulen, Alphabete und Lehren mit. Sie übersetzten die Bibel ins Swahili, führten den Buchdruck ein, aber auch neue kulturelle Hierarchien. Ein Massai-Häuptling schrieb ironisch, Zitat, Als ihr kamt, hattet ihr die Bibel und wir das Land. Jetzt habt ihr das Land und wir die Bibel, Zitat Ende. Die Sklaverei war einer der dunkelsten, aber auch entscheidendsten Aspekte der regionalen Wirtschaft. Ab dem 9. Jahrhundert begannen arabische und persische Händler, afrikanische Männer, Frauen und Kinder zu fangen oder zu kaufen, um sie auf den Märkten von Zanzibar, Kilwa und Mombasa zu verkaufen. Viele dieser Sklaven wurden dann auf die arabische Halbinsel, nach Persien und auf die Inseln des Indischen Ozeans deportiert,
1:15:54wo sie auf Feldern oder als Diener arbeiteten. Im Gegensatz zum atlantischen Sklavenhandel dauerte der östliche Sklavenhandel länger und wurde bis ins 19. Jahrhundert fortgesetzt, wobei Millionen von Menschen betroffen waren. Die Inseln Zanzibar und Pemba, die unter der Herrschaft des Sultans von Oman, wurden zu den wichtigsten Zentren dieses Handels, der auch mit der Produktion von Nelken, einer der lukrativsten Handelswaren der damaligen Zeit, verbunden war. Mit der Ankunft der Europäer im 19. Jahrhundert änderte sich die Situation grundlegend. Im Namen des Kampfes gegen die Sklaverei besetzten die europäischen Kolonialmächte, insbesondere Großbritannien und Deutschland, die Region und führten neue wirtschaftliche und politische Systeme ein. Die lokalen Volkswirtschaften wurden in die Kolonialmärkte integriert. Es entstanden Baumwoll-, Kaffee- und Teeplantagen und es wurden Eisenbahnen gebaut,
1:17:06um das Landesinnere mit dem Meer zu verbinden. Der geschaffene Reichtum kam jedoch den afrikanischen Bevölkerungen nicht zugute, sondern diente dazu, die wirtschaftlichen Interessen der Kolonialherren zu unterstützen. Im 19. Jahrhundert war die Sklaverei in Ostafrika noch weit verbreitet. Wie bereits erwähnt, wurden in Zanzibar, Mombasa und entlang der Küsten des Indischen Ozeans Tausende von Männern, Frauen und Kindern als Sklaven verkauft und nach Arabien, Persien oder eben auf die Inseln des Indischen Ozeans deportiert. Mit dem Eintreffen der europäischen Mächte wurde der Kampf gegen die Sklaverei zu einem der häufigsten Argumente, um die koloniale Expansion zu rechtfertigen. Hinter den humanitären Erklärungen verbargen sich jedoch wirtschaftliche und politische Interessen. Die Briten waren die Ersten, die das Ende des Sklavenhandels und der Sklaverei verkündeten.
1:18:131807 schaffte das britische Parlament den Sklavenhandel und 1833 die Sklaverei selbst in den britischen Kolonien ab. Seitdem präsentierte sich Großbritannien als abolitionistische Macht, die sich für die Beendigung des Menschenhandels einsetzte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts patrouillierte die Royal Navy vor den Küsten Ostafrikas, um Sklavenschiffe zu stoppen. Während britische Diplomaten den Sultan von Zanzibar zwangen, Verträge zu unterzeichnen, die den Sklavenhandel verboten. Die Realität war jedoch komplexer. Die Abschaffung führte nicht zu echter Freiheit. Viele ehemalige Sklaven wurden gezwungen, auf kolonialen Plantagen für Mindestlöhne zu arbeiten und neue Formen der Zwangsarbeit ersetzten faktisch die traditionelle Sklaverei. Auch die Deutschen, die später in die Region kamen, erklärten ihren Widerstand gegen die Sklaverei. Als sie ihre Kolonialherrschaft in Tanganyika, dem heutigen Tansania,
1:19:29und in Ruanda-Urundi etablierten, erklärten sie, den Sklavenhandel beenden zu wollen, handelten jedoch vorsichtig, um die lokale Wirtschaft, die noch immer auf Leibeigenschaft gründete, nicht zu stören. In vielen Fällen arbeiteten die ehemaligen Sklaven weiterhin als Leibeigene oder wurden gezwungen, unter dem vom Kolonialstaat auferlegten Zwangsarbeitssystem an den großen öffentlichen Bauvorhaben mitzuwirken. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Briten und Deutschen die Sklaverei formal abgeschafft haben. In Wirklichkeit ging die in Anführungszeichen Befreiung der Sklaven mit der Einführung eines kolonialen Wirtschaftssystems einher, das die afrikanische Bevölkerung weiterhin ausbeutete. Die Abschaffung wurde so eher zu einem politischen Instrument zur Legitimierung der Eroberung und Kontrolle Ostafrikas als zu einem echten Akt sozialer Gerechtigkeit. Der Kolonialismus, auf den wir später noch näher eingehen werden,
1:20:47veränderte Ostafrika radikal. Er zerstörte alte Handelsnetze, veränderte soziale Strukturen und setzte künstliche Grenzen. Doch trotz der Wunden der Sklaverei und der Kolonialisierung gelang es der Region, eine starke kulturelle Identität zu bewahren, die sich aus Sprachen, Religionen und Traditionen zusammensetzt, welche aus der Begegnung zwischen Afrika und dem Orient, wie wir vorher schon gesagt haben, hervorgegangen sind. Trotz der Last des Kolonialismus gelang es Ostafrika, sich neu zu erfinden. Im 20. Jahrhundert verkörperten Persönlichkeiten wie Jomo Kenyatta und Julius Nyerere und der bereits erwähnte Haile Selassie die politische und kulturelle Wiedergeburt der Region. Kenyatta, Autor des berühmten Buches Facing Mount Kenya, das Jomo Kenyatta 1938 schrieb, in dem er die Kultur und Gesellschaft der ethnischen Gruppe der Gikuyu, der größten ethnischen Gruppe Kenias, beschrieb,
1:22:01bevor er der erste Präsident des unabhängigen Kenia wurde, war nicht nur ein politischer Führer, sondern auch ein autodidaktischer Anthropologe. Er schrieb, Zitat, Unsere Vergangenheit ist unsere Stärke, nicht unsere Schande. Zitat Ende. Nyerere, der auch Meister genannt wurde, träumte von einer Gesellschaft, die auf Ujamaa, der gemeinschaftlichen Brüderlichkeit, basiert. Und Selassie, Kaiser von Äthiopien, wurde zu einem panafrikanischen Symbol und sogar zu einer messianischen Figur in der jamaikanischen Rastafari-Bewegung. Heute entwickeln sich die Swahili-Kultur, die äthiopische Kunst und die Musik vom Victoria-See weiter. Auf den Märkten von Nairobi, Obi und Dar es Salaam mischen junge Menschen Hip-Hop und Ngoma-Rhythmen, Englisch und Kiswahili, Wurzeln und Zukunft. Das ist der Beweis dafür, dass die afrikanische Kultur keineswegs traditionell im statischen Sinn ist,
1:23:13sondern eine Tradition in Bewegung, ein Tanz der sich entwickelnden Identität. Von den ersten Fußspuren von Lucy, bis zu den Swahili-Gedichten, von den Stelen von Axum, bis zu den Gesängen der Massai, erzählt Ostafrika die längste und tiefgründigste Geschichte der Welt, die Geschichte der Menschheit. Es ist ein Land, das den Menschen das Laufen, Sprechen, Handeln und Glauben gelehrt hat. Ein Land der Begegnungen zwischen Nil und Ozean, zwischen den animistischen Religionen der Vorfahren, dem Islam und dem Christentum, zwischen Erinnerung und Zukunft.
1:24:15Das Licht ist ausgegangen.
1:24:22Ich möchte dieses Mal den Icebreaker dem Publikum überlassen.
1:24:33Bei diesen Temperaturen Icebreaking? Ja, genau. Wenn nicht jetzt, wann dann? Äh... Ein Überblick über Kulturen Ostafrikas, die doch sehr stark geprägt wurden durch den Einfluss Europas, positiv oder negativ, je nachdem, wie man es anschauen möchte. Darf ich euch die erste Frage überlassen diesmal? Ich habe eine Frage, und zwar Wanderung von Bevölkerungsgruppen, geografische Veränderungen, aber es scheint alles so geflossen zu sein, also ohne irgendwelche Reibungen. Keine Kriege, niemand ist irgendwie verdrängt worden, sondern man hat sich durchmischt auf dieser Reise der Bantu aus Gemischen etwas Neues geschaffen. Ist das so auf diese Art und Weise? Darf ich einen Vergleich dazu ziehen?
1:25:55Ohne punktuell zu sein. Aber es geht mir um das Prinzip, das du aufrufst in deinem Diskurs. Es gibt heute eine tiefe Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland.
1:26:11Bis vor 80 Jahren haben sie sich bei jeder bestmöglichen Gelegenheit gegenseitig abgemetzelt. Es sind 20 Jahrhunderte vergangen. Und wir haben das Privileg, aus unseren Stühlen mehr oder weniger gemütlich, auf diesen Prozess zu schauen und sehen ihn als einen Prozess, der über 20 Jahrhunderte streicht, in zwei Minuten.
1:26:45Dann erscheint uns alles friedlich und friedfertig. Ob die Konflikte sehr stark waren, oder ob der Zustand, dass die Anzahl der Individuen sehr klein war und das Land sehr weit, diese Reibungen auf ein Minimum bis auf ein Garant, die gar nichts reduziert haben, ist eine andere Geschichte, die man untersuchen müsste. Aber ich bin der Falsche, um das dir konkludent darstellen zu können. Darf ich mich noch mit einer These wagen, lieber Thorsten? Ich habe im Text wie gespürt, dass die Bantu-Völker, als sie für sich selbst zu groß wurden, dass einzelne Gruppen weitergereist sind, aber mit einem Rucksack an Sklaven, Skills, die sie dann mitgebracht haben, nämlich dieser sesshaften Landwirtschaft, Metallurgie und Viehzucht, war es, glaube ich. Ich glaube, dass man etwas mitbringt,
1:27:52das als Bereicherung für eine sich kennenlernende Bevölkerungsgruppe ist, das habe ich in meinem Kopf jetzt gewagt, an die Huguenotzen-Vertreibung gedacht, wo ganz viel Know-how in die Schweiz gekommen ist, weil ich unsere Uhren und Türen, unsere Industrie, eigentlich aus dem Know-how der Huguenotzen... Die Seidenindustrie und die Chemie in Basel. Da kam es natürlich, abgesehen von diesen religiösen Aspekten und so, aber da kommt man in einen Kultur- oder Gesellschaftsraum hinein und bereichert es faktisch, nicht nur durch Tänze und Trommeln, sondern man führt zur Steigerung eines wahrnehmbaren Wohlstandes. Das habe ich so ein bisschen herausgespürt. Vielleicht war das auch Ihr Erfolgsrezept, dass Sie halt gingen und gesagt haben, ihr müsst im Fall nicht mehr Hunger haben, weil wir wissen jetzt, wie wir das anbauen können,
1:28:50und alle so, ey cool, wir müssen meine Tochter heiraten. Nicht so einfach, aber vielleicht war das freundschaftlicher als der Einfall der Germanen oder, keine Ahnung, andere Völkerwanderungen, die mit mehr Leid in Erinnerung geblieben sind. Ja, aber es gibt auch, also ich bin da sehr vorsichtig. Unbedingt, ja. Ich bin der Falsche, um diese Dinge konkludent zu erörtern, aber im Gegenzug zu der Geschichte der Huguenotten, von denen wir nicht wissen, welche Spannungen sie zum Beispiel in Basel ausgelöst haben. Denkt zum Beispiel an die Vertreibung der Mohren und der Juden aus Südspanien.
1:29:32Die Juden, die im Gegensatz zu den Katholiken und christlichen Gemeinschaften, alle, lesen und schreiben konnten, und die in Grenada eine Hochkultur entwickelt hatten, in einem absoluten Gleichgewicht mit den Mohren, und eigentlich da sehr viel Know-how nach Europa hineinströmen ließen, wurden vertrieben von dieser wunderbaren Königin von Spanien und gingen durch ganz Europa. Und sie kamen auch hierher.
1:30:14Der Zustand, dass sie so gebildet waren, führte dahin, dass sie natürlich sofort in Anführungszeichen die besten Jobs bekommen haben, weil ihre sogenannten Arbeitgeber weniger wussten als ihre Angestellten. Das hat zu Neid geführt. Das hat zu Progrummen geführt. Denkt an die Juden als Brunnenvergifter, als Verursacher der Pest, bis sie schlussendlich nach Osten ziehen mussten.
1:30:53Sie haben uns weiterhin bereichert, weil das Baseldeutsch und das Elsässerdeutsch, dass man zwischen hier und oberhalb von Straßburg spricht, hat dazu geführt, dass sie diese Sprache mitgenommen haben und dann mit slavischen Wörtern bereichert haben. Das kennt man heute als jiddisch. Das ist hier entstanden. Wurde in der Ukraine gesprochen, in den baltischen Staaten, in Russland und so weiter. Ja. Aber der war absolut nicht reibungslos. Es gibt Völker, die hatten weniger Widerstand und Völker, die hatten viel mehr Widerstand, um sich zu behaupten. Sie haben sich beide behauptet, trotz allen Progrommen, die jüdischen Gemeinschaften, die sich interessanterweise nicht als Besitzer von Grund und Boden empfanden, sondern als Besitzer von kultureller Einheit und Gemeinschaft, haben über dieses Rezept perfekt überlebt.
1:32:06Also perfekt. Mit einem unendlichen Leid. Aber diese Geschichte kennen wir ein bisschen besser. Und die ist alles andere als, wie kann ich sagen, von Honig und von Honigschlecken determiniert. Wir wissen es nicht. Also mindestens ich weiß es nicht. Thorsten, vielleicht die Frage noch offen gelassen, aber Tobi, ich habe von dir noch einen Finger oder eine Hand gesehen.
1:32:46Sein Appell war, haltet endlich den Mund. Du hast es nur nicht richtig interpretiert. Wie viel ist übrigens nicht. Claude. Ich habe noch eine Erklärung. Ich habe kürzlich gelesen, es gibt ein Land, das sich Somaliland nennt, im Gegensatz zu Somalia. Ja. Könnt ihr mir da eine Erklärung geben, was das genau ist? Somalien wurde ja zusammen mit Äthiopien und Eritrea vom Italien, vom Königreich Italien zuerst und vom Faschismus in Italien danach in einer grausamen Art und Weise besetzt. Die Kriegsverbrechen, die die Italiener dort vollbracht haben, sind bis heute ohne einen rechtmäßigen Prozess und eine rechtmäßige Verurteilung geblieben. Also sie haben dort zum Beispiel Vernichtungsgase an den Menschen ausprobiert, an den Äthiopierenden.
1:34:03Und Somalien, du hast ja die somalische Kultur, die Bantu, ethnischen Bantu-Gruppen, die haben ja auch einen Teil ihrer Bevölkerung innerhalb von Äthiopien. Und erkennen sich eben als Bantu als Somaliland. Wir haben es hier angedeutet, dass Kriege geführt wurden, um den Versuch dieser Somalis einen Teil von Süd-Äthiopien zu ergattern und daraus eben entweder eine Integration mit Somalien herzustellen und zum anderen mindestens eine Autonomie. Und nach dem Krieg hat Italien interessanterweise als Bestrafung die Kontrolle von der UNO damals erhalten, sich in Somalien als Vermittler und Friedensstifter in diesen Prozessen herzustellen. Wie die UNO auf die Idee gekommen ist, gerade Italien dazu zu führen, ist historisch. Und wir haben es gesagt, die Italiener hatten eine lange Präsenz in Somalien und so weiter.
1:35:29Aber das ist für mich bis heute noch schleierhaft. Aber das ist das Spiel dort zwischen Somalien und Somaliland.
1:35:47Also vielleicht anekdotisches Wissen.
1:35:55Mosambik hat als zweite Amtssprache Portugiesisch, weil es eine Portugiesische Kolonie war. Wie Angola auch, ja. Und Portugal hat unglaublich lange daran gehangen. Und die haben bei diesem... Unabhängigkeitsprozess wurde Mosambik sehr stark von der Sowjetunion unterstützt. Und Mosambik ist eines, das einzige Land, das eine Kalaschnikow auf ihrer Nationalflagge hat. Also eine Waffe auf ihrer Nationalflagge. Die erinnert tatsächlich daran, dass die Sowjets natürlich mit dem Hintergedanken, wir liefern Waffen und packen noch ein bisschen Ideologie mit ein, und ihr liefert uns die Kolonialwaren, die sonst Portugal wegnehmen würde. Haben dann tatsächlich zur Unabhängigkeit beigetragen. Hat dann aber nicht lange gehalten. Die wurden dann mal eingeladen in die Internationale. Haben sich dann aber als zu wenig Marxistisch-Leninistisch wurden die rausgemobbt.
1:37:09Und wurde Volksrepublik China auch. Ja, genau. Es gibt viele Gründe, um rausgemobbt zu werden. Mit einer gewissen Gelassenheit entgegennehmen. Aber das Verrückte ist, Mosambik ist bis heute noch nicht ganz vereint. Da gibt es die Regierungspartei im Süden, Maputo bis Höhe Beira, Pemba, und dann weiter nach Cabo, Richtung Cabo, ist dann die, nicht Frelimo, sondern Relimo. Es sind diese Unabhängigkeitsbewegungen, sowohl in Mosambik als auch in Angola, wir sprechen jetzt nur von den Portugiesen, aber das Spiel ist überall mehr oder weniger das Gleiche. Die waren sehr, sehr blutig. Die haben zu horrenden Bandenkriegen, zu horrenden Bürgerkriegen geführt. Es war eine Abmetzlung der Menschen, nach der Abmetzlung durch die Kolonialherrschaft. Und das ist ein Bild, das Afrika, wir werden das sehen, wir werden in unserem vorletzten Teil
1:38:19ein bisschen den Kolonialismus in Afrika etwas näher betrachten. Und vor allem die immensen Schäden, die dort angerichtet haben.
1:38:34Und logischerweise haben diese Strukturen, die wir aus Europa mitgebracht haben, haben sich abgefärbt. Wir haben vorher zitiert, wie es in Afrika eine sogenannte Check and Balance Monarchie gab. Durch die Einführung einer pyramidalen Struktur seitens der Kolonialmächte hat das abgefärbt. Sie haben den Weg nicht mehr zurückgefunden. Das ist eines der ganz großen Probleme von Afrika, inklusive der horrenden Korruption, gemischt mit einer noch nicht, wenn überhaupt, zustande zukommenden Demokratie. Also am Ende des Spieles hast du in Afrika, mehr oder minder durch den ganzen Kontinent, hast du dieses komische Gemisch
1:39:50aus Übernahme von Formalstrukturen, die dem Kolonialismus und dem Westen zu verdanken sind, auf der einen Seite und auf der anderen Seite diese atavischen bis tief hinein in das Genom der afrikanisch bestehenden Clan-Gedankens, des Familiengedankens. Und logischerweise werden die stärkeren Clans ihre Macht innerhalb eines strukturellen Denkens anders nutzen als die schwächeren Clans. Das ist ja die große Debatte, die geführt wurde, ob denn, es gab ja, wir haben von Life-Aid gesprochen und von den Konzerten und die 80er-Jahre waren voll von diesen Dingen, unter anderem gab es eine Bewegung Erlasst Afrika seine Schulden. Guter Gedanke.
1:40:52Hatte aber natürlich auch eine Kirt-Seite der Medaille. Weil durch die Erlassen der Schulden konnten neue Schulden aufgenommen werden. Und mit den neuen Mitteln haben sich die schon führenden Clans noch besser bewaffnet, noch mehr ihre Macht ausgearbeitet und noch mehr auf die eigene Seite beschäftigt. Ohne dass der Erlass dieser Schulden den Minderheiten oder den Clans, die schwächer waren, einen anderen Ausweg und einen anderen Ausblick gestattet hätte. Also es ist sehr, sehr, sehr komplex. Und das führt natürlich auch dazu, dass die Spannungen innerhalb der sich in einem Territorium
1:41:44beherbergenden Gemeinschaften auch aufgrund dieser Kategorien enorm gewachsen sind. Und dass diese sozialen Spannungen, diese Ungleichheiten, die mehr und mehr wuchsen, haben logischerweise zu Rebellionen geführt, haben logischerweise zu Birkenkriegen geführt. Also das Schema ist praktisch, das Spiel ist bekannt und, kein Einzufall. Hey, ich würde sagen, vielen Dank, Sergio. Dir nicht? Ich habe nur gelesen. Ach so. Das mache ich gerne, auch zu Hause. Vielen Dank, Sergio, für Teil 4. Was erwartet uns im Teil 5? Teil 5 gehen wir nach Zentralafrika. Zentralafrika. Hast du da irgendein Stichwort, wo man sich vielleicht so vorbereiten könnte, wenn man mehr interessiert ist? Ja, die Deutschen sind alle böse, weil sie die Konzentrationslager eröffnet haben und 12 Millionen Menschen in den Konzerts vernichtet haben
1:42:40oder auch außerhalb der Konzerts. Die Belgier essen nur Miesmuscheln und Bratkartoffeln und trinken dunkles Bier und haben allein im Kongo zwischen 15 und 20 Millionen Menschen systematisch vernichtet. Wie hieß der? Völkermord. König Leopold. Der Poldi. Klingt doch gut, der Poldi. König Leopold. Ja, das ist eine dunkle Geschichte. Okay. Wird es noch Lichtblicke geben oder sind wir nur in diesem absoluten Terror? Nein, nein. Wir haben jetzt Westafrika geschaut, Ostafrika. Jetzt gehen wir nach Zentralafrika. Beim übernächsten Mal gehen wir in den südlichen Teil von Afrika mit den Zulu-Gemeinschaften, mit Namibia und so weiter. Und dann machen wir einen Teil über die Kolonialgeschichte und schließlich machen wir einen Teil über die Zukunft. Afrikas mit ihren möglichen Perspektiven. Großartig.
1:43:40Und dann gehen wir nach Ägypten, Afghanistan.
1:43:46Das heißt, Ägypten beginnt so September, November? Nein, die rechnen es hoch. Vier Monate. Wir sind jetzt im Januar. Februar, März, April, Mai.