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Transkript · Geschichte Indiens · Teil 3

Ketzer, Agnostiker und Atheisten der Buddha — Transkript

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0:00:00Die Akademie der Vernunft und Baruj präsentieren Die Geschichte Indiens Teil 3 Ketzer, Agnostiker und Atheisten Der Buddha und sein Hintergrund In keinem anderen Kulturkreis ist die Religion so gewaltig einflussreich und wichtig wie in Indien. Dass die Hindus mehrmals akzeptieren konnten, Fremdinvasionen zu erdulden und wir werden das im Verlauf dieses Zyklus dann eingehender betrachten und analysieren hat zu einem wesentlichen Teil damit zu tun, dass es für sie nicht sehr relevant war, wer sie regierte. Der wesentliche Kernpunkt lag und liegt bis heute in der Religion und nicht in der Religion. Es ist die Seele und nicht der Körper, die Indien bewegt. Für die Hindus sind die zukünftigen Leben im Samsara wesentlich wichtiger als das Hick-Entnunk, das Hier und Jetzt.

0:01:20Der Mahatma Gandhi ist für die Hindus nicht ein Politiker, sondern ein Heiliger. Die Frage, die unser Verständnis für diese Weltanschauung öffnet, muss sich nicht nur in der Religion, sondern auch in der Religion, muss sich den Grundlagen zuwenden, aus welchen die besagte Weltanschauung resultiert. Der Ursprung dieser Grundlagen mit großer Wahrscheinlichkeit in den kulturellen Kontaminierungen und Entwicklungen zwischen dem Animismus der Adivasi und der religiösen Dimension der Arya zu suchen ist. Wie wir schon anlässlich unserer letzten Begegnung ansehen, haben wir das Resultat dieser gegenseitigen Befruchtung angedeutet. Das Resultat dieser gegenseitigen Befruchtung sind die Veden. Die Veden sind, wie wir bereits betrachtet haben, die religiösen Texte, die der Religion des Hinduismus, auch bekannt als Sanatana Dharma, sprich ewige Ordnung oder ewiger Pfad, zugrunde liegen.

0:02:36Der Begriff Veda steht für Wissen, da man glaubt, dass die Texte das grundlegende Wissen über die wirksame und letzte Ursache der persönlichen Antwort auf die Existenz enthalten. Sie gelten, wenn nicht als die ältesten, so doch als eine der ältesten religiösen Texte, die uns überliefert wurden. Obwohl die Bezeichnung als heilige Schriften wegen der Sakralität, die ihrem Inhalt über die Natur des Göttlichen, zugeschrieben wird, zutreffend ist, werden die Veden, im Gegensatz zu den heiligen Texten anderer Religionen, von den Praktizierenden nicht auf eine Offenbarung an einen oder mehrere Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit zurückgeführt. Es wird unter gläubigen Hindus vielmehr angenommen, dass sie schon immer existierten, aber von weitem nicht. Es wird von Weisenmännern in tiefen meditativen Zuständen gelernt,

0:03:52gehört und aufgeschnappt worden, auch wenn es keinen Konsens über einen bestimmten Zeithorizont dafür gibt. Aus einem historischen Blickwinkel betrachtet existierten die Veden weit vor ihrer schriftlichen Formalisierung bereits in mündlicher Form und waren über Generationen hinweg von Meistern zu Schülern weitergegeben worden. Sie wurden in Indien zwischen dem 15. und dem 5. Jahrhundert vor Christus, der sogenannten Vedischen Periode, schriftlich niedergelegt. Ihre mündliche Form war durch die Sorgfalt, mit der die Meister die Schüler dazu angehalten hatten, sie von vorne bis hinten auswendig zu lernen, sorgfältig bewahrt worden, wobei besonderer Wert auf die exakte Aussprache, so dass auch der ursprüngliche Klang unversehrt blieb. Im Hinduismus werden die Veden auch als Shruti, sprich das Gehörte, bezeichnet. Sie stehen im Gegensatz zu anderen Texten, die als Smritis, sprich das Erinnerte, bezeichnet werden

0:05:16und die Geschichten der großen Helden und ihrer Taten in Texten wie dem Mahabharata, dem Ramayana und der Bhagavad-Gita erzählen, obwohl letztere von einigen Hindu-Sekten als Shruti betrachtet wird. Die Texte, aus denen die vier Veden bestehen, sind der Rig-Veda, der Sama-Veda, der Yajur-Veda und der Atharva-Veda, welche jeweils in weitere Gattungen unterteilt sind. Es sind dies die Aranyaka, die Brahmana, die Samhita und die Upanishad. Die Aranyakas sind ein Teil der vedischen Texte, die zwischen den Brahmanas und den Upanishaden stehen. Diese Texte werden traditionell als die Bücher des Waldes betrachtet, da sie spirituelle Lehren haben. Sie enthalten auch asketische Praktiken, die sich an die richten, die sich in die Wälder zurückziehen, um sich der Meditation und Kontemplation zu widmen.

0:06:38Die Aranyakas spiegeln eine Übergangsphase in der vedischen Religion wider, in der es eine Verschiebung von einer Phase, die von rituellen Opfern und äußeren Praktiken, wie in den Brahmanas beschrieben, dominiert wurde, hin zu einer stärkeren Betonung innerer spiritueller Praktiken und dem Streben nach metaphysischem Wissen, so wie in den Upanishaden entwickelt, gab. Diese Texte behandeln eine Vielzahl von Themen, darunter insbesondere die Symbolik der vedischen Rituale, Meditationspraktiken, mystische Interpretationen der Veden und tiefere philosophische Konzepte, wie die Identität des Einzelnen mit dem universellen Selbst, im Sanskrit als Atman-Brahman bekannt. Die Aranyakas bilden zusammen mit den Brahmanas und Upanishaden einen wichtigen Teil der vedischen Tradition und haben die Entwicklung der späteren religiösen Philosophien Indiens einschließlich des Hinduismus maßgeblich beeinflusst. Die Brahman bestehen hauptsächlich in einer Prosaform

0:08:05und enthalten detaillierte Erklärungen und Anweisungen zu den vedischen Ritualen und Opfern. Diese Texte beschreiben rituelle Abläufe, Regeln für die ordnungsgemäße Durchführung von Opfern, die Funktionen der verschiedenen priesterlichen Rollen und die mit den Ritualen verbundenen theologischen Überzeugungen. Sie sind eine wertvolle Quelle für das Verständnis der religiösen und sozialen Praxis der alten vedischen Zivilisation. Sie geben Aufschluss über die Struktur der vedischen Gesellschaft, der priesterlichen Hierarchie, der kosmologischen Überzeugungen und der symbolischen Bedeutung der Opfer. Sie spiegeln auch den Wandel der vedischen Religion und die Entwicklung der rituellen Praktiken im Laufe der Zeit wider. Somit geben sie einen detaillierten Einblick in die Rituale und Opfer, welche für die Religion und Kultur des alten vedischen Indien von zentraler Bedeutung waren.

0:09:23Die Samhita sind der älteste und essentielle Teil der vedischen Texte und auf ihnen wurden eigentlich die vier Veden erarbeitet. Sie enthalten die heiligen Hymnen, die religiösen Gedichte in altem Sanskrit. Diese Hymnen sind den vedischen Göttern gewidmet und preisen ihre Eigenschaften und Kräfte. Die Hymnen werden bei vedischen Ritualen rezitiert oder gesungen und spielen eine zentrale Rolle in den religiösen Praktiken dieser archaischen Tradition. Die Samhita stellen ein wichtiges kulturelles und religiöses Erbe des alten vedischen Indiens dar. Jeder Veda hat seine eigene Samhita, die eine bestimmte Reihe heiliger Hymnen erfasst. Der Rig Veda z.B. besteht aus der Rig Veda Samhita, die die älteste ist und die berühmtesten und bekanntesten Hymnen enthält. Somit sind die Samhita jene Grundlage, aus der sich die anderen Teile der Veden entwickelt haben.

0:10:55Deswegen sind sie Grundlegen für das Verständnis der Religion, der Kultur und der Sanskrit-Sprache des archaischen vedischen Indien. Schließlich wenden wir uns den Upanishaden zu. Wie wir bereits anlässlich unserer letzten Begegnung angedeutet haben, verhalten sich die Upanishaden zu den Veden wie der Talmud zur Torah. Obwohl die Upanishaden und der Talmud Texte sind, die zu unterschiedlichen religiösen Traditionen gehören und unterschiedliche Ziele und Inhalte haben, hatten beide einen tiefgreifenden Einfluss auf ihre jeweiligen Kulturen und religiösen Traditionen und gelten als grundlegende Quellen für das Verständnis und das Studium ihrer jeweiligen Religionen. Die Upanishaden sind eine Sammlung philosophischer und spiritueller Texte, die den letzten Teil der Veden bilden. Sie spiegeln ein fortgeschrittenes Stadium in der Entwicklung des vedischen Denkens wider

0:12:18und enthalten tiefgründige philosophische und spirituelle Lehren. Der Begriff Upanishad stammt aus dem Sanskrit und bedeutet nahe sitzen, was uns darauf hinweist, wie wichtig es ist, in der Nähe eines spirituellen Meisters zu sitzen, um direkte und tiefgründige Lehren über den Sinn des Lebens, des Universums und der letztendlichen Realität zu erhalten. Die Upanishaden behandeln ein breites Spektrum an philosophischen Themen, darunter die Natur des Selbst oder Atman, die Beziehung zwischen dem Individuum und dem Universum oder Brahman, die Natur des Kosmos und des Göttlichen, den Kreislauf der Wiedergeburt oder Samsara, schließlich Karma und Moksha, sprich die spirituelle Befreiung. Die Upanishaden sind oft ein Gespräch zwischen Lehrer und Schüler und verwenden eine Vielzahl von Aspekten wie mythologische Erzählungen, philosophische Dialoge und allegorische Symbolik,

0:13:40um diese tiefgründigen Themen zu erforschen. Dieser Form des Gesprächs zwischen Lehrer und Meister wird uns erneut begegnen, wenn wir uns in Griechenland ein bisschen umsehen und auf einen gewissen Herrn Sokrates und auf einen gewissen Herrn Platon stoßen werden. Sie hatten einen großen Einfluss auf die indische Philosophie und Spiritualität und gelten als einer der grundlegenden Quellen der wichtigsten religiösen Traditionen Indiens, einschließlich des Hinduismus und des Buddhismus. Sie haben auch das philosophische Denken in der ganzen Welt beeinflusst, wie wir eben gesehen haben, und waren im Laufe der Jahrhunderte Gegenstand des Studiums und der Reflexion zahlreicher Philosophen und Gelehrter. Bereits im Zeitraum zwischen 1199 und 900 v. Chr., als die Upanishaden niedergeschrieben wurden, gab es Kritiker, die die Religion der Brahmanen

0:14:57mehr oder weniger intensiv anzweifelten. Sogar in den Upanishaden selbst findet man Hinweise dieser Art. In der Chandogya Upanishad ist vermerkt, dass die strenggläubige Priesterschaft einer Prozession von Hunden gleicht, von denen jeder den Schwanz seines Vorgängers hält und fromm spricht, Zitat, om lasst uns essen, om lasst uns trinken, Zitat Ende. In das Vassamveda Upanishad wird die Meinung vertreten, dass Gott, Himmel und Hölle, die Wiedergeburt und überhaupt die Welt als solche im Reich der Einbildungen angesiedelt sind. Daher seien, kann man weiterlesen, die Veden und die Upanishaden das Werk eingebildeter Narren. Gedanken sind Illusionen und gesprochene sowie geschriebene Worte daher unwahr. Das Volk sucht im Lebenskampf Halt bei den Göttern und heiligen Männern, sprich die Brahminen, sprich den Priestern.

0:16:20Es gebe keinen Unterschied zwischen Vishnu und einem Hund, wird im Text noch nachgedoppelt. Vishnu ist zusammen mit Brahma und Shiva einer der drei Hauptgottheiten der Trimurti. Die Trimurti ist ein grundlegendes Konzept im Hinduismus, das die göttliche Triade darstellt, die aus drei Gottheiten besteht, Brahma, Vishnu und Shiva. Diese drei Gottheiten verkörpern drei primäre Aspekte des Göttlichen und stellen die Prozesse der Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung im Universum dar. Brahma gilt als der Schöpfer des Universums. In der hinduistischen Kosmologie heißt es, dass er das Universum und alle Lebewesen erschaffen hat. Obwohl Brahma für die Schöpfung verantwortlich ist, wird er nicht so sehr verehrt wie Vishnu und Shiva. Er wird oft als ein altes Wesen mit vier Köpfen und vier Armen dargestellt.

0:17:38Vishnu hingegen ist der Bewahrer des Universums. Es wird angenommen, dass er die kosmische Ordnung aufrechterhält und das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse schützt. Vishnu wird mit zahlreichen Avatar oder Inkarnationen in Verbindung gebracht, darunter Rama und Krishna, die auf die Erde geschickt werden, um die Menschheit zu schützen und zu leiten. Er wird oft als Gott mit vier Armen dargestellt, der verschiedene Attribute wie Waffen und Symbole in seinen Händen trägt. Unter anderem wird er mit einem Streitkolben, dem Gada, der Scheibe oder Chakra, der Muschel oder Shankar und dem Lotus oder Padma dargestellt. Die religiösen Praktiken und Formen der Vishnu-Verehrung sind in ganz Indien sehr unterschiedlich und seine Verehrung hat eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des Hinduismus gespielt.

0:18:49In vielen hinduistischen Traditionen wird Vishnu als höchste persönliche Gottheit verehrt und mit Konzepten wie Hingabe oder Bhakti und kosmischem Schutz in Verbindung gebracht.

0:19:11Shiva schließlich ist der Zerstörer oder Umwandler des Universums. Er stellt das Prinzip der Zerstörung und Umwandlung dar, die als wesentlich für den Zyklus der Wiedergeburt und der Erneuerung des Universums angesehen werden. Shiva wird auch mit vielen positiven Eigenschaften in Verbindung gebracht wie die Meditation, die asketische Strenge und das Wohlwollen. Er wird oft als dreäugiger Gott dargestellt, der einen Dreizack, im Sanskrit Trishula genannt, hält und von Schlangen umgeben ist. Die Trimurti veranschaulicht also die Verflechtung und Komplementarität der schöpferischen, konservierenden und zerstörerischen Prozesse im Universum gemäss der hinduistischen Vision. Diese drei göttliche Aspekte werden als wesentlich für das Funktionieren des Universums und den Kreislauf von Wiedergeburt und Erneuerung angesehen, der ständig stattfindet.

0:20:37Auch hier wieder ein kleiner Bezug zu einem anderen Herrn aus dem alten Griechenland, ein gewisser Herr Heraklit, der mit seinem Pantarei alles liest, seine Ideen wohl nicht ganz alleine auf die Welt gebracht hat.

0:20:57Wenden wir uns aber erneut den Upanishaden zu. Es wurde und wird immer noch die Geschichte von Virokhana erzählt. Zu unserem Verständnis. Virokhana ist eine wichtige Figur in der hinduistischen Mythologie. Er wird in heiligen Texten wie den Veden, den Puranas, einer umfangreichen Sammlung heiliger Texte des Hinduismus und epischen Texten wie die Mahabharata erwähnt. Seine Rolle und Interpretation können jedoch je nach Text und Tradition variieren.

0:21:42Im Rig Veda wird Virokhana als König oder göttliches Wesen erwähnt, das mit Opfern und Licht in Verbindung gebracht wird. In der Katha Upanishad wird Virokhana als ein Nachkomme von Hiranayakabjipu, einem berühmten Dämonenkönig, beschrieben. Im Mahabharata wird Virokhana als einer der Anführer der Dämonen oder Asuras erwähnt, der mit den Göttern oder Deva in Konflikt gerät. In einigen Traditionen wird Virokhana mit dem Konzept der Weisheit oder des materiellen Wissens in Verbindung gebracht, das im Gegensatz zur spirituellen oder göttlichen Weisheit steht, die von anderen Gottheiten dargestellt wird. Seine Geschichte wird oft verwendet, um den Gegensatz zwischen dem Streben nach materieller Macht und dem Streben nach spiritueller Erleuchtung zu veranschaulichen. Im Allgemeinen ist Virokhana eine komplexe Figur, die innerhalb des hinduistischen Mythos

0:23:03auf verschiedene Weise interpretiert werden kann. Seine Geschichte bietet Stoff zum Nachdenken über Themen wie Wissen, Weisheit, Macht und dem Konflikt zwischen Gut und Böse. Der Gott Prayapati, also dem Schöpfer der Lebewesen und Götter, erteilte Virokhana das Privileg, 32 Jahre lang sein Schüler sein zu dürfen. Als Kernaussage entnahm der Schüler der Ansicht des himmlischen Lehrer, dass das Selbst des Menschen frei sei von allem Bösen, von Alter, Trauer, Hunger und Durst, wenn er nach dem Wirklichen strebt. Bei dieser Wissensvermittlung dürfte möglicherweise ein Übertragungsfehler passiert sein. Denn auf der Erde zurück verkündete der so erleuchtete Virokhana seiner staunenden Hörerschaft, Zitat, Das eigene Selbst muss gepflegt werden, glücklich gemacht werden. So erlangt der Mensch beide Welten. Nur dürfte nicht allen Zuhörern klar gewesen sein,

0:24:28was damit gemeint war. Waren da Götter und Mitmenschen von einer Pflege ausgeschlossen? Und was war das Wirkliche? Nur der Mensch selbst? Sowohl die Upanishaden als auch profanere schriftliche Dokumente zeigen deutlich, dass in der damaligen Zeit neben den Brahmanen als Vertreter des Hinduismus auch ganz andere Denker ihre Stimme erhoben. Jene, welche die Priester verachteten oder alle Götter als Hirngespinst abtaten. Mit einem Wort Agnostiker. Atheisten und Nihilisten reinsten Wassers. Der Agnostiker Sangaya beispielsweise lehnte die Behauptung ab, dass das Leben nach dem Tod eine Tatsache wäre. Verneint aber auch diese Ansicht nicht völlig. Purunakashyapa akzeptierte keine sittlichen Unterschiede und vertrat die Meinung, Zitat, die Seele sei ein duldender Sklave des Zufalls. Zitat Ende. Makali Gosala postulierte, dass nicht das Handeln

0:25:51des Menschen, sondern ein blindes Schicksal dessen Leben bestimme. Ajita Kasakambalin wiederum beschrieb den Menschen als Gemisch von Erde, Wasser, Wind und Feuer. Und definierte seine Meinung nach begrenzter Existenz folgendermaßen, Zitat, Tore und Weise werden alle bei der Auflösung des Körpers dahingerafft und vernichtet. Zitat Ende. Bei den meisten dieser Agnostiker, Atheisten oder Nihilisten, muss man trotz massiver in Fragestellung überlieferter Werte betonen, dass die Mehrheit von ihnen in ihrer Philosophie einen Schwerpunkt auf das Streben nach Frieden unter den Menschen legte. Was uns Menschen in der Gegenwart erfreulich berührt, ist die Tatsache, dass in der Zeit des Erscheinens der Upanishaden eine höchst erstaunliche Gedankenfreiheit herrschte, welche die Philosophie unglaublich bereicherte. Will Durand schreibt in seinem Werk »Das Vermächtnis des Ostens«, dass die Versammlungsräume,

0:27:14die Hörsäle, Zitat, die Straßen, ja sogar die Wälder Nordindiens von philosophischen Disputationen meist atheistischer und materialistischer Tendenz wiederhalten. Zitat Ende. In diesem Zusammenhang sind die Paribaiyakas, die Wanderer zu nennen. Diese Philosophen wanderten von Ortschaft zu Ortschaft, lehrten Logik und suchten sowohl Schüler als auch Gegner ihrer Philosophie. Man musste große Hallen bauen, um die zahlreiche Zuhörerschaft aufnehmen zu können und Fürsten stellten für die philosophischen Rededuelle Preise zur Verfügung. Die Quellen über diese Querdenker fließen spärlich. Aber ein Name hat die Jahrhunderte überdauert, wenngleich seine nihilistischen Sutras außer einem Gedicht verschollen sind. Sein Name ist Braspati oder auch Charvaka genannt. Dieser Philosoph setzte mit seinen Aphorismen eine Lehre des Materialismus in Gang, die nach Meinung einiger Gelehrten dem Zeitalter der Veden und Upanishaden ein

0:28:42Ende setzte. Die nachfolgende Auswahl von Lehrsätzen und ihren materialistischen Anhängern, Charvakas genannt, sind insofern von Bedeutung, da sie sehr wahrscheinlich auch zur Bildung einer atheistischen Weltreligion führten, nämlich zum Buddhismus. Charvaka postulierte folgende Aussagen, Zitat Die Ansicht, dass die Veden eine göttliche Offenbarung darstellen, ist falsch. Es gibt weder einen Gott noch mehrere Götter. Zitat Ende. Und weiter, Zitat. Mit der Annahme eines Gottes kann man die Welt weder erklären noch begreifen. Zitat Ende. So dann auch, ich zitiere, Religion ist daher eine Geistesverwirrung, eine Krankheit oder eine Schikane. Sie erscheint aber den Menschen als unabdingbar, weil bei einem Wegfall der Religion sonst ein Gefühl des Mangels und der Lehre entstehen würde. Zitat Ende. Des Weiteren sagte er, ich zitiere,

0:30:08es gibt keine Unsterblichkeit und keine Wiedergeburt. Zitat Ende. Er vertrat auch die Sichtweise, dass, Zitat, die Wahrheit wenn überhaupt, sich nur durch die Sinne erkennen lässt und fügte hinzu, alle Phänomene sind natürlichen Ursprungs und was nicht von den Sinnen wahrgenommen wird, existiert nicht. Daher ist die Seele nicht existent. Zitat Ende. Schließlich gelangte er zur Überzeugung, dass, Zitat, die Materie die einzige Wirklichkeit sei und der Geist folglich denkende Materie. Zitat Ende. Siddhartha Gautama, eben besser als der Buddha bekannt, wurde laut Überlieferung am 8. April 566 v. Chr. in Lumbini aus einer reichen Familie vom Stamm der Sakya geboren. In der Sprache Sanskrit bedeutet Buddha derjenige, der aufgewacht ist oder derjenige, der die Erleuchtung erreicht hat. In der buddhistischen Tradition gingen dem Leben

0:31:36des Gautama unzählige Wiedergeburten voran. Zitat Ende. Weder das Produkt von der Wanderung einer individuellen Seele, noch irgendeiner Reinkarnationsform, sondern nur das Aufeinanderfolgen von Leben, die miteinander vom Karma verbunden waren. Jataka genannt. Es werden 547 Geschichten erzählt von der gleichen Anzahl Leben des Buddhas, sowohl in menschlicher, indem er die Gestalten aller sozialen Schichten sukzessive annimmt, als auch in tierischer und pflanzlicher Form. Alle diese Leben sind integraler Bestandteil des Lebens des Buddhas. Über sein Leben gibt es verschiedene traditionelle kanonische Erzählungen, die sowohl dem indischen als auch dem tibetanischen Kulturkreis entspringen. Alle beinhalten in irgendeiner Form die mehr oder weniger von Wundern und Prophezeiungen durchdrängten Ankündigungen des außerordentlichen Ereignisses seiner Geburt. Es werden die Umstände seiner wundersamen Empfängnis, sowie die göttlichen

0:33:06Hinweise auf das Kommen eines Kindes, der als Buddha geboren werden soll, aufgeführt. Als Sohn des Siddhartha Suthodhana und der wunderschönen Maya, oder auch Mata Maya genannt. Diese Maya hat davon geträumt, von einem weißen Elefanten begattet worden zu sein, ohne Schmerz und ohne jegliche Unreinheit, und von diesem in ihrem Leib das Leben empfangen zu haben. Das Kind sei in einem Walde ohne jeglichen Schmerz aus ihrer Hüfte geboren worden. Nach seiner Geburt seien die Asketen und Brahminen zum Hofe gekommen, um ihre Vordeutung auszusprechen, und der Älteste unter ihnen habe dem Knaben vorausgesagt, dass er ein universeller König, also ein Chakravartin, werde. Der Vater, der sich um die eigene Thronfolge Sorgen gemacht hat, veranlasste also, dass es dem Knaben unmöglich

0:34:23geworden wäre, ein Buddha zu werden. Maya soll nach nur sieben Tagen nach der Geburt gestorben sein, und der Knabe von ihrer jüngeren Schwester, Payapati, aufgezogen worden sein. Sein Vater nahm die Schwägerin und Ziemutter zur Frau, und somit wurde sie Königin. Gautama habe schon von jüngstem Alter an eine große Zuneigung zur Kontemplation ausgewiesen, obwohl ihn sein Vater als Krieger und König sehen wollte, und nicht als Mönch. Mit 16 Jahren heiratete Gautama seine Cousine Yashudhara, mit welcher er nach 13 Jahren Ehe seinen Sohn Rahula zeugte. Mit 22 Jahren, völlig unwissend, wie wohl die Realität außerhalb des Schlosses, in dem er lebte, sein möge, ging er in die Welt hinaus und musste alsbald erstaunt feststellen, wie rau das Leben und die Wirklichkeit waren.

0:35:40Er begegnete einem Alten, einem Kranken, sah einen Toten und verstand augenblicklich, dass das Einzige, was die Menschheit und die Lebewesen verbindet, die Leidenschaft ist. Er stellte fest, wie die Kultur, das Heldentum und der Reichtum, die ihm am Hofe gelehrt worden waren, eine kurzlebige und sinnlose Bedeutung hatten. Ein wenig später begegnete er einem Bettelmönch, der ruhig und ungetrübt dahinschritt. Er begriff sofort, dass er seinen goldenen Käfig, seine Familie, seine Bequemlichkeiten und Privilegien verlassen musste, um die Befreiung zu suchen. In gewissen Kanons wird berichtet, dass er eines Nachts auf seinem Pferd geflohen sei und Reichtum und Familie verlassen habe. In anderen wird geschildert, er habe seine Eltern und seiner Frau seine Entscheidung mitgeteilt, sie zu verlassen, und habe sich Bart und Haare

0:37:03kahl rasiert, um sich auf den Weg in die Askese der Selbstbesinnung zu begeben. Die Tradition will den Beginn seines Weges zur Erleuchtung im Alter von 29 Jahren unter einem Baum wissen. Nach einigen Jahren der Landstreicherei habe er sich bei seinem Meister Kalama und Ramaputta aufgehalten.

0:37:34Alarakalama war einer der spirituellen Meister, bei denen Gautama Buddha während seiner spirituellen Suche studierte, bevor er in die Erleuchtung erlangte. Alarakalama war ein Lehrer, der eine Form der Meditation praktizierte, die auf dem Erreichen tiefer Zustände geistiger Absorption, genannt Jihana, gründet. Unter Alarakalamas Anleitung erreichte Siddhartha einen Zustand tiefer Meditation, fand aber nicht die endgültige Lösung für das menschliche Leiden und den Kreislauf des Samsara. Nachdem er einige Zeit mit Alarakalama verbracht hatte, setzte Siddhartha seine spirituelle Suche fort und suchte nach einem Weg, das menschliche Leiden vollständig zu überwinden. Die Begegnung mit Alarakalama ist eine der wichtigsten Passagen in Gautama Buddhas Biografie, da sie einen der ersten Versuche des Buddha darstellt, durch Meditation und spirituelle Suche eine Lösung für das Problem des menschlichen Leidens zu finden.

0:39:04Der Buddha entdeckte jedoch schließlich, dass der Weg zur vollständigen Befreiung nicht alleine durch meditative Praktiken gefunden werden konnte, sondern ein tieferes Verständnis der Natur, der Wirklichkeit erforderte. Udaka Ramaputta war ein Lehrer, der eine fortgeschrittene Form der Meditation praktizierte und eine Philosophie lehrte, die auf der Wahrnehmung der letztendlichen Natur der Realität gründete. Unter Ramaputtas Anleitung erreichte der Buddha Zustände tiefer Meditation und erlangte ein ebenso tiefes Verständnis der Natur, des Geistes und der Wirklichkeit. Doch trotz seiner Erfolge in der Meditation und spirituellen Praxis fand der Buddha noch immer keine vollständige Befreiung vom menschlichen Leiden. Nachdem er einige Zeit mit Udaka Ramaputta verbracht hatte, beschloss der Buddha, seine spirituelle Suche fortzusetzen und andere Wege zur Überwindung des menschlichen Leidens

0:40:30zu erkunden, um sich schließlich in einem kleinen Dorf, Urvela genannt, wo die Flüsse Narendjara und Mohana aufeinandertreffen und zum Palguwerden in Bengalen niederzulegen. Genau dort habe er sechs Jahre lang in strengster Askese, Meditation und Yoga-Praktiken gelebt und wäre mit seinen fünf Jüngern aus der brahmanischen Kaste fast daran gestorben. Zur Erinnerung, das Kastenwesen ist von den Veden als soziale Ordnungsmethode vorgesehen und umfasst ursprünglich vier Kasten. Jene der Kshatriya, zu welchen Könige und Krieger gehören, jene der Brahmanen, zu welcher das Priesterwesen als Verwalter des vedischen Brahmas, also der Spiritualität und der Magie zählen, jene der Vaishya, zu welcher Landwirte und Händler gerechnet werden und schließlich jene der Shudra, zu welcher Diener und Arbeiter zugeordnet sind. Mit dem Heranwachsen neuer Zivilisationen

0:41:55und entsprechenden sozialen Gruppen hat das Kastenwesen ebenfalls eine Evolution erlebt und eine ganze Reihe von Zwischenkasten ins Leben gerufen. Der Begriff der rituellen Reinheit führte unweigerlich zum Merkmal derjenigen, die außerhalb der Kasten leben, sprich die Unberührbaren. Als unantastbar galten alle jene, die eine Arbeit verrichteten, die als unrein betrachtet wurde. Jede Kaste verfügte über ein eigenes Dharma. Ein Dharma besteht aus einer gewissen Anzahl Regeln und Verpflichtungen, welche in Form von Gebeten, Riten und Lebenshandlungen so stattfinden müssen, damit die kosmische Ordnung nicht aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Der Zustand in eine bestimmte Kaste hineingeboren worden zu sein, ist das Resultat des eigenen Handelns im vorhergehenden Leben.

0:43:14Ausserhalb werden nur die Unberührbaren, auch Paria genannt, geboren, welche die niedrigsten aller Arbeiten verrichten, wie das Putzen der Straßen oder der Latrinen. Selbst das zufällige Berühren eines Parias zwingt zur sofortigen Anwendung von adäquaten Reinheitsritualen. Kehren wir aber zu Buddha zurück. Nach den sechs Jahren der fast totbringenden Askese begriff er die Nutzlosigkeit der extremen Askese und der Selbstauflösung und kehrte zu einer normalen Diät zurück, indem er von einer jungen Frau eine Tasse in Milch gekochten Reis akzeptierte. Die Annahme der Reisschale kostete ihn den Verlust seiner fünf Jünger, die sein Handeln als ein Zeichen der Schwäche interpretierten und somit die Bewunderung und den Folgewillen gegenüber Gautama verloren und ihn verließen. Buddha wollte die Gründe für das Elend der Welt begreifen.

0:44:33Es wurde ihm klar, dass er die Antworten darauf in der vertieften Meditation über das Alles Verbindende und Verbundene finden konnte. Um dieser Meditation nachzugehen, bedurfte es aber eines gesunden und in guter Verfassung stehenden Körpers. Mit 35 Jahren und nach sieben Wochen einer vertieften inneren Sammlung saß er in einer Vollmondnacht unter einem Feigenbaum, auch Bodibaum, sprich Baum der Erleuchtung, in der buddhistischen Tradition genannt und erfuhr die perfekte Erleuchtung. Der Bodibaum war ein alter heiliger Feigenbaum, lateinisch ficus religiosa, der sich in der Gegend des heutigen Mahabodhi-Tempels in Bodhgaya und das liegt ca. 100 km von Patna im indischen Bundesstaat Bihar.

0:45:43Die heilige Feige, von der der Bodhi-Baum ein Exemplar ist, ist den Hindus, Jains und Buddhisten heilig. Bodhi bedeutet erwachen, spirituelle Erleuchtung, eine Sichtweise, die über das Äußere hinausgeht. Erleuchtet zu sein bedeutet, in der Lage zu sein, die Wahrheit im täglichen Leben klar und intelligent zu sehen und alle Formen von Illusion und Unwissenheit zu beseitigen, die dazu neigen würden, das Verständnis zu verdunkeln. In einer einzigen Nacht der tiefen Meditation erreichte er das Nirwana, was in der buddhistischen Tradition entweder Tod oder Befreiung von der Begierde und somit von der Leidenschaft bedeutet. Im Buddhismus stellt das Erreichen des Nirwana den Sinn des Lebens dar. Der Begriff wird nicht als eine positive Auslegung verstanden, sondern als Negativum, weil er sich jenseits des

0:47:12rationellen Denkens und des Sprachgebrauchs bewegt, woraus sich ergibt, dass man nicht über das Existierende sprechen kann, sondern höchstens vom Nicht-Existierenden. Wer das Nirwana erreicht hat, erinnert sich nicht mehr an das Samsara, weil er ein unermessliches, unvorstellbares und unbeirrbares Bewusstsein erlangt hat. Die erste Woche nach der Erleuchtung verblieb er in der Meditation unter dem Feigenbaum, die darauf folgenden Wochen verbrachte er je unter einem anderen Baum. Unter dem ersten Baum wurde er von einem Brahmanen gefragt, welches wohl die Natur des Brahmanen sein möge. Buddha antwortete darauf, dass ich nur jener Brahmane nennen dürfe, welcher das Böse ausgerottet habe und in Einklang mit dem eigenen Dharma spreche. Damit unterstrich Buddha, dass das Brahmanensein nicht mit der eigenen Geburt entschieden werden könne,

0:48:42sondern nur aufgrund des eigenen Handelns. Diese Aussage bedeutet natürlich, dass Buddha mit ihr eine unumkehrbare Aussage an das Kastenwesen postulierte. Unter dem zweiten Baum erlebte er ein Gewitter, welches sieben Tage dauerte. Ein Schlangengeist, halb Mensch, halb Schlange, Naga genannt, schützte ihn vor der Kälte. Unter dem dritten Baum erlebte der Buddha das Gefühl des Überglücklichseins, weil er sich vom Joch der Wiedergeburt befreit hatte. Zwei Kaufleute boten ihm Süßigkeiten und Honig an und fanden bei Buddha und seinem Dharma Schutz. So wurden sie zu den ersten Upasaka, oder weltlichen Anhängern. In der darauffolgenden Woche kehrte der Buddha unter dem ersten Baum zurück und meditierte darüber, ob er wohl seine Doktrinen verbreiten oder, da sie so schwierig vom Verstand greifbar

0:50:05und nur von den Weisen zu verstehen sei, einzig für sich selbst behalten sollte. Da kniete Brahma höchstpersönlich vor ihm nieder und flehte ihn an, seine Doktrinen zu verbreiten, damit die Tore zur Unsterblichkeit geöffnet würden und der Welt das Dharma zugänglich gemacht werden könne. Brahma ist der Herr der Welten und somit ein Gesicht Gottes und der erste unter den Trimurti. Es ist das erste Wesen, das am Anfang jedes kosmischen Zyklus, Kalpa genannt, erschaffen wird. In der hinduistischen und buddhistischen Kosmologie ist ein Kalpa ein Sanskritbegriff für einen kosmischen Zyklus, der auch als Brahmatag bekannt ist. Eine lange Zeitspanne, die der Theorie der Evolution und Involution des Universums zugrunde liegt. Diese Theorie beruht auf einem zyklischen Muster, bei dem die Zeit nicht linear verläuft,

0:51:26sondern in kleinere Zyklen unterteilt ist, die sich innerhalb größerer Zyklen wiederholen, in denen die Prozesse der Emanation, Dauer und Wiederaufnahme des Universums mit Teilweiser oder vollständiger Zerstörung ablaufen. Das Wort Kalpa wird in den ältesten religiösen Texten des Hinduismus und des Buddhismus erwähnt. Im Hinduismus dauert ein Kalpa 4,32 Milliarden Jahre. Das heisst einen Tag des Brahma. Und misst die Dauer der Welt, Wissenschaftler schätzen das Alter der Erde auf 4,54 Milliarden Jahre. Der Kalpa ist wiederum in weitere Epochen unterteilt, die aufeinander folgen und sich zyklisch wiederholen. Zwei Kalpas bilden einen Brahma-Tag und eine Brahma-Nacht. Ein Brahma-Monat würde 30 solcher Tage und Nächte umfassen, also 259,2 Milliarden Jahre.

0:52:59Nach den Grundtexten des Hinduismus bilden 12 Brahma-Monate aus 360 Brahma-Tagen und Nächten ein Brahma-Jahr oder göttliches Jahr. Und 100 Brahma-Jahre einen Lebenszyklus des Universums oder Brahma-Lebens genannt Mahakalpa sprich Großer Kalpa. Heute wären 50 Brahma-Jahre vergangen und wir befinden uns im sogenannten Shvetavarha Kalpa des 51. Jahres.

0:53:46Am Ende eines jeden Brahma-Tages steht eine Brahma-Nacht von gleicher Dauer wie der Tag, in der eine teilweise Zerstörung der Welt, Pralaya genannt, durch Feuer, Wasser oder Wind stattfindet. Nach jedem Mahakalpa das sind 100 Brahma-Jahre stirbt Brahma und es findet eine totale Zerstörung des Universums sprich Mahapralaya statt, die so lange dauert wie Brahmas Leben gedauert hat nämlich 100 Brahma-Jahre. Nach diesem Zeitraum wird Brahma wiedergeboren und der Zyklus wiederholt sich erneut. Brahma wird auch der große Baumeister aller Welten genannt. Er ist mit Sarasvati verheiratet jedoch ist das Universum nur eine Geburt des Geistes und der Ausstrahlung von Brahma, Mahanaspatras genannt. Sarasvati ist eine Gottheit die im Hinduismus und in der indischen Mythologie verehrt wird.

0:55:12Sie ist die Göttin des Wissens der Kunst, der Musik der Weisheit und der Redekunst. Sarasvati wird oft als eine Frau von großer Schönheit dargestellt die auf einem Lotus sitzt und vier Arme hat. Die Symbole wie die Vina nämlich das Seiteninstrument ein Buch einen Rosenkranz und eine Wasservase halten. Die Göttin Sarasvati wird mit spirituellem Wachstum Lernen und Kreativität in Verbindung gebracht.

0:55:50Sarasvati wird von Studenten, Künstlern Musikern und allen die nach Wissen und Weisheit suchen angerufen. Sie gilt auch als Schutzpatronin von Schulen, Universitäten und Lehrern. Sie wird in zahlreichen heiligen indischen Texten erwähnt unter anderem in den Veden, den Buranas und den Itihasa wie dem Mahabharata zum Beispiel. Im Altertum galt Sarasvati auch als Flussgöttin und der Fluss Sarasvati der einst im heutigen Nordindien floss wurde als heilig angesehen und verehrt. Brahma als großer Baumeister aller Welten stellt die höchste Form des Neubeginns und Erlebtes dar und wohnt im Herzen der Menschen und in der vedischen Tradition wird die Intelligenz des Menschen in seinem Herzen angesiedelt, weil das Herz der Wohnort der kosmischen Intelligenz ist. Buddha entscheidet aufgrund der Bitte des

0:57:13Brahmas seine Doktrin unter allen Menschen unabhängig von der Herkunft und ihrer Kastenangehörigkeit zu finden. Mit diesem Prinzip stellt die buddhistische Doktrin einen klaren Bruch zum Kastenwesen dar, indem sie alle zum Heil zulässt. So beginnt der Buddha seinen Weg zu beschreiten. Dabei trifft er auf den Asketen Upaka, ein Jünger der Ajivaka Schule. Die Ajivaka Schule stützt sich auf eine deterministische Weltanschauung, also eine Weltanschauung, in welche die Idee eines Ursachenprinzips nicht akzeptiert und jede Möglichkeit der Veränderung des Schicksals verneint wird. Upaka fragt den Buddha, wessen Schüler er sei und letzterer antwortet ihm, keine Lehrmeister mehr zu haben, weil er die perfekte Erleuchtung erreicht habe. Er habe, so weiter Buddha, die Illusion bezwungen und somit über das Böse

0:58:35gesiegt. Upaka antwortet ihm, das mag sein, und geht weiter auf seinen Weg.

0:58:46Buddha begegnet schließlich in der Ortschaft Sarnath seine ersten fünf Jünger, die ihn nach der Beendigung seiner Askese verlassen hatten. Nachdem sie ihn strahlend in seiner Erleuchtung sehen, bitten sie darum, er möge ihnen seine Entdeckungen preisgeben und lehren. Mit den darauf von Buddha gesprochenen Worten setzt er das Rad des Dharma in Bewegung. Das Dharma könnte man als die Doktrin oder die Ansammlung der Regeln und Pflichten definieren. Buddha beginnt damit die zwei extremen Wege, sowohl der Weg der Befriedigung der eigenen Begierden, als auch der Weg der Askese, in gleichem Maße vulgär und schädlich zu verurteilen. Siddhartha Gautama stellt den Weg der Mitte und somit der Mäßigkeit dar. Nur über die Mäßigkeit besteht Hoffnung, eine klare Sicht auf das Wissen zu haben.

1:00:01Der Weg zur Mäßigkeit wird über die Beschreitung des achtfachen Pfads eröffnet. Dieser wird die Grundlage um den Weg zur Erkenntnis der zum Nirwana führt zu beschreiten. Der achtfache Pfad setzt sich wie folgt zusammen. Der achtfache Pfad setzt sich wie folgt zusammen. 1. Aufrechte Einsicht 2. Aufrechte Absicht 3. Aufrechte Worte 4. Aufrechte Taten 5.

1:00:52Aufrechter Selbstunterhalt 6. Aufrechte Mühe 7. Aufrechte geistige Anwesenheit 8. Aufrechte Konzentration Buddha sagt aus, dass der achtfache Pfad, der an das andere Ufer des Samsara führt, seinen Ursprung in den vier edlen Wahrheiten begründet. Die erste edle Wahrheit sagt aus, dass die Verbundenheit mit dem, was man nicht liebt, bedeutet Schmerz. Die Trennung von dem, was man liebt, bedeutet Schmerz. Wenn man das Erzielte nicht erreicht, bedeutet dies Schmerz. Die zweite edle Wahrheit sagt aus, dass die Vergänglichkeit und die Anhänglichkeit an die Existenz bedeutet Schmerz. Die dritte edle Wahrheit sagt aus, dass die Befreiung von der Sklaverei des Schmerzes ist möglich.

1:02:26Die vierte edle Wahrheit zeigt den Weg zur Befreiung auf, der in der Beschreitung des achtfachen Pfades liegt.

1:02:39Das Wesen der Buddha-Predigt stellt also, wie wir schon mehrfach feststellen konnten, einen signifikanten Bruch mit dem Brahmanismus dar. Letzterer wird in der Folgezeit zum Hinduismus. Diese buddhistische Doktrin stellt auch eine Zerrüttung mit dem damals orthodoxen und herrschenden religiösen Empfinden der Inder dar. Fast in gleichem Zuge mit dem Jainismus-Propheten Mahariva sprechen beide den Brahminen das Privileg ab, die einzige Instanz über Religion und Wahrheit zu sein, und eröffnen den Zugang zu ihnen allen Menschen, die das Dharma praktizieren. Mahariva und Buddha ziehen somit einen Schlussstrich unter den Klerus des Brahmanismus und späteren Hinduismus und legen einen grundsätzlichen, weltanschaulichen Keil zwischen die indische Gesellschaft ihrer Zeit und die nachfolgenden Generationen. Als Wanderpriester gründet der Buddha viele Klöster, in welchen unabhängig

1:04:08von ihrer Kastenzugehörigkeit viele Mönche aufgenommen werden. Und in dieser Zeit postulierte Buddha auch sein erstes Sutra, was einem Sinnesspruch gleicht, in welchem mehrere philosophische Grundgedanken synthetisiert sind, nämlich über das Feuer. Er sagt, Zitat Mönche, alles ist Feuer. Zitat Ende. Und weist unter anderem darauf hin, dass es das Feuer des Schmerzes gibt, das seinen Ursprung in den drei Giften findet. Die drei Gifte sind Gier, Hass und Illusion. Nur mit der Befreiung von diesen Giften würden seine Jünger erlöst werden und hätten somit den Tod besiegt.

1:05:08Laut der Tradition starb der Buddha von Jüngern umgeben 486 vor unserer Zeitrechnung und wurde mit großen Zeremonien die sieben Tage dauerten kremiert. Nach dem Tod von Gautama Buddha verbreitete sich der Buddhismus allmählich auf dem indischen Subkontinent und darüber hinaus durch Missionare, Händler, Mönche und Herrscher. Die Verbreitung des Buddhismus war ein Prozess der sich über mehrere Jahrhunderte und über verschiedene Wege vollzog. Seine Bhikkhu sprich Schüler zerstreuten sich in verschiedene Richtungen um seine Lehren zu verbreiten. Sie reisten in andere Regionen Indiens und darüber hinaus nahmen den Dharma also seine Lehren mit und gründeten Mönchgemeinschaften. Der Buddhismus verbreitete sich entlang der Handelsrouten Asiens insbesondere der Seitenstraße, die Indien mit Zentralasien, dem Nahen Osten und sogar China verband. Buddhistische Händler

1:06:32und Mönche reisten entlang dieser Routen und verbreiteten den Buddhismus in den Regionen die sie durchquerten. Viele indische Herrscher wie Kaiser Ashoka aus der Maurya-Dynastie wurden zu Schirmherren des Buddhismus und förderten aktiv die Verbreitung des buddhistischen Glaubens. Insbesondere Ashoka spielte eine wichtige Rolle bei der Förderung des Buddhismus durch Erlasse, Missionen und den Bau von Stupas und Klöster.

1:07:15Ashoka Maurya der Große, auch Ashoka geschrieben mit SH, war Herrscher des Maurya-Reiches. Das Maurya-Reich 325 bis 185 v. Chr. wurde von der gleichnamigen Dynastie regiert, welche aus der Region Bengalen stammte. Es war das größte und mächtigste politische und militärische Reich im alten Indien. Im Jahr 250 v. Chr. umfasste es eine Fläche von 5 Millionen Quadratkilometer und war im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung das größte Staatsgebiet jener Epoche. Nach dem Tod Ashokas und der Abstwaltung des westlichen Teils blieb diesem Reich weiterhin dominant und kontrollierte die Region um den Fluss Ganges. In jener Zeit beherrschte das vereinigte Maurya-Reich zwischen 33,3 und 40 Prozent der Weltbevölkerung, also zwischen 50 bis 60 Millionen Menschen.

1:08:39Nachdem der Großvater von Ashoka Chandragupta Maurya den letzten Herrscher Nanda das Königreich Magadha abgenommen hatte, bestieg er den Thron nach einer Reihe von Machtkämpfen innerhalb seiner Familie. Seine Regierungszeit war zunächst durch eine expansionistische Politik und die Eroberung mehrerer Regionen Indiens gekennzeichnet, einschließlich und insbesondere des blutigen Kalinga-Krieges. Nach mehreren militärischen Eroberungen herrschte er über ein Gebiet, das einen großen Teil des indischen Subkontinents des heutigen Iran, einen Teil Persiens, dem heutigen Iran, Bengalen, heute zwischen Indien und Bangladesch aufgeteilt und dem heutigen indischen Staat Assam umfasste. Der Kalinga-Krieg, welcher sich in der Region des heute sich im mittelöstlichen Teil Indiens befindenden Staat Orissa stattfand und damals vielleicht das stärkste unabhängige Reich Indiens war, stellt einer der blutigsten und brutalsten Kriege

1:10:04jener Zeit dar. Über 100.000 Zivilisten und 10.000 Soldaten Ashokas kamen dabei um. Der Kaiser hatte das ungeheure Blutvergießen mit eigenen Augen gesehen und verstand sich selbst als Verursacher dieser Zerstörung. Dieses einschneidende Erlebnis veranlasste ihn, den Rest seines Lebens der Ahimsa, sprich der Gewaltlosigkeit und Dharma Vijaya, sprich Sieg durch Dharma zu widmen. Nach der Eroberung von Kalinga endete die militärische Expansion des Maurya-Reiches und es begann eine 40-jährige Periode des relativen Friedens, der Harmonie und des Wohlstands. Es ist bekannt, dass er zum Buddhismus konvertierte und dessen Annahme und Verbreitung unterstützte. Seine Geschichte ist uns durch die Chroniken Ashoka Vardhana, sprich den Geschichten von Ashoka und Divya Vardhana, sprich die göttlichen Taten aus dem 2. Jahrhundert sowie durch Chroniken aus Sri Lanka

1:11:28überliefert. Alle Quellen sind jedoch buddhistischen Ursprungs und werden daher von einigen Hysteriografen mit Misstrauen betrachtet. Einige haben sogar die These aufgestellt, dass Ashoka nie konvertiert ist und den Buddhismus deshalb unterstützte, weil er die tiefgreifenden religiösen Unterschiede, die sein Reich zerrissen, unter ihm zusammenführen konnte. Diese Theorie steht jedoch im Widerspruch zu dem zutiefst frommen aller berühmten Edikte Ashokas, den epigraphischen Dokumenten, mit denen der Herrscher die ihm unterworfenen Völker sowohl gesetzgeberisch als auch moralisch zurechtweisen wollte.

1:12:24Die Botschaften von religiöser Toleranz, Mitgefühl für die Lebewesen, sozialer Gerechtigkeit und Respekt für alle Lebensformen sind der Inhalt dieser Edikte. Welche über den gesamten indischen Subkontinent verstreut sind. Sie stellen eine der frühesten Formen der Massenkommunikation in der Geschichte dar und zeugen von Ashokas Engagement für den Frieden und das Wohlergehen seiner Untertanen. Neben der Förderung des Buddhismus unternahm Ashoka auch eine Reihe sozialer und wirtschaftlicher Initiativen, um das Leben der Menschen in seinem Reich zu verbessern. Darunter der Bau von Krankenhäusern, Brunnen und Tierheimen. Ashokas Vermächtnis als aufgeklärter Herrscher und Förderer des Friedens und des Mitgefühls hat die indische Geschichte und die buddhistische Kultur unauslöschlich geprägt. Er gilt als einer der einflussreichsten Herrscher in der Geschichte des alten Indiens.

1:13:41Berühmt sind auch seine Säulen. 12 bis 15 Meter hohe Steinsäulen mit oder ohne Inschriften und Verzierungen. Er ließ sie in ganz Indien errichten. Von den Bauten die vor Ashokas Regierungszeit entstanden ist heute nichts mehr vorhanden. Daher nimmt man an, dass sie weitgehend mit dem Baumaterial Holz nach dem Vorbild persischer Prachtbauten errichtet wurden. Ashokas Architekten dürften in Indien die ersten gewesen sein, die, wenn man von den Steinbauten der Harappa-Kultur einmal absieht, Paläste aus Ziegel und Stein errichtet hatten. In dieser Zeit ging auch der persische Einfluss auf die Kultur Indiens als dominantes Stilmerkmal zu Ende.

1:14:39Letztere wird im Löwenkapitel von Sarnath auf einem der zahlreichen Pfeiler die Ashoka zu Ehren der buddhistischen Lehrer errichten ließ, noch einmal klar ersichtlich. Die vier Löwen, die Rücken an Rücken für das Reich und für den Buddhismus könnte man interpretieren Wache stehen, sind deutlich noch im persischen Stil gehalten. Jedoch die weitere Konzeption dieser Skulptur offenbart klar die Merkmale der eigenständigen indischen Kunst. Unter den steinernen Löwen verläuft ein Fries, welches unter anderem zwei wesentliche Hinweise für diese Feststellung gibt. Der Betrachter sieht das Lieblingstier der Inder, den Elefanten, und zwei Hauptsymbole des Buddhismus, nämlich das Rad des Lebens und die Lotusblüte.

1:15:50Ebenso wurde zur Zeit Ashokas der Stupa-Bau nebengerufen. Er war ursprünglich ein aus Erde, Ziegel und oder Stein errichteter halbkugelförmiger Grabhügel, der für indische Könige errichtet wurde. Im Buddhismus übernahm man diese Idee und schrieb vor, dass nur einem Buddha, also einem vollendeten, einem heiligen Arat genannt und einem Kaiser bzw. König diese Begräbnisstätte zustand. Der Stupa vereinte mehrere Verwendungszwecke in sich. Er war sowohl Reliquienschrein, welcher in der religiösen Legende Buddhas Asche, welche an acht indische Könige, die den neuen Glauben förderten, verteilt worden war, beherbergten. König Ashoka konnte diese sterblichen Überreste des Buddhas alle in seinen Besitz bringen, ließ 84.000 Stupas bauen, in denen eben 84.000 Aschenreste des Religionsgründers verwahrt werden. Die Stupas wurden, wie bereits angedeutet, auch zu den Begräbnisstätten

1:17:23oder zu Gedenkstätten des Buddha Siddhartha Gautama, wie in jene seines Geburtortes Lumbini, des Ortes der Erleuchtung Bodhgaya, des Ortes seiner ersten Predigt Sarnath oder seinem Todesort Kushinagar. Später kamen noch vier weitere Pilgerorte dazu. Schließlich erfüllten die Stupas auch eine Votivgabe, sprich als Bitte um oder Dank für Hilfe in einer Notlage einem oder einer Heiligen dargebrachten Stupa. Aus einer buddhistischen Niederschrift geht hervor, dass jemand, der einen Stupa bauen lässt, in jedem Fall mehr Chancen für die nächste Wiedergeburt erlangt. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Architekt genaue Proportionsvorgaben einhält und der Bauherr von einer selbstlosen Motivation ausgeht. Selbst das Umschreiten eines Stupas hat einen positiven Einfluss auf die nächste Wiedergeburt. In der Regel kann man bereits in der Architektur

1:18:48der Stupas in der Regierungszeit Ashokas vier Grundelemente erkennen. Die Basis als quadratische Plattform, Symbol für den Shangar, sprich der Basis der Gemeinschaft der Gläubigen. Später war der Grundriss kreisförmig als Symbol für den Kreislauf, der Wiedergeburten oder wie eine Lotusblüte oder wie ein Mandala. Das halbkugelige Kuppelgewölbe ist Symbol für das Dharma, sprich Gesetz, Recht, Ethik, Moral und somit das große universelle Gesetz. Eine Reliquienkammer wird beschrieben, Symbol für den Buddha oder dem Erwachen zu rechter Einsicht und schließlich die Spitze in Form einer Krone oder eines sonstigen Juwels, Symbol für das Nirvana, sprich der Beendigung des Kreislaufs der Wiedergeburten. Manchmal wird die Spitze auch durch einen stilisierten Schirm ersetzt. Der gesamte Bau eines Stupas wiederum kann ausgerichtet sein als

1:20:05Symbol für einen sitzenden gekrönten Buddha, für den gesamten Kosmos und für den im Zentrum der Weltliegen des Berg Meru. In Amaravati, heute im Bundesstaat Andhra Pradesh liegend, wurde eine Stupa errichtet, bei dem man 5000 Quadratmeter Fläche mit wunderbaren Reliefs ausgestattet und Eingangstore errichtet hatte, die möglicherweise sogar Vorbild für japanische Bauten ähnlicher Art hätten sein können. Die Stupas sind aber nicht die einzigen Sakralbauten des Buddhismus in Indien. Rund 1200 Höhlen indienweit geben heute noch ein Zeugnis ab, dass die buddhistischen Mönche in der Anfangszeit dieser Religion Städten der Abgeschiedenheit, des Friedens und der Sicherheit in den Bergen und Hügeln suchten. Zur Grundausstattung dieser Klöster, wie Haras genannt, gehörte eine Versammlungshalle mit Säulengängen. Welche das Hauptschiff von dem Seitenschiff trennte.

1:21:24Zentrum für religiöse Handlungen war ein oder mehrere Altäre in diesen Räumen, in denen Reliquien der Heiligen aufbewahrt wurden.

1:21:38Selbstverständlich durften die Zellen der Mönche nicht fehlen. Das bemerkenswerteste Heiligtum des Buddhismus neben Karle im Bundesstaat Maharashtra liegend, sind die Höhlen von Ajanta im Bundesstaat Maharashtra. Die Gesamtheit der Kunstwerke wie die mit Gemälden geschmückten Decken und Wände der Versammlungshallen, die zahlreichen Plastiken, die mit Blumenleisten und eindrucksvollen Kapitellen verzierten Pfeiler oder die sorgfältig herausgearbeiteten Flachreliefs auf den Fassaden vermitteln den Eindruck, dass es sich hier um eines der größten Gesamtkunstwerke der Geschichte handelt. Nach Ashokas Regentschaft verlor der Buddhismus für lange Zeit mehr und mehr an Einfluss in der Gesellschaft. Und daher wurden im Lauf der Geschichte auch nur mehr und weniger Stupas, die lediglich lokale Bedeutung erlangten, gebaut. Aber in allen Regionen, in denen der Buddhismus Fuss fassen konnte,

1:22:57entwickelten sich buddhistische Bauten, die den indischen Stupas in der Bauweise sehr nahe kamen. Auch wurden sie mit Namen in jener Sprache bezeichnet, die in dem jeweiligen Land gebräuchlich war. Die Dagobah in Sri Lanka, die Khörten in Tibet, die Paya in Myanmar, die Khedi in Thailand, der Tat in Laos, die Pagode in China, Japan und Korea. Das war die Geschichte Indiens Teil 3. Präsentiert von der Bar Rouge und der Akademie der Vernunft. Bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal.

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