Start › Folgen › Geschichte Chinas, Teil 6 › Transkript
Transkript · Geschichte Chinas · Teil 6Song-Dynastie, Dschingis Khan & die Ming-Dynastie — Transkript
Automatisch erstelltes Transkript (Spracherkennung) der deutschen Tonspur — kleinere Erkennungsfehler sind möglich; massgeblich ist das gesprochene Wort. Zur Folge mit Video, Audio und Kapiteln.
0:00:00Die Akademie der Vernunft und Barouche präsentieren Die Geschichte Chinas, Teil 6 Die Song-Dynastie, Genghis Khan, die Ming-Dynastie China zwischen dem 10. und 17. Jahrhundert Von kultureller Blüte und bahnbrechenden Erfindungen über mongolische Eroberung bis hin zur Rückkehr chinesischer Selbstbestimmung unter den Ming Wie wir bei der Beobachtung der Tang-Dynastie in unserer letzten Begegnung entnehmen konnten, endet diese Dynastie aufgrund einer Kombination interner und externer Faktoren, die zu einem sukzessiven Niedergang und einer Zersplitterung der Zentralmacht führten. Der Untergang der Tang-Dynastie war kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis, einer jahrzehntelangen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Instabilität. Die auf die Tang-Dynastie folgende Dynastie war die Song-Dynastie. Aber es gab eine Zwischenzeit, die als Epoche der 5 Dynastien und 10 Königreiche Wu Dai-Shi-Guo genannt,
0:01:30bekannt ist und von 907 bis 960 dauerte. Diese Periode war durch eine expandierende politische Zersplitterung und Instabilität nach dem Fall der Tang gezeichnet und somit auch eine Fortführung einer nicht aufzuhaltenden Krise. Fünf Dynastien lösten einander in Nordchina rasch ab. Die späte Jiang-Dynastie von 907 bis 923, die späte Tang-Dynastie von 907 bis 923, die späte Jiang-Dynastie von 923 bis 936, die späte Jing-Dynastie von 936 bis 947, die späte Han-Dynastie von 947 bis 951 und schließlich die späte Shu-Dynastie von 951 bis 960. Zur gleichen Zeit, entstanden in Südchina zehn unabhängige Königreiche, die unter relativ stabileren Bedingungen als im Norden gediehen. Diese Reiche waren oft kleiner und weniger militarisiert und ihre Wirtschaft gründete auf Landwirtschaft und Handel. Die Zeit der fünf Dynastien und zehn Königreiche
0:03:06endete im Jahr 960 mit dem Aufstieg der Song-Dynastie. Welcheres gelang, große Teile Chinas unter einer starken Zentralregierung zu vereinen. Die politische Zersplitterung, von dem schon die Rede war, und die Rivalitäten dieser Periode hinterließen jedoch einen bleibenden Eindruck in der Geschichte Chinas und beeinflussten die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Dynamik. Gleichzeitig entstanden in dieser Zeit auch Dynastien, die keine han-chinesischen Dynastien waren. Unter ihnen ist die Liao-Dynastie von 907 bis 1125 zu nennen, die aus mehreren Gründen für die chinesische Geschichte von Bedeutung ist, da sie eine entscheidende Periode in der politischen, kulturellen und militärischen Geschichte Nordostasiens darstellt. Die Liao-Dynastie, auch als Kitai bekannt, herrschte über die Manchurei, die Mongolei und Nordchina. Sie wurde von den Kitan gegründet, einem Nomadenvolk aus der Manchurei,
0:04:34dem es gelang, einen hochentwickelten Staat zu errichten, der traditionelle Städtenpraktiken mit chinesischen Regierungsmodellen verband. Die Ausrufung des Reiches erfolgte im Jahr 916. Die Kitan waren ein Volk tungusisch-mongolischer Herkunft, das, wie bereits erwähnt, in den Städten und Wäldern der Manchurei lebte. Die tungusisch-mongolische Herkunft bezieht sich auf Völker, die den tungusischen und mongolischen Sprach- und Kulturfamilien angehören, die in Nord- und Nordostasien, weit verbreitet waren. Diese Gruppen spielten in der Geschichte Eurasiens eine grundlegende Rolle und beeinflussten sich gegenseitig sowie die landwirtschaftlichen Zivilisationen in China, Korea und Zentralasien. Die Tungusen sind eine ethno-linguistische Gruppe zu der Völker wie die Manchu, die Evenken und die Nanai gehören, welche in der Manchurei, dem heutigen Nordost-China, Ostsibirien und den umliegenden Gebieten lebten.
0:06:01Sie waren typische Nomaden oder Halb-Nomaden, die sich auf die Tätigkeit wie Jagen, Sammeln und Rentierzucht spezialisierten und einige Parallelen zu den Lappen, auch als Sami bekannt, aufweisen, welche Skandinavien bevölkerten. Die Tungusi praktizierten Schamanismus, schamanische Religionen, verehrten Naturgeister und führten animistische Rituale durch. Da die Tungusen und die Mongolen viele kulturelle und sprachliche Gemeinsamkeiten hatten, was auf einen gemeinsamen Ursprung oder eine lange Geschichte der Interaktion hindeutet, war ihr Bündnis eine natürliche Folge dieser gemeinsamen oder zumindest ähnlichen Wurzeln. Doch zurück zu den Khitan, die zunächst Vasallen der nordchinesischen Dynastien wie der Tang waren, aber nach und nach ihre politische und militärische Macht ausbauten. Ihre Gesellschaft gründete, wie schon gesagt, auf Nomadentum und ihre Wirtschaft beruhte auf Viehzucht, insbesondere Pferde und Rinder, Jagd und auch Handel.
0:07:23Sie übernahmen allmählich Elemente der chinesischen Kultur, behielten aber ihre nomadischen und religiösen Traditionen wie etwa den Schamanismus bei. Die Khitan praktizierten eine Religion, welche die Verehrung von Naturgeistern mit Schamanismus verband, übernahmen aber nach dem Kontakt mit der chinesischen Kultur auch den Buddhismus. Bis zum 6. Jahrhundert gibt es keine schriftlichen Dokumente über die Geschichte der Khitan. Die einzigen historischen Aufzeichnungen, die wir haben, sind chinesischen Ursprungs und daher lückenhaft. Die Khitan waren offen für Ehen mit Angehörigen anderer Stämme und pflegten fruchtbringende Kontakte mit benachbarten Völkern. Während der Tang-Dynastie unterstanden sie dem Uigurischen Reich, dessen Hauptstadt in die Mongolei verlegt worden war. Die Uiguren sind die grösste turksprachige ethnische Gruppe in der chinesischen autonomen Region Xinjiang. Die Uiguren von heute sind nicht mit den historischen Uiguren identisch.
0:08:51Der Begriff Uiguren als allgemeiner ethnischer Begriff wurde erst 1921 auf einer Konferenz in Taschenburg angenommen. Es ist daher offensichtlich, dass die khitanische Expansion nach Westen gerichtet war. Chinesischen Quellen zufolge bestand der Stamm der Khitan aus acht Clans. Der stärkste von ihnen war der Yila-Clan, der engen Kontakte zur Tang-Dynastie unterhielt. Im Jahr 901 wurde Aba Oji zum Clan-Chef gewählt und schloss ein Bündnis mit dem Militärgouverneur der Region Shaanxi, Li Kejong. Dies führte zur Wahl Aba Ojis zum Khan der Kitai im Jahr 907. Der Begriff Khan oder Chan , abgeleitet von Khagan , ist ein Herrschertitel, der hauptsächlich von den altaischen Nomaden in Zentralasien verwendet wird, und zahlreiche Bedeutungen hat. Vor allem Befehlshaber, Führer, Herr und Herrscher.
0:10:15Elf Jahre später wurde die Hauptstadt des Neuen Reiches in die befestigte Stadt Shangjing verlegt. Während der Liao-Dynastie wurden auf dem Territorium des Reiches etwa 30 befestigte Städte errichtet, die auch zu wichtigen Handelszentren wurden. Ursprünglich besaßen die Kitai keine Schrift. Sie wurde erst im Jahr 920 eingeführt und enthielt einige chinesische Ideogramme. Bis heute ist diese Schrift nicht vollständig entschlüsselt und bleibt eines der faszinierendsten sprachlichen Rätsel der asiatischen Geschichte. Während ihrer Dynastie beherrschten die Liao ein riesiges Gebiet, das die Manchurei, Teile der Mongolei und Nordchina umfasste. Ihr Regierungssystem ist sehr interessant, denn sie führten ein duales System ein, in dem die Kitaner nach nomadischen Traditionen regiert wurden, während die Han-Chinesen nach einem System verwaltet wurden, das dem der chinesischen Dynastien ähnelte.
0:11:37Die Liao-Dynastie unterhielt komplexe Beziehungen zur Song-Dynastie, die eben zwischen 960 und 1279 herrschen wird, auf die wir später noch zu sprechen kommen werden, einschließlich Konflikten und Verträgen, wie dem Vertrag von Chang Yuan aus dem Jahr 1005, der einen Waffenstillstand zwischen den beiden Reichen festlegte. Die Liao-Dynastie wurde durch interne Konflikte und den Aufstieg der Jurchen, eines Nomadenvolkes aus der Manchurei, geschwächt, welche die Jing-Dynastie gründeten. Den Gnadenstoß erhielt die Liao-Dynastie durch einen gemeinsamen militärischen Angriff der Jurchen und der Song, der zu ihrer endgültigen Auflösung führte. Nach dem Fall der Liao-Dynastie wurde die Liao-Dynastie durch einen gemeinsamen militärischen Angriff der Jurchen und der Song, der zu ihrer endgültigen Auflösung führte. Die Liao-Dynastie wanderten einige Khitan unter der Führung von Yelü Daxi,
0:12:48einem Liao-Fürsten, nach Zentralasien aus und gründeten das Karakitan Khanat von 1124 bis 1218. Dieser Staat brachte die khitanische Kultur aus China heraus und beeinflusste Zentralasien. Der Name Khitan wurde von den Arabern und Persern aus China verwendet. Und im mittelalterlichen Europa wurde er zu Katai, einem Begriff, der durch Marco Polo bekannt wurde und bis heute eine Fluglinie bezeichnet. Die historischen Bedeutungen der Khitan ist auch darauf zurückzuführen, dass sie ein Beispiel für ein Nomadenvolk sind, das sich in eine sesshafte Macht verwandeln konnte und Elemente der chinesischen Kultur übernahm, ohne die eigene Identität zu verlieren. Es gelang ihnen, ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Kulturen herzustellen und die Entwicklung Nordkinas und der Steppe zu beeinflussen. Ihre Geschichte wirft ein Licht auf die komplexe Beziehungen
0:14:12zwischen Nomaden und sesshaften Gesellschaften in Asien und zeigt, wie die Interaktion zwischen den Völkern die Geschichte der Region geprägt hat. Ihre Integration von nomadischen Traditionen und sesshaften Regierungsmodellen diente späteren Dynastien wie der mongolischen Yuan-Dynastie im 13. und 14. Jahrhundert. Nach der uneinheitlichen Periode von fünf Dynastien und zehn Reichen begannen die Song-Herrscher allmählich das Gebiet zu vereinheitlichen, zumindest im Süden des Reiches. Das Song-Reich lässt sich klar in zwei Perioden einteilen. Die Bei-Song-Zeit mit der Hauptstadt Kaifeng von 960 bis 1127 und die Nan-Song-Zeit mit der Hauptstadt Hangzhou 1127 bis 1279. Die Dynastie wurde von Zhao Kuangyin, bekannt als Kaiser Taizu, gegründet, einem General, der den Thron der späteren Zhou-Dynastie, einer der fünf Dynastien und zehn Reiche, an sich riss.
0:15:35In Kontinuität mit der Tang-Dynastie wurden kaiserliche Beamte durch ein Prüfungsverfahren in ihr Amt eingeführt. Die Effizienz der Dynastie ermöglichte sowohl in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine zentralisierte Kontrolle der Gesellschaft, wie es sie in China nie zuvor gegeben hatte. Der Militärapparat wurde stark eingeschränkt und effektiv von der kaiserlichen Entscheidungsfindung ausgeschlossen. Die Städte florierten dank eines effizienten Handels- und Handwerksprogramms. Der Reichtum der Kaufleute und Geschäftsleute wuchs enorm, ohne jedoch politischen Einfluss zu gewinnen, der, wie wir gesehen haben, auf konfuzianischen Theorien der Moral und Gelehrsamkeit beruhte. Dies ebnete den Weg für eine neue soziale Schicht, die Historiker als die chinesische Version der britischen Gentry bezeichnen könnten.
0:16:49Seit dem 16. Jahrhundert wurde der Reichtum der Begriff Gentry in England verwendet, um eine nicht näher definierte Klasse der unteren Mittelschicht und des Adels im Gegensatz zum Hochadel zu beschreiben. Die Gentry waren im Gegensatz zum Hochadel, der hauptsächlich aus Landbesitzern und Geistlichen seit dem späten 19. Jahrhundert auch aus Akademikern bestand, eine komplementäre Gruppierung. Der Adel war in der Gesellschaftsstruktur des Vereinigten Königreiches den Gemeinen und Unfreien übergeordnet. Im China der Song-Dynastie bestand diese neue soziale Schicht aus wohlhabenden Landbesitzern und Gelehrten, welche die kaiserliche Prüfung nicht bestanden hatten. Diese neue Klasse wurde zur Kontaktstelle des kaiserlichen Hofes und zu einem Bindeglied zu den Peripherien, was der Zentralverwaltung einen besseren Zugang zu den lokalen Problemen verschaffte und somit zur Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung beitrug.
0:18:04Dieser Erfolg wurde auch durch die enorme Entwicklung der Drucktechnik und die Verbreitung der Schulbildung im Kindesalter ermöglicht. Obwohl der Buchdruck bereits in der Tang-Dynastie erfunden worden war, wurde diese Neuerung erst in der Song-Dynastie für die weite Verbreitung von Ideen genutzt. Sie ermöglichte auch den Druck der ersten Banknoten in der Geschichte, was zu einem enormen Anstieg des Handelsvolumens führte, das bis nach Vietnam, Malaysia und Bengalen reichte. Die Einführung des Buchdrucks war eine langsame, aber stetige Revolution. Schritt für Schritt wurden die beiden wichtigsten Drucktechniken verfeinert.
0:18:57Zum einen wurden ganze Seiten mit entsprechenden geschnitzten Holzstöcken gedruckt, zum anderen wurden bewegliche Metall-Ideogramme gegossen, um Texte zu drucken. Nach der Erfindung der Schrift ist der Buchdruck wohl eine der größten Errungenschaften der Menschheit. Der entscheidende Schritt war jedoch die Erfindung eines Materials zum Bedrucken, das billiger als Seide und leichter als Buchdruck war. Man bedenke, dass zum Beispiel der chinesische Philosoph Mo Ti, den wir schon betrachtet haben, benötigte drei von Ochsen gezogenen Karren, um seine Bücher aus Bambusfasern auf seinen Reisen zu transportieren. Und der Kaiser Huang Ti von der Qing-Dynastie bewältigte täglich etwa 60 Kilogramm an Dokumenten. Im Jahrhundert erreichte ein gewisser Cai Lun den Kaiser und präsentierte ihm ein leichtes, aber starkes Material aus Baumrinde, Hanf,
0:20:14Stofflappen und Fischernetzen. Das Papier war erfunden. Im fünften Jahrhundert hatte das chinesische Papier einen hohen Grad an Perfektion erreicht und im achten Jahrhundert lehrten die Chinesen die Araber, wie man es herstellt. Die Araber wiederum führten im dreizehnten Jahrhundert das Papier in Europa ein. Viele Historiker sind der Meinung, dass der Industrialisierungsprozess während der Song-Dynastie nie abgeschlossen wurde. Sprich, er fand nie als vollständiger Prozess statt. Einer der großen Errungenschaften, welche die Menschheit China verdankt, ist das Porzellan. Seine Erfindung geht auf einen Zeitraum zurück, der von der Antike bis zum früheren Mittelalter reicht. Das Porzellan, wie wir es heute kennen, wurde jedoch über viele Jahrhunderte hinweg schrittweise entwickelt und perfektioniert. Die erste rudimentären Formen von porzellanähnlichen Töpferwaren wurden während der Han-Dynastie hergestellt.
0:21:36Diese frühen Keramiken wurden aus Ton hergestellt, erreichten aber nie die Reinheit und die Eigenschaften von echtem Porzellan. Die in dieser Zeit hergestellten Keramiken wiesen eine gewisse Ähnlichkeit mit Porzellan auf, waren aber noch weit von dem später entwickelten echten Porzellan entfernt. Während der Tang-Dynastie begannen die chinesischen Keramikherstellen mit der Verwendung einer sehr feinen Tonart zu experimentieren, die uns als Kaolin bekannt ist und eine der wichtigsten Zutaten für die Herstellung von Porzellan darstellt. Obwohl noch nicht perfekt, begann sich die Herstellung von Keramik mit ähnlichen Eigenschaften wie das heutige Porzellan in dieser Zeit zu verbreiten. Es entstanden Stücke, die dünner und härter waren und eine glänzende Oberfläche hatten, die dem Porzellan wesentlich nahe kamen. Der eigentliche Qualitätssprung kam während der Song-Dynastie,
0:22:53als die chinesischen Keramikherstellen die Kunst des Porzellans perfektionierten. Das weiße, durchscheinende und hochwertige Porzellan, das heute als Synonym für Porzellan gilt, wurde nun systematisch hergestellt. Fortschrittliche Brennöfen, die Verwendung von Kaolin und verbesserte Brenntechniken ermöglichten die Herstellung von echtem Porzellan. Die berühmten Brennöfen in Jingdezhen in der Provinz Jiangxi wurden zu Zentren der Porzellanherstellung und trugen wesentlich zur Perfektionierung der Techniken und der Qualität des Materials bei. Das chinesische Porzellan zeichnete sich durch seine Feinheit, Stärke und seinen Glanz aus und gilt bis heute als eine der außergewöhnlichsten handwerklichen und künstlerischen Leistungen der Geschichte. In den folgenden Jahrhunderten wurde das chinesische Porzellan in der ganzen Welt berühmt, insbesondere in Europa und im Nahen Osten. Über die Seidestraße und die Seehandelswege
0:24:16gelangte das chinesische Porzellan in verschiedene Regionen, wo es hoch geschätzt wurde und als Symbol für Luxus und Raffinesse galt. In Nordeuropa wurde das Porzellan erst viel später bekannt und galt lange Zeit als seltene und kostbare Ware. Während der Song-Dynastie waren die Fabriken, die Porzellan industriell herstellten, extrem spezialisiert. So gab es beispielsweise Fabriken, die nur für den Hof produzierten, andere nur für den heimischen Markt und wieder andere nur für den Export. Und das zu einer Zeit, als es noch Jahrhunderte dauern sollte, bis Porzellan außerhalb Chinas hergestellt werden konnte. Die Eisenproduktion stieg zwischen 806 und 1000 Jahre, 1078 um das Sechsfache. Im letztgenannten Jahr wurden etwa 125.000 Tonnen produziert, doppelt so viel wie die vergleichbare britische Produktion im Jahr 1788.
0:25:33Im Süden entstand dank der Einführung der Baumwolle eine neue Textilindustrie. Papierfabriken verbreiteten sich und die Entdeckung des Schwarzpulvers oder Schießpulvers im Jahr 1044 ermöglichte nicht nur den Einsatz von Kanonen, die in den Schlachten des Xia-Xia zum ersten Mal militärisch gegen die Türken eingesetzt wurden, sondern auch deren Verwendung auf Handelsschiffen und zur Unterhaltung auch in Form von Feuerwerken. Trotz all dieser Errungenschaften und wissenschaftlichen Fortschritte kann man nicht von einer industriellen Revolution im herkömmlichen Sinn sprechen, da diese Prozesse keine entsprechende bürgerliche Klasse hervorgebracht haben. Der Überfluss an Arbeitskräften, das Fehlen einer klaren Gesetzgebung zum Schutz des Eigentums und das enorme Prestige der öffentlichen Verwaltung haben zudem dazu beigetragen. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die Fortschritte in der Landwirtschaft
0:26:47durch die Einführung einer schnellreifenden Reissorte aus Vietnam, sprich dem Champa-Reis, welche die landwirtschaftliche Produktion deutlich erhöhte. Der Magnetkompass wurde verbessert und für die Seeschifffahrt eingesetzt, was den internationalen Handel erleichterte. Auf kulturellem Gebiet verlor der Buddhismus immer mehr an Bedeutung zugunsten einer neuen Synthese aus Taoismus und den Lehren des Konfuzius, die sich in dieser Zeit verbreitete. In dieser Zeit wurden auch riesige thematische Enzyklopädien verfasst, die einen großen Einfluss auf alle Bereiche der Gesellschaft ausübten. Es wurden literarische, geografische, medizinische, historische und politische Enzyklopädien gedruckt. Akupunktur und Pharmakopoeien, sprich die offizielle Sammlung von Normen und Informationen über die Herstellung, Qualitätskontroll und Verwendung von Arzneimitteln und medizinischen Substanzen, wurden in Umlauf gebracht. Gigantische Fortschritte in der Algebra wurden gemacht.
0:28:06Kubikwurzeln, Einführung der Null. Es wurden mechanische Uhren und literaturkritische Schriften veröffentlicht. Diese intellektuelle Explosion griff auch auf Zivilisationen wie Korea, Vietnam und Japan über. Die Jade-Gravur und Schnitzerei erreichte in dieser Zeit eine Perfektion, die bis heute nicht übertroffen wurde. Was wir über die chinesische Architektur vor dem 16. Jahrhundert wissen, beruht auf einer Veröffentlichung der Song-Dynastie aus dem Jahr 1103 mit dem Titel Die Methode der Architektur. Die Chinesen bauten hauptsächlich aus Holz und aus diesem Grund haben viele ihrer Gebäude die Zeit bis heute nicht überlebt. Ihre Baumethoden in Bezug auf Muster und Proportionen haben sich in 20 Jahrhunderten kaum verändert. Man kann nur abstrakt darüber spekulieren, warum sich die Monumentalarchitektur in China nicht entwickelt hat. Dieser große wissenschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Sprung
0:29:34führte zu einem erheblichen Wachstum der Städte. Städte wie Hangzhou wurden zu wichtigen wirtschaftlichen und kulturellen Zentren. Die Landschaftsmalerei erreichte mit Künstlern wie Fan Kuan und Guo Shi ihren Höhepunkt. Die Gemälde betonten die Beziehung zwischen den Menschen und Natur und Dichter wie Xu Shi und Li Qingshao schrieben einige der besten Werke der chinesischen Literatur. Nach den bereits erwähnten Konflikten mit der Liao-Dynastie und dem zeitweiligen Bündnis mit den Jurchen der Jin-Dynastie stellten Letztere eine ständige Bedrohung für die Song-Dynastie dar. Nach 1127 eroberten die Jurchen die Hauptstadt, Bianjing, und zwangen die Song zum Rückzug in den Süden. Während der südlichen Song-Dynastie geriet die Dynastie zunehmend unter Druck der Mongolen. Angeführt von Genghis Khan und später von seinem Enkel Kublai Khan.
0:30:50Im Jahr 1279 besiegten die Mongolen die Song-Dynastie schließlich in der Schlacht von Yamen. Und Kublai Khan gründete die Yuan-Dynastie. Und beendete damit die Song-Dynastie. Genghis Khan, ca. 1162 bis 1227, geboren als Temüjin, war der Gründer der erster und erster Großkhan des Mongolenreiches. Das größte zusammenhängende Reich der Geschichte. Dabei handelte es sich um ein Reich, in dem alle eroberten Gebiete physisch durch Landgrenzen verbunden sind und in ein zusammenhängendes geografisches Gebiet ohne nennenswerte Unterbrechungen bilden. Diese Art von Reich unterscheidet sich von See- oder Kolonialreichen, welche stattdessen Gebiete umfassen, die durch Ozeane oder große Entfernungen getrennt sind. Unter der Führung von Genghis Khan wurden die zersplitterten mongolischen Städte, die in der Zeit der Eurasien, zu einer mächtigen Macht vereinigt,
0:32:10welche weite Gebiete Eurasiens eroberte und die Geopolitik und Kultur der damaligen Zeit tiefgreifend veränderte. Temüjin wurde um 1162 in der Nähe des Flusses Onon in der heutigen Mongolei geboren. Seine Familie gehörte zum Clan der Borjigin, einem Adelsgeschlecht, doch seine Kindheit war von Schwierigkeiten geprägt. Als Temüjin etwa neun Jahre alt war, wurde sein Vater während eines diplomatischen Besuchs von den Tataren vergiftet. Der Tod seines Vaters brachte die Familie in eine äußerst prekäre Lage. Temüjins Familie wurde vom Stamm der Borjigin im Stich gelassen, die seine Autorität als Erbe seines Vaters Jesügei nicht anerkannten. Temüjin, seine Mutter Hoelun, und seine Geschwister mussten in Armut und durch das Sammeln von Wurzeln, Jagen und Fischen überleben. Der Kampf um Kontrolle und Überleben war eine Konstante in seiner Jugend.
0:33:23Er hatte häufig Konflikte mit seinen Brüdern, insbesondere mit Begter, seinem älteren Halbbruder. In einer dramatischen Episode tötete Temüjin seinen Bruder Begter, um seine Autorität über die Familie zu behaupten. Diese Episode zeigte Temüjins Entschlossenheit und Zähigkeit, Eigenschaften, die seine Zukunft als Anführer kennzeichnen sollten. Während seiner Jugendzeit wurde Temüjin von einem rivalisierenden Stamm, der Taichiut, gefangen genommen und in Ketten gelegt. Nur mit Hilfe eines mitfühlenden Bestandes, eines Schützers, konnte er entkommen. Dieses Ereignis bestärkte ihn in seiner Überzeugung, Widrigkeiten zu überwinden und sich an seinen Feinden zu rächen. Im Alter von 16 Jahren heiratete Temüjin Börte, eine Frau aus dem Ongi-Girat-Klan, eine Verbindung, die seine politische Position stärkte. Börte war eine Schlüsselfigur in seinem Leben. Und ihre Ehe stärkte die Bindung zwischen ihren Familien.
0:34:47Börte wurde später von einem rivalisierenden Stamm, den Merkiten, entführt. Doch Temüjin gelang es, sie mit Hilfe seines Verbündeten Togril, dem Anführer der Keraiten, und seines Freundes und späteren Rivalen Djamuka, zu retten. Mit Djamuka, einem Freund aus Kindertagen, und Häuptling eines benachbarten Stammes, schlossen sie ein jugendliches Bündnis. Diese Freundschaft verwandelte sich jedoch in Rivalität, als Temüjin an Macht gewann und begann, die traditionelle Autorität der anderen Stämme in Frage zu stellen. Temüjins schwierige Kindheit war entscheidend für die Entwicklung des zukünftigen Genghis Khan. Durch Entbehrungen und Überlebenskämpfe lernte er, was er lernen musste, um zu werden, was er wurde. Er überwand Armut, Verrat und Feindseligkeit und entwickelte einen unbeugsamen Willen. Seine Fähigkeit, Verbündete zu gewinnen und Loyalität zu wecken,
0:36:06zeigte sich schon in jungen Jahren. Auseinandersetzungen mit Feinden und Rivalen verhalfen ihm zu einem berechnenden und rücksichtslosen Umgang mit der Macht. In der Tat bewies Temüjin außergewöhnliche Fähigkeiten als Anführer und Stratege.
0:36:29Durch eine Mischung aus Bündnissen, Diplomatie und militärischer Macht gelang es ihm, die traditionell zersplitterten und oft miteinander verweidenden mongolischen Stämme zu freien. Im Jahr 1206 wurde er zum Genghis Khan, was so viel wie universeller Herrscher bedeutet, ausgerufen, was der Geburtsstunde des Mongolenreichs gleichkommt. Wie wir später noch näher erläutern werden, begann Genghis Khan seine Eroberungen mit einem Angriff auf die Jin-Dynastie in Nordchina. Im Jahr 1215 nahm er Peking ein, und begründete damit die mongolische Kontrolle über weite Gebiete. Nach der Hinrichtung seines diplomatischen Gesamten begann er einen Feldzug gegen die Khwarazimian, ein Reich in Zentralasien. Der Krieg gegen Khwarzam war einer der verheerendsten Feldzüge seiner Karriere, in der ganze Städte niedergemetzelt wurden. Seine Truppen verwüsteten viele Städte im Jahr 1215,
0:37:53in Iran, in Mesopotamien und in der umliegenden Region, was zum Untergang alter Zivilisationen führte. Die mongolischen Einfälle in Europa reichten bis nach Russland und Osteuropa und legten den Grundstein für künftige mongolische Eroberungen. Genghis Khan war aber nicht nur ein Eroberer, sondern auch ein geschickter Verwalter. Er schuf die Yassa, ein System von Gesetzen, welches das soziale, politische und militärische Leben des Reiches regelte. Er beförderte Menschen aufgrund ihrer Fähigkeiten und nicht aufgrund ihrer Geburt und brach damit mit den feudalen Traditionen. In religiöser Hinsicht war er tolerant, ließ den eroberten Gebieten Religionsfreiheit zu und zog damit auch Gelehrte, Kaufleute und Handwerker, aus anderen Kulturen an. Er richtete ein hocheffizientes Botensystem ein, das unter dem Namen Yam bekannt wurde
0:39:10und den raschen Austausch von Informationen in seinem riesigen Reich ermöglichte. Genghis Khan starb 1227 während eines Feldzuges gegen die Tanguten der westlichen Xia-Dynastie. Die genauen Ursachen seines Todes sind ungewiss. Einige Quellen sprechen von einem Sturz vom Pferd, andere von einer Krankheit. Nach seinem Tod wurde das Reich unter seinen Söhnen und Nachkommen aufgeteilt, blieb aber unter der Herrschaft des Groß-Khans vereinigt. Für die einen ist Genghis Khan eine visionäre und einheitsstiftende Figur, für die anderen ist er ein Symbol für Zerstörung und Massaker. Sein historisches Beispiel bleibt bei uns. Tatsache ist, dass Genghis Khan die Mongolen von einem Stammersverband in eine globale Macht verwandelte und ein Vermächtnis hinterließ, das die Welt bis heute beeinflusst. Genghis Khan begann die mongolische Invasion Chinas,
0:40:28indem er wiederholt Gebiete der Jin-Dynastie angriff, was in der Eroberung von Peking, wie wir vorher schon gesehen haben, gipfelte. Im Jahr 1234 vernichtete Ögedei, dritter Sohn und Thronfolger des großen Tartarenkönigs, schließlich die Jin-Dynastie und eroberte alle Gebiete seines Reiches. Im Jahr 1259 eroberte Kublai Khan, Enkel von Genghis Khan, die Provinz Sichuan und griff die Gebiete der südlichen Song-Dynastie an. Im Jahr 1276 eroberte er Canton und drei Jahre später endete das Songreich mit dem Tod seines letzten Herrschers. Kublai Khan wurde 1215 geboren und war ein brillanter Militärstratege. In seiner Jugend hatte der junge Prinz auch chinesische Lehren, der Meister und Berater. Die meiste Zeit seiner Jugend verbrachte er in der Mongolei. Erst im Alter von 25 verlegte er seinen Wohnsitz aufgrund der dortigen Unruhen
0:41:50dauerhaft in die ihm zugewiesenen Territorien in China. Dies machte ihn aber auch zu einem Vertreter chinesischer Interessen. Im Jahr 1251 wurde er zum Gouverneur von Nordchina ernannt und eroberte in dieser Eigenschaft das Königreich Dali, das in der heutigen chinesischen Provinz Yunnan lag. Die Bai, die das Königreich Dali weitgehend gebildet hatten, waren eine ethnische Gruppe in China, die für ihre reiche Geschichte, ihre einzigartige Kultur und ihre lange Tradition der Integration mit anderen ostasiatischen Zivilisationen bekannt war. Schon damals begann Kublai Khan sehr fähige chinesische Verwaltungsbeamte und Heerführer als Reformer der viel rudimentäreren mongolischen Verwaltung einzusetzen. Außerdem übertrug Kublai, der sich selbst zum Buddhismus bekannte, zwischen 1251 und 1253 dem tibetischen gelehrten Mönch und persönlichem Meister Pakspa, die Verwaltung Tibets
0:43:14und begründete damit die Sakyapa-Herrschaft auf dem Dach der Welt, die bis 1354 andauerte. Sakyapa, sprich Graues Land, ist eine der vier großen Schulen des tibetischen Buddhismus, zusammen mit Nyingma, Kagyu, und Gelug. Die Schule hat ihren Namen von dem buddhistischen Sakya-Kloster, das 1073 von Khön-Chong-Gielpo, der 1034 bis 1102 gelebt hat, gegründet wurde. Nach dem Tod seines Bruders Möngke im Jahr 1259 des regierenden Großkhans, der auch am großen Feldzug in Europa 1260 und 1236 bis 1241 teilgenommen hatte, gelang es Kublai, zu seinem Nachfolger ernannt zu werden. Zwischen 1256, Baubeginn von Chengdu, und 1274, Fertigstellung des Palastkomplexes in Peking, verlegte Kublai Khan nach und nach seine Hauptstadt nach Peking und übernahm die Verwaltungspraktiken der Chinesen und in gewissem Maße auch deren Kultur.
0:44:41Der Kreis Chengdu ist ein Kreis in der kreisfreien Stadt Ulangkab, im Zentrum der autonomen Region Innere Mongolei im Norden der Volksrepublik China. Er hat eine Fläche von 4304 Quadratkilometer und 330.000 Einwohner. Die Hauptstadt ist die Großgemeinde Chengdu, die zur Zeit von Kublai Khan auch die Hauptstadt des mongolischen Reiches war. Nach mehr als 330 Jahren der Teilung vereinigte er das Land wieder und gründete 1271 als erster Kaiser unter dem Namen Shizu die Yuan-Dynastie, die sich in die Reihe der legitimen chinesischen Kaiser einreihte. Dies brachte jedoch nicht nur Vorteile, denn die mongolischen Aurora schenkten den chinesischen Wirtschaftstätigkeiten wenig Beachtung und setzten ihre eigenen Vorstellungen durch, sprich den Versuch sich hauptsächlich auf die Viehzucht und die Armee zu konzentrieren.
0:46:03Kublai versuchte in den Jahren 1274 und 1281 Japan zu erobern. Diese Versuche waren jedoch erfolglos. Vor allem der zweite Versuch wurde durch verheerende Seestürme vereitelt, welche die chinesische Flotte an den japanischen Riffen zerschellen ließ. Diese rettenden Stürme wurden von den Japanern göttliche Winde oder Kamikaze genannt. Zum Zeitpunkt des Todes von Kublai Khan war das mongolische Reich der größte Flächenstaat der Weltgeschichte und umfasste fast den gesamten eurasischen Kontinent. Die Bevölkerung profitierte von einer organisierten Zivilverwaltung, deren Auswirkungen später unter dem Begriff Pax Mongolica zusammengefasst wurden. Er wurde nicht nur in China, sondern auch in Europa berühmt. Die Pax Mongolica ermöglichte den wirtschaftlichen Aufschwung Chinas und Persiens und eröffnete neue Handelsmöglichkeiten zur Verhandlung. Die Pax Mongolica war eine der größten Handelsmöglichkeiten zwischen Europa und dem Nahen und Fernen Osten.
0:47:241266 trafen venezianische Kaufleute unter der Führung der Brüder Nicolo und Maffeo Polo am Hof des mongolischen Herrschers in Peking ein, wo sie nach eigenen Angaben sofort vom Khan empfangen wurden. Der Khan überreichte den Polos drei goldene Tafeln und wies sie in einer Botschaft an Pax Mongolica. In dieser Botschaft sagte Papst Clemens IV. an, ihm geweihtes Öl aus der Grabeskirche in Jerusalem und 100 christliche Gelehrte zur Verbreitung des Evangeliums unter seinen Untertanen zu schicken. Im Auftrag von Papst Gregor X. hielt sich Marco Polo in Begleitung seines Vaters und seines Onkels von 1271 bis 1295 am Hof von Kublai Khan auf, und wurde zu einem seiner engsten Vertrauten. Im Auftrag des Khans reiste Marco Polo mehrmals durch China
0:48:31und beschrieb seine Erlebnisse nach seiner Rückkehr nach Italien in seinem weltberühmten Reisetagebuch Die Million. Zu Lebzeiten hatte Kublais zweite Hauptfrau Shabi großen Einfluss auf seine Politik. Nach ihrem Tod um 1281 und dem Tod des Kronprinzen Jin Kim im Jahr 1286 sowie aufgrund seiner eigenen Krankheit überließ Kublai in seinen letzten Lebensjahren die Regierung, jedoch unpopulären Günstlingen wie den Finanzministern Ahmed Fanakati, Lu Xinyong und Sen Zhe. Diese Jahre waren durch Steuererhöhungen und Inflation gekennzeichnet. Die Einführung einer neuen Papierwährung um 1287, deren Wert nur ein Fünftel der alten betrug, war eine der Hauptursachen. Intrigen in der Verwaltung und wiederholte Militärausgabe trugen dazu bei. Der Bau des nördlichen Abschnitts des Kaiserkanals wurde dagegen positiv gesehen. Kublai Khan starb am 18. Februar 1294 in Peking.
0:50:05Sein Tod wird mit der endgültigen Aufteilung des Mongolenreiches in vier unabhängige Reiche in Verbindung gebracht.
0:50:18Goldene Horde in Osteuropa und Westsibirien, Ilkhanate in Zentralasien und Persien, Chagatai-Khanate in Zentralasien und Yuan-Reich in China und der heutigen Mongolei. Nach Misswirtschaft und einer Reihe von Naturkatastrophen um die Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die Mongolen aus Peking vertrieben. Im Jahr 1368 ergriff die Ming-Dynastie die Macht und die Mongolen zogen sich in die Steppe zurück. Die Kaiser der Ming-Dynastie stammten ausschließlich aus der Familie Zhou. Wie man an der Yuan-Dynastie sehen kann, brannte die Glut der chinesischen Ressentiments gegenüber den mongolischen Besatzern unaufhörlich unter der Asche ihrer Unterwerfung. Diese Ressentiments führten unweigerlich zum Ausbruch von Aufständen und schließlich zur Vertreibung der Mongolen. Der große und endgültige Aufstand fand einen Motor, als Hunderttausende von Chinesen gezwungen wurden, die Ufer des Gelben Flusses durch Arbeit zu befestigen.
0:51:39Nach jahrelangem Kämpfen gelang es den Aufständischen unter der Führung von Zhou Yuanzang schließlich Peking zu erobern und damit den Weg für die Machtergreifung der Han zu ebnen. Zhou Yuanzang stammte aus bescheidenen bäuerlichen Verhältnissen. Er wurde 1328, als jüngstes von sechs Kindern geboren und sein Vater floh, weil er keine Steuern zahlen konnte. Im Jahr 1344 starben die meisten Familienmitglieder von Zhou Yuanzang an einer Epidemie, was ihn dazu zwang, in ein buddhistisches Kloster einzutreten, um nicht zu verhungern, obwohl er keine religiösen Gefühle hatte. Hier lernte er lesen und schreiben, und kam zum ersten Mal mit höherer Bildung in Berührung. Im Jahr 1352 verließ er das Kloster und schloss sich den Roten Turbanen an. Die Roten Turbane, auf Chinesisch Hong Jun Jun,
0:52:56Rote Turban Armee, waren eine revolutionäre Kraft, die beim Sturz der Yuan-Dynastie unter der Führung der Mongolen und der Gründung der Ming-Dynastie eine Schlüsselrolle spielte. Der Name dieser Bewegung leitet sich von dem Roten Turban ab, der von ihren Mitgliedern als Erkennungszeichen und Symbol der Rebellion getragen wurde. In ganz China brachen Unruhen aus und die Macht der Yuan-Kane begann zu schwinden. Mithilfe einer kleinen Gruppe von Freunden gelang es ihm, sich in die Rebellenarmee einzuschleusen und bald eigene Truppen anzuführen, mit denen er feindliche Garnisonen und Städte angriff. Bis 1367 hatte er mit einer Armee von etwa 250.000 Mann praktisch ganz Südost-China erobert. Im Jahr 1368 schickte er seine Armee nach Norden, um die mongolische Hauptstadt Dadu, das heutige Peking, anzugreifen.
0:54:12Der letzte Mongolen-Kaiser, Toan Timur, floh mitsamt dem kaiserlichen Siegel bei Nacht in die Mongolei und beendete damit endgültig die Herrschaft der Yuan. Xu Yuanzang ließ die Paläste von Dadu versiegeln, alle Archive und Sammlungen nach Nanjing bringen, die Bauern dem Erdboden gleichmachen und den Namen der Stadt in Weiping, nördlicher Friede, ändern. In der neuen Hauptstadt ließ er sich zum Kaiser mit dem Namen Hongwu, was so viel wie unendlich kämpferisch bedeutet, krönen, und gründete die Ming-Dynastie. Während seiner Regierungszeit stand der wirtschaftliche Wiederaufbau im Mittelpunkt. Unzählige Anbau- und Bewässerungsprojekte wurden durchgeführt. Dank der jedes Jahr eine halbe bis fünf Millionen Hektar Land erschlossen wurden. Die Einnahmen aus der Getreidesteuer verdreifachten sich innerhalb von sechs Jahren. Man schätzt, dass in 20 Jahren bis zu einer Milliarde Bäume gepflanzt wurden.
0:55:34Obstbäume, Bäume für die Flotte, Maulbeerbäume für die Seidenproduktion usw. Da der Kaiser Jahre dauerte, und der Kaiser lange an der Spitze von Armeen gestanden hatte, war er sich der Gefahr neuer mongolischer Invasionen durchaus bewusst. Dennoch hielt er sich an die konfuzianische Orthodoxie, die Armeen der Bürokratie der Gelehrten unterzuordnen. Dieselbe konfuzianische Orthodoxie führte doch auch zu einer Abneigung gegen den Handel. Folglich unterstützte der Kaiser hauptsächlich landwirtschaftliche, die sehr unabhängig waren. Großgrundbesitzer wurden enteignet. Ihr Ackerland wurde in kleinere Parzellen aufgeteilt und an den Bauern verpachtet. Die Sklaverei wurde verboten. Diese Maßnahmen führten dazu, dass die unabhängigen Bauern nach dem Tod von Kaiser Shengsu um 1434 die nominierende Klasse in der Landwirtschaft vertreten. Unter Kaiser Hongwu wurden die mongolischen Beamten,
0:56:53die fast ein Jahrhundert lang die Macht ausgeübt hatten, durch ethnische Han-Beamten ersetzt. Hongwu schlug alle möglichen Wege in Richtung einer absolutistischen Monarchie ein. Bereits 1380 leitete der Kaiser einen Prozess gegen einen seiner ehemaligen Vertrauten ein, an dem Führer von Hongwu, 15.000 Menschen beteiligt waren. Dies führte zur Zentralisierung aller Macht auf den Kaiser, dem nun alle Ministerien direkt unterstellt waren, sprich ohne kaiserliches Sekretariat. Das Amt des Großkanzlers oder Premierminister wurde für die Zukunft verboten. Hongwu hatte die verheerende Rolle der Oinuchen am Hof während der Song-Dynastie erkannt. Er reduzierte ihre Zahl erheblich und verbot ihnen die Einsichtnahme in wichtige oder geheime Dokumente. Der Kaiser wiederholte diese Prozesse in den Jahren 1385 und 1390. Widersprüchlichen Meinungen zufolge war Hongwu am Ende seiner Amtszeit kaum noch erreichbar.
0:58:18Er regierte mithilfe von Geheimbeamten und der Geheimpolizei und ließ sogar zahlreiche Beamte, und Militärs aus purem Misstrauen hinrichten. Dennoch legte der erste Ming-Kaiser den Grundstein für einen stabilen Staatsapparat, der zweieinhalb Jahrhunderte des Bevölkerungswachstums und großer wirtschaftlicher Veränderungen überstand und mit nur geringfügigen Änderungen bis 1911 als Vorbild diente. Nach dem Tod von Kaiser Hongwu, geriet die Sozialstruktur bald außer Kontrolle, sodass ihre Vorschriften in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts geändert oder gelockert werden mussten, nachdem es bereits mehrfach zu sozialen Unruhen gekommen war und sich immer mehr Menschen den Steuern und der Wehrpflicht entzogen. Die bereits beschriebenen Verwaltungsprobleme verschärften sich im 15. Jahrhundert durch die Herrschaft der Palasteunuchen und Haremstamen, die wiederum großen Einfluss auf den seit 1426 allmächtigen Geheimen Rat und bald auch auf die Geheimpolizei hatten.
0:59:46Anders als Beamte hatten Eunuchen keine geregelte Laufbahn mit Prüfungen, sondern waren völlig von den persönlichen Launen des Kaisers abhängig und wurden von ihm als Instrument des Absolutismus gegen reglementierte Beamte eingesetzt.
1:00:07Nicht wenige Kaiser zogen sich sogar aus der Politik zurück und die daraus resultierenden Spannungen zwischen den Eunuchen, meist armer Herkunft aus Nordchina, und den hohen Beamten der wohlhabenden und gebildeten Elite Südchinas führten zu ständigen Intrigen und Willkürakten, die den Staat von innen heraus zersetzten. Dies geschah insbesondere in der Zeit von 1615 bis 1627 und unter den Kaisern Wanli und Tiangqi.
1:00:46Während der Ming-Herrschaft kam es angesichts des wirtschaftlichen Wiederaufbaus zur Zeit des Kaisers Hongwu, des Aufschwungs des Binnenhandels im 16. Jahrhundert, der Wiederbelebung der Militärkolonien, und des Bevölkerungswachstums ab 1550 zu einer starken inneren Expansion. Wie bereits erwähnt, war die traditionelle Verachtung der Konfuzianer gegenüber Handel und Kaufleuten, welche in der Ming-Zeit ihren Höhepunkt erreichte, ein großes Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung. Entgegen der Legende stellte China jedoch den Außenhandel nach den Expeditionen, Expeditionen von Zheng He im Jahr 1423 nicht ein und verfiel auch nicht in einen völligen Isolationismus, wie ihn das Tokugawa Shogunat in Japan praktizierte. Zheng He, auch bekannt unter seinem muslimischen Namen Haji Mahmud Shams, war ein chinesischer Admiral. Er unternahm zwischen 1405 und 1433 sieben große Expeditionen mit großen Flotten in den Pazifik
1:02:07und den Indischen Ozean. Er bekämpfte nicht nur erfolgreich die Piraterie, sondern erforschte auch die Meere bis nach Arabien und Ostafrika. Seine Junken legten mehr als 50.000 Kilometer zurück. Den Ming gelang es, das Reich der Mitte als wichtigste See- und Wirtschaftsmacht in Ostasien zu etablieren. Die Tokugawa waren, wie wir zu gegebener Zeit sehen werden, eine japanische Shogun-Dynastie, die das Tokugawa Shogunat gründete, auch bekannt als Edo-Periode 1603 bis 1868. Der Begriff Shogun, eine Abkürzung für Sei-I-Tai-Shogun, war soviel wie großer General, der die Barbaren unterwarf, dass er sich in der Geschichte des feudalen Japans von grundlegender Bedeutung bezeichnete. Der Shogun war das eigentliche Oberhaupt der politischen und militärischen Macht, während der Kaiser eine symbolische und religiöse Figur mit hauptsächlich zeremonieller Autorität blieb.
1:03:34Aber kehren wir nach China zurück. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde in China unter Kaiser Zhaixing, zwischen 1507 und 1567 hat er gelebt, nach einem Konflikt mit Japan Handelsbeschränkungen verhängt. Um den Schmuggel nach Japan zu verhindern, ließ er 1525 alle seetüchtigen Schiffe zerstören. Da diese Maßnahme praktisch keine Wirkung zeigte, wurde 1551 ein Versuch unternommen, den gesamten Außenhandel zu unterbinden. Die Folge der Verbote war ein noch stärkeres Anwachsen von Schmuggel und Piraterie in den Küstenregionen. Die Händler wechselten einfach ihre Einnahmequelle. Im Jahr 1567 mussten alle Beschränkungen wieder aufgehoben werden. Doch trotz der konservativen Haltung der Beamten erlebte dieses Jahrhundert auch einen enormen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Die neuen europäischen Kolonien in Amerika können als einer der Gründe für dieses Phänomen angesehen werden.
1:05:02Der Großteil des dort geförderten Silbers wurde von Portugal und Spanien in China ausgegeben, um Waren für den europäischen Markt zu kaufen.
1:05:17Gleichzeitig ersetzte die Silberwährung das Papiergeld und stabilisierte die chinesische Währung. Ein weiterer Grund für den Aufschwung war die niedrige einheitliche Besteuerung. Die Religion war ein wichtiger Bestandteil des chinesischen Lebens während der Ming-Dynastie. Die vorherrschenden Religionen waren der Buddhismus, der Taoismus und die Verehrung einer Vielzahl von Gottheiten. Mit der Zeit nahm das Christentum in China eine besondere Rolle ein. Als sich die Reformation mit Luther an der Spitze in Europa ausbreitete, versuchten katholische Missionare ihre Religion auch in Asien und China zu verbreiten. Zu den Missionaren gehörten Franziskanermönche, Dominikaner und Jesuiten. Sie versuchten, die Chinesen durch westliche und fortschrittliche Wissenschaft und Kultur zu erreichen. Viele Chinesen waren von den Kenntnissen der Europäer über Astronomie, Kalender, Mathematik, Hydraulik und Geografie beeindruckt.
1:06:30An der Spitze aller Missionare standen die Jesuiten unter der Leitung von Matteo Ricci zwischen 1552 und 610. Die versuchten, buddhistische und taoistische Lehren mit dem Christentum in Einklang zu bringen. Viele Chinesen waren jedoch skeptisch. Erst lange nach Riccis Tod fasste die Jesuitenmission wirklich Fuß und wurde bis zur Qing-Dynastie, also der letzten chinesischen Dynastie zwischen 1644 und 1911, die wir bei unserem nächsten Treffen betrachten werden, ein wichtiger Bestandteil des chinesischen Staates. Der Untergang der Dynastie wurde durch Angriffe der Manchu eingeläutet, die von den gewalttätigen Bauernaufständen begleitet wurden. Als die Ming-Armee 1583 Mitglieder der Familie des Manchu-Fürsten Nurhagi tötete, wurde dieser Familienclan zu einem erbitterten Feind der Ming. Nurhagi war ein Fürst des Stammes der Jurchen und Gründer der Qing-Dynastie.
1:07:58Unter seiner Herrschaft wurden die Jurchen zu einem Volk vereinigt, das ab 1635 offiziell Manchus genannt wurde, unter der Herrschaft seines achten Sohnes Huang Taiji, der 1644 das Haus der Ming stürzte und damit die Kontrolle über das chinesische Reich übernahm. Im Jahr 1619 besiegte er am Berg Sarhu in der Nähe von Mukden vier gleichzeitig gegen ihn vorrückende Ming-Armeen. In ähnlicher Weise hatten wiederholte Missernten 1627 und 1628 eine Hungersnot ausgelöst. In Shaanxi brachen Bauernaufstände aus, die von Gao Qingxiang, Li Zicheng und Zhang Xiangzhang organisiert wurden und letztlich den Sturz der Dynastie zum Ziel hatten. Im April 1644 zog Li Zicheng in Peking ein und erklärte sich zum Kaiser. Der letzte Ming-Kaiser, Cheng Zheng, erhängte sich. Die Ming-Dynastie stellte in der chinesischen Geschichte
1:09:23eine Zeit großer kultureller und künstlerischer Blüte dar. In dieser Zeit festigte China seine kulturelle Identität, indem es die Entwicklung von Kunst, Literatur, Philosophie und Handwerk förderte. Die Ming-Kunst zeichnete sich durch eine hohe ästhetische Qualität und die Einführung neuer Techniken und Stile aus. Die Ming-Dynastie ist vor allem für ihre ikonische Porzellanproduktion bekannt. Tatsächlich ist die Porzellanproduktion aus dieser Zeit weltberühmt und einer der wichtigsten Beiträge der Dynastie. Die Produktionszentren in Jingdezhen wurden zum Herzstück der Porzellanherstellung. Die Porzellane sind in den typischen Blau- und Weißtönen gehalten, wobei Kobaltoxid zur Dekoration verwendet wird. Die eleganten symmetrischen Designs sind oft von der Natur und von Mythen inspiriert, wie Drachen, Lotusblumen und Meeresmotiven. Helle Farben, darunter leuchtende Rottöne und Grüntöne, wurden erst später eingeführt.
1:10:41Die Ming-Malerei entwickelte sich in zwei Hauptrichtungen. Die erste war die sogenannte akademische Malerei, die vom Hof und den offiziellen Künstlern gefördert wurde. Es handelte sich um eine Malerei, in der historische, religiöse und mythologische Themen im Vordergrund standen. Es handelte sich um eine detailreiche Malerei mit einem anspruchsvollen Stil. Die zweite, die sogenannte Malerei der Literaten , wurde von Gelehrten und Beamten, oft Amateuren, gefördert, die den persönlichen Ausdruck bevorzugen. Sie konzentrierten sich auf Landschaften, Bambus, Blumen und Pflanzen. Zu den berühmtesten Künstlern dieser Zeit gehören Dong Qingzhan, Shen Zhu und Wen Zhengming. Der Ming-Dynastie und vor allem ihrem Kaiser Yongle verdanken wir eines der größten architektonischen Meisterwerke der Welt. Es ist die verbotene Stadt. In Peking. Die 1987 zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.
1:12:07Die verbotene Stadt ist ein außergewöhnliches Beispiel traditioneller chinesischer Architektur, die nach den Prinzipien des Feng Shui und der Symmetrie entworfen wurde. Feng Shui, wörtlich bedeutet das Wind und Wasser, ist eine alte chinesische Disziplin, die sich mit der Harmonisierung von Wohn-, Arbeits- und Naturräumen befasst, um das Gleichgewicht und das Wohlbefinden der Menschen, die sie bewohnen, zu fördern. Es ist eng mit der taoistischen Philosophie und der Konzeption von Yin und Yang, der Lebensenergie Qi und den fünf Elementen, also Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, verbunden. Seine Ursprünge reichen mehr als 3000 Jahre zurück, als es zur Ausrichtung von Häusern, Gräbern und Städten verwendet wurde, um die Energieflüsse zu optimieren. Obwohl Feng Shui tief in der chinesischen Kultur verwurzelt ist,
1:13:21wird es manchmal als Pseudowissenschaft kritisiert. Insbesondere in westlichen Kontexten, da es an empirischen Beweisen handelt. Viele halten es eher für eine kulturelle und spirituelle Praxis, als für eine Wissenschaft. Dennoch ist Feng Shui in Asien noch immer weit verbreitet und erfreut sich auch im Westen zunehmender Beliebtheit, wo es in der Innenarchitektur und die Schaffung einer ausgeglichenen und ruhigen Umgebung integriert wird.
1:14:02Die verbotene Stadt ist ein Komplex, der um eine zentrale Achse herum aufgebaut ist, die die höchste Macht des Kaisers symbolisiert, der als Sohn des Himmels gilt und die verwendeten Farben spiegeln eine tiefgreifende Symbolik wider, wie in unserer letzten Sitzung erwähnt. Die Struktur wurde vollständig aus Holz gebaut, wobei fortschrittliche Verriegelungstechniken zum Einsatz kamen, die dem Komplex eine erstaunliche Elastizität und Erdbebensicherheit verleihen. Die edlen Materialien wie das Zedernholz aus den südlichen Bergen und die weißen Marmorblöcke, die für die Fundamente und die dekorativen Details verwendet wurden, zeugen von den immensen Investitionen und dem Geschick der Handwerker. Die Dekoration der Gebäude ist opulent mit bemalten Decken, vergoldeten Friesen und komplizierten Details. Die Schönheit und Funktionalität verbinden sie perfekt. Statuen mythologischer Tiere wie Drache und Phönix
1:15:20und floreale Motive schmücken den Komplex und dienen sowohl als ästhetische Elemente als auch als Schutztalismane. Die verbotene Stadt war fast 500 Jahre lang, zwischen 1420 und 1912 der Sitz der Stadt der kaiserlichen Macht in China und wurde von 24 Kaisern der Ming- und Qing-Dynastien bewohnt. Der Komplex ist nicht nur ein Verwaltungszentrum, sondern auch ein Symbol der göttlichen Autorität, das die Rolle des Kaisers als Vermittler zwischen Himmel und Erde unterstreicht. Die verbotene Stadt hat die Architektur in ganz Ostasien tiefgreifend beeinflusst und dient als Vorbild für andere Palastbauten. Sie ist eines der meistbesuchten Reiseziele der Welt und nach wie vor ein Anziehungspunkt für Gelehrte und Liebhaber von Geschichte und Architektur. Ihr harmonisches Design und ihr symbolischer Reichtum
1:16:31machen sie zu einer Ikone des universellen Kulturerbes. Die verbotene Stadt ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk in Bezug auf Größe, Schönheit und Komplexität, sondern auch ein historisches und kulturelles Monument, das den Höhepunkt der kaiserlichen Macht Chinas und des Genius Loki, den authentischen und tiefgründigen Geist des Ortes, der traditionellen chinesischen Kultur darstellt. Während der Ming-Dynastie entstanden einige der bedeutendsten Romane der chinesischen Literatur, wie z.B. der Roman der Drei Reiche von Zhang Guoyang, die Reise nach Westen von Xie Yuji und der Traum der Roten Kammer von Jinping Mei. Mit dem politischen und militärischen Niedergang der Ming-Dynastie im 17. Jahrhundert begannen Kunst und Kultur zu stagnieren. Doch viele der kulturellen Beiträge der Ming-Dynastie wurden von der späteren Qing-Dynastie übernommen
1:17:48und weiterentwickelt. Kunst und Kultur der Ming-Dynastie stellen bis heute eine der glanzvollsten Perioden der chinesischen Geschichte dar. Ihre ästhetischen, literarischen und philosophischen Beiträge haben nicht nur China, sondern auch die ganze Welt in unschätzbarer Weise beeinflusst.
1:18:14Das war die Geschichte Chinas Teil 6 Die Song-Dynastie, Genghis Khan und die Ming-Dynastie Präsentiert von der Akademie der Vernunft und Bar Rouge Wenn du uns unterstützen möchtest, abonniere den Kanal und hinterlasse uns einen Like. Wenn du Fragen oder Anmerkungen zum Inhalt hast, kannst du einen Kommentar hinterlassen. Wir versuchen alle Anfragen zu beantworten. Vielen Dank für deinen Besuch und bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal.