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Transkript · Geschichte Indiens · Teil 2Von den Adivasi zu Mahariva — Transkript
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0:00:00Die Akademie der Vernunft und Barouge präsentieren Die Geschichte Indiens Teil 2
0:00:18Meinerseits einen wunderschönen Abend, schön, dass ihr da seid. Ich möchte eingehend ein ganz großes Dankeschön ausdrücken an den lieben Freund Martin, der mit seiner Crew uns hier beherbergt in der Barouge, in diesem wunderschönen Ort, von dem man, wie vorher Ismail schon angedeutet hat, in luftiger Höhe die Gedanken schweifen lassen kann. Nochmals ein riesen Dankeschön, Martin.
0:00:56Wenden wir uns nun Indien zu. Wie wir bereits anlässlich der ersten einführenden gemeinsamen Durchschreitung der Kulturgeschichte Indiens festgestellt haben, wäre es sehr reduktiv, uns alleine auf das Gebiet des gegenwärtigen Indiens zu verabschieden. Unser Blick muss über den ganzen indischen Subkontinent schweifen, wenn wir uns ein mögliches Gesamtbild mit möglichst zahlreichen Zusammenhängen schaffen wollen. Daher kommt man bei der Behandlung des Themas nicht daran vorbei, mindestens das Gebiet des heutigen Pakistans, wesentliche Teile Afghanistans, des Kaschmirs, von Tadjikistan, Bhutan, Bangladesch und Myanmar mit einzubeziehen. Auch die topografischen und, wie wir bereits gesehen haben, die klimatischen Gegebenheiten spielen bei der Entstehung von Kulturen eine entscheidende Rolle. Die Topografie des indischen Kontinents ist äußerst vielfältig und umfasst verschiedene geografische Merkmale, die von Ebenen bis zu Gebirgszügen reichen.
0:02:30Im Norden des Subkontinents dominiert das gigantische Himalaya-Gebirge, dem höchsten und massivsten Gebirge der Welt, in welchem Gebirgsriesen wie der Mount Everest oder der K2 den Himmel zu berühren scheinen. Das Himalaya-Gebirge beginnt im Nordosten des Subkontinents und dehnt sich über die heutigen Staaten des nördlichen Mianmars, das alte Burma, den Bhutan und westwärts über das südliche Tibetgebiet und Nepal, um schließlich im südlichen Tajikistan und im östlichen Afghanistan zu enden. Dort kommt die Gebirgskette mit dem Sulaiman-Gebirgskette, welche von Norden über den Süden mit dem Kirtar-Gebirge, dem Indus-Fluss entlang, die Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan bestimmt, um sich danach bis zum Arabischen Meer in der Nähe der Stadt Karachi auszudehnen. Die eben beschriebenen Gebirgsketten umrunden die große Schwemmebene, in die die Flüsse Indus oder Indo,
0:03:56Sanskrit und der Brahmaputra abfließen. Wenn wir uns weiter im Kontinent nach Süden bewegen, stoßen wir an das Vindhya-Gebirge, ein Gebirgszug in den zentralen Regionen Indiens, der den indischen Subkontinent zusammen mit dem Satapura-Gebirge geografisch in Nord- und Südindien, also auch in die Indo-Gangesebene, im Norden und das Dekkan-Plateau im Süden trennt. Das Vindhya-Gebirge erstreckt sich über etwa 1000 Kilometer in Ost-West-Richtung und verläuft vom Fluss Narmada getrennt parallel zur wunderschönen Gebirgskette oder eher Hügelkette des Satapura. Sobald man diese zwei Gebirgsketten übersprungen hat, beginnt nach einer Ebene das Dekkan-Hochland. Das Dekkan-Plateau, auch einfach als Dekkan bezeichnet, ist eine ausgedehnte Hochlandregion in Süd- und Zentralindien. Man könnte es auch als die geografische Herzregion des indischen Kontinents bezeichnen. Diese geografische Formation ist eine der grössten Hochebenen,
0:05:34auf dem indischen Subkontinent. Das Dekkan-Plateau erstreckt sich über Tausende von Quadratkilometern und liegt im Allgemeinen zwischen 600 und 900 Metern über dem Meeresspiegel. Trotz des Namens Plateau hat die Region eher ein hügeliges Relief. Die Region wird von mehreren wichtigen Flüssen durchquert, welche tiefe Schluchten gegraben haben. Die Dekkan-Hochebene war Schauplatz alter Zivilisationen und hat eine reiche Kulturgeschichte. Einige der wichtigsten antiken Städte und historischen Städten Indiens befinden sich in dieser Region. Entlang der West- und Ostküste gibt es ausgedehnte Küstenebenen, die häufig durch Ackerland und Feuchtgebiete, gekennzeichnet sind. Dem steht die Thar-Wüste im nordwestlichen Teil Indiens als grösste Wüstenregion des Subkontinents entgegen. Die südliche Kontinentalspitze besteht aus weiten Ebenen, dem Nilgiri-Gebirge und dem Kardamon-Bergen. Wir können leider mit unseren Beiträgen über die Kulturgeschichte Indiens
0:07:06nicht vertieft... und in die Verinnerlichung des immensen Universums der religiösen und philosophischen Doktrinen hinabtauchen, weil dies jeden erträglichen Rahmen sprengen würde. Wir werden uns damit begnügen, die wichtigsten unter ihnen zumindest so zu betrachten, dass man ihre Merkmale und wesentlichen Unterschiede zueinander feststellen kann. Die ersten Bewohner, von denen wir noch Spuren besitzen, waren die Adiposen. Adivasi, auch Atavikas genannt, was Sanskrit so viel wie Ureinwohner oder Bewohner der Wälder bedeutet. Das Wort hat den Weg bis in unseren Sprachgebrauch gefunden. Wenn wir von etwas Ureigenem sprechen, benutzen wir das Wort atavistisch. Bis zur Gegenwart wird der Begriff Adivasi in Indien üblicherweise für Stammes oder indigene Gemeinschaften verwendet. Die als die ursprünglichen Bewohner des Landes gelten. Das Wort Adivasi stammt aus dem Sanskrit,
0:08:20wo Adi ursprünglich oder zuerst und Vasi Einwohner oder Bewohner bedeutet. Die Adivasi Gemeinschaften in Indien haben eine eigene kulturelle, soziale und sprachliche Identität. Sie leben oft in abgelegenen, bewalteten Gebieten und haben ein всех sharinghalberndes Umfeld. einen einzigartigen, eng mit der Natur verbundenen Lebensstil. Adivasi haben ihre eigenen traditionellen Praktiken, Sprachen und Glaubenssysteme. Es ist interessant zu beachten, dass der Begriff Adivas ein breites Spektrum von Gemeinschaften mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Geschichten umfasst. Diese Gemeinschaften sind mit verschiedenen sozioökonomischen Herausforderungen konfrontiert. Darunter Landrechtsfragen, Zwangsumsiedlung und Marginalisierung. Es wurden Anstrengungen unternommen, um die Rechte der Adivasi-Gemeinschaften anzuerkennen und zu schützen. Zudem gibt es laufende Diskussionen über ihre Einbeziehung und Vertretung in verschiedenen Aspekten der indischen Gesellschaft. Es scheint, dass unter den Adivasi das Matriarchat galt.
0:09:49Als Matriarchat wird ein Gesellschaftstyp bezeichnet, in dem alle sozialen und rechtlichen Beziehungen über die Abstammung der mütterlichen Linie organisiert sind und in dem die religiösen Vorstellungen auf eine Ahnfrau oder große Göttin zurückgeführt werden. Im Matriarchat nehmen die Frauen eine zentrale Rolle in der Gesellschaft und Religion ein. Es wird dabei oft nicht unterschieden, ob die zentrale Stellung den Müttern oder den Frauen allgemein zugeschrieben wird.
0:10:39Die Religion der Adivasi war der Animismus. Der Animismus ist eine religiöse oder philosophische Sichtweise, die Gegenständen, Tieren, Naturphänomenen und anderen Entitäten, ein Leben, eine Seele oder ein Bewusstsein ähnlich dem des Menschen zuschreibt.
0:11:09In dieser Weltanschauung wird die Existenz geistiger Kräfte oder Lebensessenzen in allen Dingen erkannt. Die Ereignisse und Verhandlungen, die wir in der Welt erleben, werden wir in der Welt erleben. Die Ereignisse und Verhandlungen, die wir in der Welt erleben, werden wir in der Welt erleben. Im Animismus werden Berge, Flüsse, Bäume, Tiere und andere Elemente der Natur als Lebewesen oder mit einem Geist ausgestattet betrachtet. Der Animismus ist eine der ältesten Formen von Religion und Weltanschauung, die in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften auf der ganzen Welt, die in der Welt praktiziert wurden und zum Teil noch werden. Er wird oft mit Ahnenverehrung, Kulten für Naturgeister und Ritualen zur Besänftigung oder Beschwichtigung von Geistern in Verbindung gebracht. Die Göttlichkeit ist nicht eine in sich bestehende Dimension,
0:12:24wie wir sie zum Beispiel aus den monotheistischen Religionen kennen.
0:12:32Die Adivasi waren ein Volk von Adivasi. Proto-Australiden, also weit entfernt, verwandt mit den Aborigines des australischen Kontinents, die in den damals riesigen Waldgebieten des Subkontinents lebten. In der Epoche zwischen ca. 6000 und 4000 v. Chr. erreichten dravidische Stämme wahrscheinlich aus dem Westen kommend das Hindustal. Es muss jedoch unterstrichen werden, dass es noch keine allgemein angenommene Theorie darüber gibt, da unter Gelehrten und Historikern die Debatte zum Teil umstritten ist und gegenwärtig noch rege debattiert wird.
0:13:27Die Dravida sind ein Volk von Brachycephaliden, Menschen, bei denen die Kopfform breiter als die Länge des Gesichts ist, die über eine dunkle Hautfarbe verfügen, und glattes, oft leicht lockiges, pechschwarzes Haar haben. Einige akkreditierte Thesen postulieren, dass die Dravida ein Volk aus dem Mittelmeerraum sind, von denen sich im Laufe der Zeit verschiedene Stämme entwickelt haben sollen. So z. B. die Berber, die Iberer, die Minoer, die Etrusker und selbst die Spitzner. Ägypter und die Sumerer. Sie sollen so, wie unter anderem die Kelten, das Speichenrad erfunden haben. Sowohl der Volkstamm der Dravida als auch ihre Kultur hat bis heute im Süden Indiens überlebt und ist uns bekannt als Singalesen oder Tamilen. Wir sprechen von der Region in Indien
0:14:41des Keralas zum Beispiel. Die Dravida begründeten im oberen Hindustal im Punjab, sprich Fünfstromland, die Harappa-Kultur, auch Induskultur genannt, welche sich dort über den Zeitraum zwischen 3300 und 1500 vor Christus entwickelte. Die Hochblüte wurde zwischen 2600 und 1900 vor Christus erreicht. Sie begannen einen intensiven Ackerbau und Viehzuchtwirtschaft. Bei Ausgraben brachte man Kunstwerke zutage, die einen von Ochsen gezogenen Pflug darstellen. Das Kulturland gewann man durch Brandrodung. Aus den vielen Dörfern entwickelte sich einige nach und nach zu Städten, unter welchen die bedeutenden Kulturen die Kulturen der Kulturen der Kulturen der Kulturen der Kulturen der Kulturen der Kulturen der Kulturen im Norden und Mohenjo Darro im Süden des Punjabs waren. Der Aufbau solcher urbanen Ansiedlungen, mehrstöckige Ziegelbauten, bestand aus einer befestigten Akropolis, um die
0:16:06eine Stadt in Schachbrettform angelegt wurde. Man geht davon aus, dass in Harappa rund 40.000 Einwohner lebten, welche sehr intensive Handelsbeziehungen mit den Kulturen und den Kulturen zu Baktrien, Mesopotamien und der arabischen Halbinsel unterhielten. Wichtige Grundlagen für die Entstehung der Harappa-Kultur waren der Wasserreichtum durch den Monsunregen und durch die Flüsse. Ebenso gründete dies in der Fähigkeit der dravidischen Techniker, umfassende wasserbauliche Anlagen zu errichten und in den Städten durch technisch perfekte Kanalsysteme die Einwohner mit genügend Wasser zu versorgen, welches nicht nur eine ausreichende Trinkwasserbeschaffung sicherstellte, sondern auch den Wohlhabenden die Anlage von Bädern ermöglichte, die denen in Babylon und Ägypten überlegen waren. Die hochstehende Kunstfertigkeit im Bereich der Handwerks zeigt sich bei Funden aus dieser Zeit. Die Terracotta-Erzeugnisse, Fayence-Arbeiten,
0:17:26Holzschnitzereien, Gold- und Silberschmuck sowie die Waffen, Werkzeuge und Geräte für den alltäglichen Gebrauch aus Kupfer sind von bester Ausführung und geben vom Kunstsinn der Produzenten ein beeindruckendes Zeugnis ab. Der Fernhandel trug den geistigen Austausch mit den Städten schon angeführten Ländern zu dieser Entwicklung erheblich bei. Zu den architektonischen, wasserbaulichen und handwerklichen Fähigkeiten dieser Gesellschaft muss ergänzend angemerkt werden, dass sie bereits Längenmasse und Gewichte auf der Grundlage des Dezimalsystems verwendeten. Viele Merkmale dieser Kultur sind uns nur in einer Mischform nachfolgender Zivilisationen erhalten. Durch die langen, noch nicht abgeschlossenen Ausgrabungen kennt man noch immer nicht den zeitlichen Ausgangspunkt der Harappa-Kultur. Beispielsweise schließen es Forscher heute nicht aus, dass sie die Zivilisationen in Mesopotamien an Alter übertrifft. Die Harappa-Zivilisation verfügte über einen gut
0:18:47entwickelten Verwaltungsapparat und über eine Schrift, die sich aus etablierter, 400 Zeichen und Symbolen zusammensetzt und die artikuliert genug war, um Literatur zu produzieren. Hinweise hierfür finden wir in den sumerischen Texten, welche sich auf die Handelsbeziehungen mit einem im Orient angesiedelten Volk beziehen, das Meluha genannt wurde und sehr wahrscheinlich mit den Menschen der Harappa-Kultur identisch ist. Die wichtigste Dravida-Religion ist dem Kult der Mutter Erde und jene von Pasupati gewidmet. Pasupati oder auch als Herr aller Tiere bekannt, den die Hindus heute Shiva nennen, wird in der dravidischen Kultur in einer Yoga-Position sitzend mit einem erigierten Glied als Symbol der Potenz und Fruchtbarkeit dargestellt. Sein Kopf hat drei Gesichter und seine Haare haben Hörnerform. In manchen Figuren, die ihn darstellen,
0:20:06finden wir ihn über heiligen Bäumen sitzen in Begleitung der Kuh und der Kobra. Eine weitere sehr wichtige Religion, die bei den Dravidas ihren Ursprung hat, ist der Jainismus. Diese Weltanschauung ist vielleicht die erste, die wir in der Welt sehen. Die Weltanschauung ist die erste, die wir in der Welt sehen, die in der Welt sieht. Die Weltanschauung ist eine Art Wohlstand. Der Jainismus gründet auf dem Prinzip der Gewaltlosigkeit. In seiner Mythologie ist der Jainismus der Menschheit vom Gelehrten Richard Bachot übergeben worden. Seine Doktrin beruht auf der Überzeugung, dass jedes Lebewesen eine Seele in sich ist, die für ihr Handeln, der Seelenwesen und den Seelenwanhenswohnungen selbst verantwortlich ist. Somit legt der Jainist ein striktes und extremes veganes Essverhalten an
0:21:14den Tag, weil er unter keinen Umständen ein Tier umbringen will. Der Jainist bewegte sich in den Anfängen dieser Religion nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Der Grund dafür, die Gefahr ist zu groß in der Dunkelheit, ein winziges Lebewesen zu töten. Heute tragen Jainisten ein kleines Seidentuch vor Nase und Mund, um nicht irrtümlich ein Insekt einzuatmen. Sie trinken nur gefiltertes Wasser, um sicher zu gehen, dass man kein Lebewesen verschluckt. In seiner extremsten Form der Askese sitzt oder saß vielmehr der Gläubige sein ganzes Leben lang, weil er selbst bei Tageslicht durch eine Bewegung riskierte, ein Lebewesen zu zerdrücken. Aus dieser Philosophie entwickelte sich im Laufe der Zeit die Theorie des Karmas, also das Verhältnis Ursache-Wirkung oder das Verursacherprinzip, das
0:22:36wir in der Betrachtung der Veda vertiefen werden. Eine der Reinkarnation als Wiedergeburt der Seele und schließlich der Gewaltlosigkeit, die wir in einem wesentlichen Teil der Weltanschauung des Mahatma Gandhis wieder antreffen werden. Gandhi war ein Jainist. Grundsätze des asketischen Jainismus nehmen auch eine sehr relevante Rolle im Buddhismus ein. Um 1900 vor Christus verschwanden die Städte der Harappa Kultur innerhalb eines Jahrhunderts völlig von der Bildfläche. Man geht als Ursache von einer Klimaanomalie aus, entweder von einem verheerenden Erdbeben oder von einer klimatischen Veränderung, die den für die Landwirtschaft überlebenswichtigen Fluss Sarasvati austrocknen ließ und das Hindustal in eine Dürre und eine Dürre auslöste. Auch hier wird angenommen, dass diese klimatischen oder geologischen Veränderungen die Harappa-Zivilisation derart schwächten, dass sie nicht mehr imstande war, sich gegen die kriegerischen arischen Stämme aus dem Norden zu verteidigen.
0:24:11Die militärische Niederlage bewirkte jedoch nicht eine kulturelle Niederlage. Wesentliche Teile der dravidischen Kultur verschmolten sich mit den nachfolgenden Arya-Kultur und wurden sogar integrierender Bestandteil derselben. Im Süden des Hindustal überlebte die dravidische Kultur lange Zeit ohne Vermischung und je nach Verdrängung durch die Arya zogen die Dravida weiter südwärts. Allmählich besiedelten die Dravida die gesamte Halbinsel des Dekkan und organisierten sich in kleineren Königreichen. Vor allem in den Küstengebieten wurden die Herrschenden durch den Fernhandel mit Muscheln, Perlen, Edelsteinen, Baumwolle, Seide, kostbaren Gewändern, exotischen Tieren und Gewürzen mit China und anderen Ländern des heutigen fernen Ostens, Ägyptens, Mesopotamiens und dem Römischen Reich sehr wohlhabend. Dies führte die Dramatisierung wiederum zu Höhepunkten im kulturellen Schaffen der Dravida. Die Nachkommen von ihnen sind heute
0:25:30als Singalesen und Tamilen an der Südspitze des indischen Subkontinents und auf Sri Lanka wohnhaft. Die dravidische Tradition der Sangams, sprich die Poetentreffen, in welchen Dutzende von Dichtern gemeinsam ein Epos schreiben, hat sich bis ins erste Jahrhundert unserer Zeit rechtlich enthalten. Wir widmen uns nun den Arya-Stämmen zu. Die arischen Stämme bewohnten als Nomaden die riesigen russischen Steppen zwischen dem Schwarzen Meer, dem Kaspischen Meer, dem Aralsee und weite Gebiete des heutigen Kasachstans. Aus nicht bewiesenen Gründen, noch nicht bewiesenen Gründen, man denkt jedoch einmal mehr an eine Klimaanomalie, begannen diese Stämme um 2000 vor Christus nach Süden zu wandern und gelangten über die Bergkette des Hindukusch nach Süden. Ein Stamm der Arya, die Iran, wanderte in Persien ein und ein anderer
0:26:46drang zum indischen Subkontinent vor. Die Indo-Arya waren halbnomadische Viehzüchter, die mehrheitlich von Historikern als kriegerisch patriarchalisch und hierarchisch beschrieben werden. Als diese Einwanderer im 5. Jahrhundert vor Christus sesshaft wurden, lebten sie vom Handel und Gewerbe vom Ackerbau, Anbau von Gerste, Hülsenfrüchten, Weizen, Hirse und Hanf und vor allem nach wie vor von der Viehzucht. Der Landbesitz der Familienclans durfte an Außenstehenden nicht verkauft werden und wurde nach wie vor von den Landbesitzern und den Familienclans verkauft. Die Landbesitzerinnen und Familienclans wurden in direkter männlicher Linie weiterverirrt. In der Geschlechterbeziehung und im Familienleben herrschte, wie man den Sammlungen der religiösen Texte der Hindus, dem Veda, entnehmen kann, ein hohes Niveau. Ehen wurden im gemeinsamen Einverständnis der betroffenen Familien durch Kauf oder gewaltsame Entführung geschlossen. Frauen hielten letzteres für die beste
0:28:05Art, unter die Haube zu kommen. Polygamie war erlaubt und wurde vor allem von den Herrschenden gepflegt. Frauen besaßen trotz Eigentumsrechte des Mannes über Frau und Kinder noch im ersten Jahrtausend vor Christus größere Rechte, als man gemeinhin heute annimmt. Sie konnten beispielsweise die Veda studieren oder sich als Witwe wieder verheiraten. Diese Rechte verloren sie aber allmählich. Die Abgeschiedenheit der Frauen, Purda oder Parda genannt, begann und gipfelte in dem makabren Brauch der Witwenverbrennungen. Die Witwenverbrennung, ich füge das so ein, hat dann stattgefunden, wenn der Ehemann gestorben ist, durfte seine Ehefrau den Ehemann nicht überleben. Also wurde der Ehemann auf dem Scheiterhaufen verbrannt. und im Doppelscheiterhaufen daneben gleich seine lebende Frau.
0:29:17In den Städten bildeten sich bereits 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung zahlreiche, auch politisch einflussreiche Berufsgruppen. Metall, Holz, Stein, Leder und Elfenbein verarbeitet, der Korbflechter, der Hausmaler, Dekorateure, Töpfer, Färber, Fischer, Seeleute, Jäger, Pelzjäger, Metzger, Zuckerbäcker, Friseure, Haarwäscher, Blumenhändler und Köche. Geräte und Waffen wurden aus Bronze und Kupfer hergestellt. Töpferei und Weberei waren bekannt. Ab ca. 500 v. Chr. löste das Eisen Kupfer und Bronze als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Geräten und Waffen. Diese Errungenschaft führte zu einer geistigen Kultivierung im Bereich der Lands- und Forstwirtschaft, ermöglichte eine umfangreichere Vorratshaltung und kurbelte in einem bisher nicht gekannten Ausmaß den Handel an. Im Handel und Verkehr wurden auf dem Landweg Pferde und zweirädrige Wagen und auf dem Seeweg Pferde und Pferde.
0:30:47Schiffe mit großer Ruderbesetzung und einfachen Segeln eingesetzt. Die Kuh war zu dieser Zeit keineswegs heilig und man aß Fleisch, wenn man es sich leisten konnte. Der Fernhandel wurde mit Europa und China einerseits über Zubringerstraßen zu den Hauptadern, der späteren Seidenstraße, und andererseits über die Meere mit Hilfe der Monsunbinde abgewickelt. Besonders nach dem Beginn unserer Zeitrechnung verstärkten sich die Handelsbeziehungen zum römischen Reich zusehends. Ihr müsst euch vorstellen, dass während der Epoche des Kaisers Commodore zum Beispiel, Rom aus Indien 10.000 Tiger pro Mal importierte, um sie im Kolosseum gegeneinander, oder von Gladiatoren, abschlachten zu lassen.
0:32:02Aus den indischen Fürstentumern exportierte man dieselbe Erzeugnisse, die bereits im Abschnitt über die Travida angeführt worden sind. Der Binnenhandel war rege, aber durch die Zölle der vielen Kleinstaaten erschwert. Neben den Zöllen musste ein Handelsreisender auch mit saftigen Abgaben rechnen, die er den Straßenräubern, zu entrichten hatte. Also ihr seht, es gibt nichts Neues unter der Sonne. Allmählich erleichterten Kreditbriefe, den Handel und Darlehen konnten mit 8% Zinsen aufgenommen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden Münzen um das Jahr 150 nach Christus geprägt und eingeführt. Die Religion der Indio-Aria wird in der Literatur als Vedismus genannt, bezeichnet und entstand zwischen rund 1500 vor Christus und 900 vor Christus als Synthese aus indo-arischen und travidischen Glaubensvorstellungen. Es war dies ein ausgeprägter Polytheismus,
0:33:25dem Glauben und Verehrung an die Existenz mehrerer Götter oder Göttinnen, mit einer eher lockeren Götterhierarchie, deren Mitglieder, personifizierte Naturerscheinungen waren. Daraus entwickelte sich der Hinduismus, wie wir ihn heute kennen. Die Sprache der Indio-Aria war Vedisch. Aus dieser Sprache wiederum entstand sehr wahrscheinlich Sanskrit. Beide Sprachen gehören den indo-arischen Sprachfamilien an. Als früheste literarische Zeugnisse Indiens gelten der Veda, der Veda, der Veda, der Veda, religiöse Schriften, aus denen aber auch die Lebensweise der Indio-Aria hervorgeht. Die Preise der Waren richteten sich nicht nach Angebot und Nachfrage, sondern basierten auf dem Geschick der handeltreibenden Parteien. In den Palästen der Herrscher gab es allerdings einen amtlichen Schatzmeister, der den Lieferanten und Produzenten fixe Preise und Lieferbedingungen vorschien. Banken in unserem Sinn existierten nicht.
0:34:57Geld und Wertgegenstände wurden in den Häusern versteckt, im Boden vergraben oder bei Freunden deponiert. Mehrfach ließ der König Spielhäuser bauen und mit den Einnahmen wurde ein Teil der Beamtenlöhne beglichen. Das grösste Problem für die Indo-Arier war die Tatsache, dass sie, gemessen an der Gesamtbevölkerung, eine Minderheit waren, die von allem Anfang an eine Vermischung mit den Ureinwohnern mit allen Mitteln verhindern wollte. Dies gelang ihnen auch annähernd durch das gesellschaftspolitische System der Varna, sprich Kasten, welches sie ursprünglich gar nicht kannten und um ca. 1000 v. Chr. herum eingeführt wurde. In den Anfängen dieses Sozialsystems ging es lediglich um die strikte Trennung zwischen den zahlenmässig weitaus grösseren dunkelhäutigen Dravida sowie der Adivasi und der herrschenden Minderheit der hellhäutigen Indo-Arier.
0:36:13An der Spitze der Varna standen die Priester, die Brahmanen. Den zweiten Platz nahmen die Krieger, die Kshatriyas, ein. Als dritte in der Reihenfolge des sozialen Gefüges folgten die Kaufleute und Grundbesitzer, die Vaishyas. Und die soziale Basis bildete das Millionenheer der Arbeiter. Klingt irgendwie bekannt. Der Shudras. Ausserhalb dieses Kassensystems gab es noch die Anfänglichkeiten. Kleine Bevölkerungsgruppe der Verstoßenen und Rechtlosen. Dalit, die Unberührbaren. Oder wie sie in Europa genannt werden, die Paria.
0:37:04Der Begriff Dalit entwickelte sich aus dem Sanskrit-Wort Dal, was so viel wie zerbrochen, zerrissen, zerdrückt, verrieben, vertrieben, niedergetreten, zerstört oder der. Zur Schau gestellte, heisst. Um 350 herum mussten sie durch einen Gongschlag die Passanten warnen, dass diese nicht mit ihnen in Berührung kamen. Gandhi gab ihnen den Namen Harijans, sprich Vishnu-Geborene. Gegenwärtig leben in Indien mit diesem sozialen Status über 150 Millionen Menschen. Und das, obwohl seit 19... ...49 eine Diskriminierung aufgrund der Kastenzugehörigkeit verboten ist. Zu ihnen zählten die Adivasi-Stämme, die sich geweigert hatten, den hinduistischen Glauben anzunehmen, die Kriegsgefangenen und Sklaven. Die Kaste, in die man geboren wird und lebenslänglich verbleiben muss, bezieht sich nur auf den sozialen Status in der Gesellschaft und sagt nichts über die Besitzverhältnisse.
0:38:27Dieses Kastenwesen übernahmen zu einem späteren Zeitpunkt die südindischen Fürsten mehrheitlich dravidischer Art Stammung, vollinhaltlich, da sie mit dieser Art der Gesellschaftseinteilung ihren Herrschaftsanspruch gegenüber ihren Untertanen besser als bisher rechtfertigen konnten. Allerdings, im Laufe der Zeit kam es, trotz eines anfänglich sehr zähen Widerstands zwischen Aryas, bei ihnen nicht. Davida und den Adivasi zu einer Vermischung.
0:39:07Um 1000 vor Christus gelang es den Arya, das Gebiet des Indus bis zu seiner Mündung ins Arabische Meer und weite Teile der Ganga-Ebene unter ihre Herrschaft zu bekommen. Längere Zeit besiedelten sie nur diese letztgenannten Gebiete, da das südliche gelegene Wüstenland in der Nähe des Indus-Gebietes Thar einerseits und die riesigen Wälder östlich davon andererseits wie Barrieren wirkten. Auch das, wie wir eben gesehen haben, am Nordrand des Dekkan liegende Vindhya-Gebirge mit seinen steil abfallenden Tafelbergen bremste den Expansionsdrang der Indo-Arya erheblich. Denn der Gebrauch des Streitwagens mit den Tafeln der Indus-Gebirge und der Tafel der Arya mit Speichernrädern versehen, dürfte bei diesem Volk zwar entscheidend dazu beigetragen haben, dass sie ihre kriegerische Landnahme sehr erfolgreich verlaufen lassen konnten,
0:40:22aber in Gebieten mit Bergen und dichten Wäldern fiel dieser strategische Vorteil weg.
0:40:33Alles, was wir über die Arya wissen, haben wir ihren heiligen Schriften, den in den Sanskrit verfassten Veda, entnommen. Der Begriff Veda bedeutet Wissen oder Weisheit. Der Veda beruht auf einer mündlichen Überlieferung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit durch andere Kultureinflüsse mitgestaltet wurde. Ihre schriftliche Endform erhielt er erst in der Zeit der arischen Landnahme des Saptar-Sindhu. Dies ist jenes Gebiet, in welchem sich der Indus in sieben Flüsse verzweigt und somit sein Delta bildet. Von diesem Gebiet aus dehnten die Stämme der Indo-Arya ab dem ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung ihren Einflussbereich auch mehr und mehr auf den Dekkan Südindiens aus. Das zentrale Element des Indus-Gebietes ist der Indus-Gebiet. Das zentrale Element des Indus-Gebietes ist das Rta, sprich das kosmische Gesetz und
0:41:59sein Wächter Asura Varuna, dem wir in Persien unter dem Namen Ahura Mazda wieder begegnen werden. Aus dem Begriff Rta leitet sich unser Begriff Ritual ab. Die ursprüngliche Ritualistik gründet auf zwei Säulen des Soma-Rituals und des Soma-Rituals. Das Soma ist das heilige Getränk und wird in der vedischen Tradition als säuerlich schmeckender Saft einer Opferpflanze dargestellt. Das Einnehmen des Somas war Garantie für Gesundheit und Unsterblichkeit. Die Spekulationen, aus welcher Pflanze es gewonnen wurde, sind vielfältig. Es könnte sich dabei um Pilze, den Hopfen, den Rebstock oder den Hanf gehandelt haben. Während bei der Rebe die berauschende Wirkung aufgrund des Ethylgehalts nach der Weinbereitung eintritt, weiß der Hopfen hingegen, abgesehen von seiner Rolle bei der Herstellung von Bier, das nach der Gärung wie Wein Alkohol enthält.
0:43:34Besonders besonders interessante Ähnlichkeiten mit dem Hanf auf. Obwohl nicht direkt verwandt, wurde festgestellt, dass die DNA dieser beiden Pflanzen mehrere Gemeinsamkeiten aufweist. Laut einer Studie aus dem Jahr 2002 sind sich die Molekularstrukturen von Hopfen und Cannabis unglaublich ähnlich. Nachdem sie einige Jahre getrennt waren, wurden diese beiden Pflanzen wieder in dieselbe Cannabichee-Familie eingeordnet. Tatsächlich hat Hopfen, wie Cannabis, eine entspannungsförmende Wirkung auf den Körper. In den letzten Jahren hat man diese Substanzen über ihre psychotrope Verwendung im Rauschmittelbereich hinaus für therapeutische Zwecke verwendet. Insbesondere haben Cannabinoide medizinische Anwendung in der Schmerztherapie gefunden. Sie können bei der Linderung von Onkologischen und anderen Schmerzen und chronischen Erkrankungen im Zusammenhang mit Multiple Sklerose oder Rückenmarksverletzungen eingesetzt werden. Es kann auch zur Bewältigung einer unerwünschten Wirkung von Chemotherapie, Strahlentherapie
0:45:10oder bestimmten Handlungssystemen verwendet werden. Es kann auch bei Rheumatischen Erkrankungen oder Neuropathien verschrieben werden. Darüber hinaus wirkt Cannabis als Appetitanreger bei Kachexie, Abmagerungssyndrom, Anorexie oder bei Krebspatienten. Zu demselben Zweck kann es AIDS-Patienten verschrieben werden. Medizinischer Cannabis kann auch zur Erkrankung einer Schmerztherapie oder Neuropathie verwendet werden. Es kann auch zur Senkung des Blutdrucks bei Glaukomen eingesetzt werden, die auf herkömmliche Therapien nicht ansprechen. Außerdem kann es unwillkürliche Körper- und Gesichtsbewegungen beim Gilles-de-la-Tourette-Syndrom reduzieren. Zu den wahrscheinlichen Quellen von Soma gehört, wie wir gesehen haben, auch der Extrakt aus halicinogenen Pilzen, nämlich Psilocybin. Bei der Einnahme übt es Wirkungen auf das zentrale Nervensystem. Die psychodelische Erfahrungen hervorrufen, sprich psychoaktive Substanzen, die sich durch eine ausgeprägte psychodelische oder halicinogene Wirkung auszeichnen und mystische und spirituelle
0:46:35Erfahrungen begünstigen. Aus diesen Gründen werden sie seit Jahrtausenden auf allen Kontinenten von zahlreichen Völkern mit schamanischer Tradition oder von Organismen verwendet werden. In den Gesellschaften der Vergangenheit und in denjenigen, die diese Substanz heute noch verwenden, sind sie ein wichtiges Mittel, um der eigenen spirituellen Welt zu begegnen, eine stärkere Verbindung mit anderen herzustellen, insbesondere zu therapeutischen Zwecken der Heilung, um sich mit den eigenen Göttern zu verbinden und um religiöse Erlebnisse zu erreichen. Der breiten Öffentlichkeit wurde sie erst in den 1960er Jahren durch die Begegnung zwischen dem Mykologen Gordon Wesson und der mexikanischen Curandera, sprich Schamanin, Maria Sabina bekannt. Später wurde es in einem Labor in Basel vom Chemiker Albert Hoffmann synthetisiert, uns als LSD bekannt. Und erlangte im Westen aufgrund seiner spirituellen und erholsamen Verwendung Popularität.
0:48:01Als jedoch LSD 1967 in den Vereinigten Staaten verboten wurde, führte die Ähnlichkeit der beiden Substanzen dazu, dass auch Psilocybin in fast allen Staaten der Welt verboten wurde. Erst in den letzten Jahren belegen mehrere Studien seine bedeutende Tatsache. Es wurde herausgestellt, dass diese Medikamente in den doktorenköniglichen Nachrichten nicht sekundäre und ptero- und psychotherapeutische Eigenschaften sind, wenn sie unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt wird. Insbesondere bei bestimmten psychiatrischen Erkrankungen, bei Angstzuständen und verschiedenen Formen von Depressionen wie z.B. Posttraumatischen Syndromen, die sich als resistent gegenüber klassischen Medikamenten erwiesen haben, was im Jahr 2021 durch die bisher größte experimentelle Studie bestätigt wurde. Nach der Wiederentdeckung seines medizinischen Potenzials wurde Psilocybin zusammen mit anderen Psychedelika in zwei US-Bundesstaaten, nämlich Oregon und Washington D.C. und acht US-Städten entkriminalisiert.
0:49:13Ab dem 1. Juli 2023 kann Psilocybin von zugelassenen australischen Psychiatern zur Behandlung von Depressionen verschrieben werden, die auf andere Therapien nicht ansprechen. In allen Fällen geht es jedoch um den berauschenden Effekt jeder dieser Pflanzen. Die Gewinnung des Soma ist ein wichtiger Teil des Rituals. Sie fand einmal im Jahr statt, im Frühling, und erreichte ihren Höhepunkt bei der zwölften Auspressung am siebten Tag. Der das Ritual führende Priester wurde danach für fünf Tage in seine Hütte eingeschlossen. Dort verharrte er mit geschlossenen Fäusten und in enger Umarmung mit seiner Frau. Es kam nicht zur Kopulation. Aber beides. Beide wurden mit einem Antilopenfell umwickelt, als symbolische Darstellung des in der Gebärmutter liegenden Lebens. Die am meisten angebetete Göttlichkeit war der Kriegsgott Indra, welchen man sich groß mit blonden Haar und Bar sowie mit blauen Augen und auf einem Streitwagen mit zwei Pferden bespannt,
0:50:55vorstellte. Vorstellung, die ja bis in die 1930er bis 45er Jahre auch bei uns einen gewissen Anklang gefunden hat.
0:51:09Indra war auch der Gott des Blitzes und der Gewitter und galt als ein großer Soma-Trinker. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die dravidischen Kulte und jene der Ureinwohner den Eingang in die Veda finden. Unter anderem der Schamanismus mit seinen Mantras, sprich mit seinen Zauberformen.
0:51:39Das Feuerritual, wie alle anderen Rituale in den Veden als Opfer und Austausch mit den Göttern kann, und dies ist mit größter Wahrscheinlichkeit ein Element der Arias in ihrer Nomadenkultur, überall vollzogen werden. Jedoch muss die Stelle, an der das Ritual vollzogen wird, mit äußerster Sorgfalt vorbereitet werden. Die Ritualwerkzeuge sind tägliche Utensilien wie Schopflöffel, Kälche und Vasen. Diese wurden nur während der rituellen Vorbereitungen konsekriert und konnten danach wieder in den für sie bestimmten Gebrauch benutzt werden. Das Feuerritual war immer zentraler Bestandteil jedes anderen Rituals und musste während der ganzen Zeremonie immer entfacht sein. Wenn das Feuer ausging, wurde dies als Unglücksbotschaft gedeutet. Und es bedurfte zusätzlicher Schutzritualen. Die Anzahl der benötigten Feuer während der Rituale hing wesentlich von der Wichtigkeit der Opfergabe selbst ab.
0:53:11Der Feuergott Agni, aus dem sich der griechische Begriff Igne ableitet, wohnt im Westen bei der untergehenden Sonne. Und im Westen steht der Feuer. Und im Westen steht der runde Schemel, auf welchem das Urfeuer oder die ewige Flamme brennt. Das ist genau die Spiegelung dessen, was in unseren romanischen Kirchen oder auch in den heutigen Kirchen stattfindet, wo das Urfeuer immer im Osten ist.
0:53:54Das zweite Feuer, welches für die Opferbringung benutzt wird, ist immer im Osten und muss auf einem viereckigen Schemel Platz finden. Das dritte. Und das letzte Feuer, auf einem Halbkreis platziert, steht im Süden und dient dazu, das Opferfeuer im Osten zu versorgen. In der vedischen Weltanschauung kommt aus dem Süden die Gefahr und der Tod. Zwischen 2000 und 1700 v. Chr. werden die ersten zwei Veda in Vedisch, einer Vorform des Sanskrits, niedergeschrieben. Die Rg-Veda und der Atharava Veda. Schließlich werden die Haupt-Veda in vier Werke aufgeteilt. Samhita genannt. Es sind dies Rg-Veda, Atharava Veda, Sama Veda und Yajur Veda. Oder Ayurveda. Ayurveda. Das erste ist Rg-Veda. Rg-Veda. Rg-Veda. Rg-Veda. Rg-Veda. das älteste Zeugnis der indoeuropäischen Kultur dar. Es setzt sich aus 1028 Hymnen zusammen.
0:55:24Diese werden Sutka genannt, was so viel wie gut formuliert oder gesagt bedeutet. Sie bestehen aus 10.462 Strophen mit metrischen Versen. Zusammengefasst sind sie in zehn Büchern, die Mandala genannt werden. Rigveda ist insbesondere den Opferritualen gewidmet. Das Samaveda beruht hauptsächlich auf Rigveda, von dem der Samaveda alles übernommen hat, mit Ausnahme von 78 Strophen, die hinzugefügt worden sind. Es ist vor allem dazu da, die vom Priester zu singenden Mantras zu artikulieren und den Ritualen zu vermitteln. Um den richtigen Umgang mit dem Soma zu pflegen. In der Yajurveda oder Ayurveda wird darüber abgehandelt, wie die Opferzeremonien und Rituale zu tätigen seien. Sie bestehen in zwei Varianten, dem Krishna Yajurveda oder Schwarzer Yajurveda und der Sukla Yajurveda oder Weißer Yajurveda.
0:56:45Schließlich der Atharava Veda, welcher aus einer Sammlung von Zauberformeln und medizinischem Wissen besteht, auch als Brahma Veda bekannt. Das waren jetzt viele Worte. Die heiligen Formeln, Brahma, konnten sich sowohl positiv als auch negativ auswirken und wurden im Laufe der Zeit in das brahmanische Handbuch der Arya eingefügt. In seiner langen Geschichte hat der Veda wie jede von Menschenhand geschaffene Realität, Veränderungen, und Neuinterpretationen erfahren. Schließlich werden sie zwischen 1100 und 900 vor Christus durch die Upanishad tiefgehend bearbeitet. Die Upanishad sind die Kommentare an der Veda. Um uns lediglich eine Vorstellung davon zu machen, verhalten sich die Upanishad zu der Veda wie der Talmud zur Torah. Sie sind insofern von Grundlage. Grundlegender Wichtigkeit, weil sie Ursprung und Fundament für den sich später daraus entwickelnden
0:58:04Hinduismus bilden. Nach und nach kam es nach der Sesshaftwerdung der Arya, nämlich im 500. Jahrhundert vor Christus, in ihrem Siedlungsbereich zu einem Anwachsen des Landbesitzes bei den Familienclans und zu einer gesteigerten Vorratshaltung. Diese Entwicklung war eine große Herausforderung für den Hinduismus. Diese Entwicklung veranlasste die vorerst kleinen Viehzucht treibenden Bauerngemeinden, sich in straff durchorganisierten Stämmen zusammenzuschließen und allmählich entwickelten sich daraus kleinere Königreiche, die sich untereinander nicht selten befädeten. Dem König stand ein Rat der Krieger zur Seite. Jeder Stamm dieses Herrschaftsgebietes war ein Rat der Krieger. Wurde von einem Raja, sprich Häuptling, geführt, der sich die Macht mit einem Stammesrat teilte. Auf der untersten Ebene der Hierarchie existierten Dorfgemeinschaften, in denen die Familienoberhäupter in regelmäßigen Versammlungen, in sogenannten Vajinas, die Geschicke ihres Dorfes bestimmten.
0:59:27Vajinas, die Geschicke ihres Dorfes bestimmten, haben wir gehört. Und diese Zivilisation setzte sich aus rund 16 Königreichen zusammen. Man fasst diese große Stammesfürstentümer Nordindiens mit dem Begriff Majahandapada-Gebiete zusammen. Einige ihrer Worte und Begriffe sind bis in unsere Zeit gelangt. Eisners dieser Worte ist der Begriff Jana, der für Stamm oder Volk steht. Ein anderes ist der Begriff Pada, der für das Territorium steht. So werden die vom Volk der Mahas besetzten Territorien zu den Mahayana-Padas. Diese große Stammesfürstentümer waren so mächtig, dass sie sich 500 v. Chr. vom Hindukusch bis zu den Regionen des heutigen Myanmar ausdehnten. Ihre Zivilisation begann nach jener der Dravida mit der zweiten großen Urbanisationswelle Indiens. Innerhalb des Mahayana-Padas-Gebietes unterschieden sich verschiedenste Staatsformen. Von der Erbfolgemonarchie bis hin zu Proto-Demokratien,
1:01:03in welchen der oberste Stammesrat die Regierung wählte. In der Zeit zwischen 900 und 400 v. Chr. somit auch zur Zeit von Buddha waren vier Reiche dominant. Vatsa, Avanti, Kosala und Magadha. Nach und nach wurde von diesen vier Reichen alles andere annektiert. Am Schluss dieses Prozesses kam es zur Vereinigung eines einzigen Imperiums zum Reich der Magadha. Am Schluss dieses Prozesses kam es zur Vereinigung eines einzigen Imperiums zum Reich der Magadha. Im 6. Jahrhundert, vor unserer Zeitrechnung, begann es zu erheblichen Umbrüchen in der Politik und im religiösen Bereich und Verständnis zu kommen. Der Hinduismus wurde vielfach als erstarrte Religion der Brahmanen empfunden. So war es nicht verwunderlich, dass Reformer auftraten, von denen zwei Weltgeltungen erlangten. Es waren dies Mahavira aus dem Geschlecht der Mahavira.
1:02:22Janatrikas, 599 bis 524, der den Jainismus begründete und Siddhartha Gautama, 563 bis 483, aus dem Geschlecht der Shakyas, der den Buddhismus ins Leben rief. Mahavira oder der große Held übersetzt auch Vardhamana, Sanmati, Niganta, Nataputta. Er wurde am 12. April 599 vor unserer Zeitrechnung geboren. Er war der 24. und letzte Tritankara, Prophet des Jainismus. In der jainistischen Tradition wird berichtet, dass Mahavira Sohn des Königs Siddhartha aus Kundagraham war und sehr bald die Vergänglichkeit des Daseins, empfand. Nachdem sein Vater zu seinen Gunsten vom Thron zurück trat, wartete er den Tod seiner Eltern ab, bis er das Königreich an seinen Bruder abtrat. Danach begab er sich in die Askese und nach langer Meditation und körperlichen Demütigung wurde er ein Jina, sprich ein Sieger, über die Leidenschaften.
1:03:57Aus dieser Erfahrung heraus postulierte er seine eigene Doktrin, um den Zyklus der wiederkehrenden Existenzen, sprich dem Samsara, zu beenden. Das Samsara wird in der indischen Religiosität als das Rad des immerwährenden Zyklus von Werden und Vergehen verstanden. Das Samsara stellt auch den Ozean der Existenz.
1:04:37Das Samsara ist insubstanziell. In ihrer Weltanschauung postulierte diese Idee, dass die Welt, wie wir sie sehen, nur eine Illusion ist, die metaphysische Ignoranz produziert, die Unfähigkeit also, die grundsätzlichen und universellen Erlebnisse, die wir in der Welt nicht sehen. Die Unfähigkeit an der angebrachten Betrachtungsweise des irdischen und überirdischen Lebens. Diese Ignoranz zwingt den Menschen zum Handeln und hält ihn unweigerlich im Samsara zurück. Mahavira lebte 72 Jahre und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens damit seine Doktrin, zeitgleich mit Buddha, mit dem wir uns vertieft bei der nächsten Begegnung auseinandersetzen werden, in Magadha zu verbreiten. Vielen Dank für Eure Geduld. Danke vielmals.