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Transkript · Geschichte Indiens · Teil 7

Sultanate und Moghulate — Transkript

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0:00:00Die Akademie der Vernunft und Barouge präsentieren die Geschichte Indiens Teil 7. Sultanate und Mogulate, die kulturelle und spirituelle Durchmischung. Wir wünschen viel Vergnügen bei der Geschichte Indiens Teil 7.

0:00:21Wie wir anlässlich unserer Begegnung mit dem Titel Geschichte Indiens von Alexander dem Großen bis zum Gupta-Reich feststellen konnten, zerfiel das Gupta-Reich nach dem Tod seines letzten und vielleicht aufgeklärtesten Herrschers, Harsabardana, allgemein bekannt als Harsa, im Jahr 647.

0:00:52Dieser Zeitraum wird von vielen modernen Gelehrten als das dunkle Zeitalter Indiens bezeichnet. In der Tat versank Indien. Indien, zwei Jahrhunderte lang in Armut, wurde von Hungersnöten, Chaos und Unwissenheit geplagt. Eine der Hauptursachen für den Niedergang des Gupta-Reiches war, sehr wahrscheinlich, die Invasion der Weißen Hunnen, die auch als Heftaliten bekannt sind. Diese Invasoren aus Zentralasien fügten dem Reich schweren Schaden zu. Verwüsteten Territorien und schwächten Wirtschaft und Verwaltung. Die Einfälle begannen im 5. Jahrhundert und gipfelten in der Niederlage des Gupta-Kaisers Skanda Gupta, dem es gelang, die Hunnen vorübergehend zurückzudrängen, allerdings zu einem sehr hohen Preis. Neben den Hunnen sahen sich die Guptas auch dem militärischen Druck anderer Indiener, hundischer Königreiche, wie der der Vakatakwa und der der Pushyabuti, ausgesetzt.

0:02:27Die ständigen Kriege und Überfälle der Hunnen führten zu einer Erschöpfung der wirtschaftlichen Ressourcen. Hohe Militärausgaben und der Verlust wichtiger Handelszentren trugen zum wirtschaftlichen Niedergang bei.

0:02:49Politische Stabilität war eine große Herausforderung. Politische Stabilität und Sicherheit waren und sind für den Handel von entscheidender Bedeutung. Mit zunehmenden Überfällen und interner Instabilität wurden die Handelswege unsicher, was die Handelsgewinne bedeutend schmälerte. Nach dem Fall oder Zerfall des Gupta-Reiches zersplitterte sich Nordindien in zahlreiche unabhängige, königreiche und Staaten. Diese Fragmentierung führte zu häufigen Konflikten zwischen den verschiedenen Regionalstaaten. Die von den Invasionen verwüsteten Regionen litten unter wirtschaftlicher Verarmung, wie wir schon angedeutet haben. Der Verlust der Infrastruktur und der Rückgang des Handels wirkten sich nachhaltig negativ aus. Die Invasionen und Konflikte führten zu Völkermord. Die Veränderungen, welche demografische Veränderungen und die Zerstreuung von Gemeinschaften zur Folge hatten. Das indische dunkle Zeitalter hatte nicht die Kraft, den neuen Großmächten, die sich allmählich entwickelten, militärisch zu widerstehen.

0:04:23Die größte von ihnen war wahrscheinlich die neue Realität, welche die islamische Welt darstellte. Die islamische Explosion war eine große Herausforderung. Die Expansion nach Indien im siebten und achten Jahrhundert wurde durch eine Kombination von politischen, wirtschaftlichen, militärischen und religiösen Faktoren beeinflusst. Unter dem Banner der religiös-pflichtgemässen Verbreitung des Glaubens begannen die Muslime eine expansive Politik gegenüber dem Osten.

0:05:04Die islamistischen Reiche, insbesondere die islamistischen Reiche, begannen eine expansive Politik gegenüber dem Osten. Das Jivira und das Rajlun-Kalafat und später das Humay��-Kalafat befanden sich in einer Phase der schnellen Expansion. Die Eroberung neuer Gebiete diente der Steigerung der Prestige und der Macht des Kalafats. Indien war für seine enormen Reichtum bekannt. Darunter natürliche Ressourcen und Luxusgüter und Exemplare des Alif Leites unter apolog motivates. wie Gewürze, Textilien und Edelsteine. Die Eroberung Indiens ermöglichte den Zugang zu diesen Ressourcen. Im Mittelpunkt der Geopolitik der islamischen Welt stand jedoch nicht nur die Eroberung der immensen Ressourcen und Reichtümer des indischen Kontinents, sondern im bedeutenden Masse auch im Umstand, dass Indien ein Brennpunkt der Handelswege war. Die Kontrolle dieser Routen bedeutete nicht nur einen direkten Zugang

0:06:19zu den indischen Reichtümern, sondern auch eine grössere Kontrolle über den internationalen Handel.

0:06:29Die islamischen Militärtaktiken und Technologien waren im Vergleich zu denen vieler indischer Königsreiche fortschrittlich. Der Einsatz von leichter Kavallerie und anderen militärischen Innovationen verschafften den Zugang zu den Indischen Reichtümern. Die Eroberung Indiens ermöglichte den Zugang zu den islamischen Armeen einen erheblichen Vorteil. Hinzu kam die Tatsache, dass die zentralisierte und gut organisierte Verwaltung der islamischen Kalifate die Verwaltung der neu eroberten Gebiete erleichterte. Dies ermöglichte eine effektivere Steuererhebung und eine bessere Verwaltung der Ressourcen. Schon im Jahr 711. begann der Kalif von Damaskus, Umayyad, mit den ersten militärischen Kampagnen in Pelutschistan und in Sindh. Obwohl seine Präsenz immer wieder von Unsicherheit charakterisiert war, schuf er doch eine muslimische Kolonie von Sindh, von wo aus der Islam relativ friedlich auch in den indischen Reichen

0:07:45mehr und mehr Anhänger fand. Mit der Zeit konnte der Sindh-Sultanat ins Leben gerufen werden. Seine Wichtigkeit besteht darin, dass dieses zur Speerspitze wurde, mit welcher in den folgenden Jahrhunderten der ganze indische Subkontinent erobert wurde. In verschiedenen Anläufen versuchten abwechslungsweise Seltschuken, Perser und Afghanen in mehreren Anläufen, in mehreren Anläufen, in mehreren Anläufen, in mehreren Anläufen, in mehreren Anläufen, in mehreren Anläufen. Nach Indien vorzudringen. Dies gelang zum Teil zwischen 979 und 1030 in Punjab, wo somit eine solide Basis hergestellt wurde. Für rund 400 Jahre, zwischen 600 und 1000, hatte Indien sich so verhalten, dass es indirekt Eroberer zu seiner Invasion aufmunderte. Schliesslich. fand sie statt.

0:08:57997 wurde der Türke Mahmud Sultan des kleinen Königreichs Gansni im östlichen Afghanistan. Er wusste wohl darum, dass sein Sultanat jung und arm war und er sah jenseits der Grenze das antike und reiche Indien. Unter dem Vorwand, das Heidentum der Hindus zu vernichten, überquerte er die Grenzen an der Spitze eines sehr frommen, vom Beutewunsch angetriebenen Heeres. Er traf auf die völlig unvorbereiteten Hindus, stellte einen Massaker an und plünderte die Städte vollends aus. Seine Armee vernichtete die Tempel und entwendete alles, was nicht nid- und nagelfest war. Zurück in Gaziantep. Gansni erstaunte er die Botschafter, indem er mit unglaublichem Schmuck Rohperlen, Rubine, die wie gefrorener Wein glänzten, Smaragde so grün wie Mirtenzweige und Diamanten, die an Größe und Gewicht Granatäpfeln glichen.

0:10:19Jeden Winter fiel er nun in Indien ein, um die Staatskassen von Gansni zu füllen. In Mathura entwendete er... aus dem Tempel meterhohe Statuen aus purem Gold, die mit Edelsteinen bespickt waren. Er drückte seine ganze Bewunderung für die architektonische Leistung des Tempelbaus aus, schätzte die Bauzeit auf 200 Jahre und die Baukosten auf 100 Millionen Dinar. So dann ordnete er an, der Tempel möge mit Pech übergossen werden, und bis auf die Grundmauern niedergebrannt werden. Mahmud wurde mit großer Wahrscheinlichkeit der reichste König aller Zeiten. Bei seinen jährlichen Angriffen auf Indien hinterließ er eine breite Spur von Tod und Verwüstung. Nicht immer brachte er alle Menschen um. Von Zeit zu Zeit nahm er ganze Bevölkerungen gefangen und verkaufte sie...

0:11:39als Sklaven. Dies führte zu einem derart großen Angebot, sodass ein Sklave nur mehr wenige Münzen einbrachte. Mahmud herrschte rund 30 Jahre und die muslimischen Historiker betrachteten ihn als den größten Monarchen seiner Zeit und als einer der größten aller Zeiten. Sein Erfolg führte zur Heiligsprechung im kollektiven Immobilien, als sie sich zum Wesentlichen im Wild begannen, die Geschichte von Geheimnissen zu unterbrechen.

0:12:24Ihre Geschichte ist die Erinnerung für den Giebel des endgüterten Gebietes. Nach der Abweichung der Dämonen spiegelt man den Menschen nicht mehr um die Erinnerung, Im Jahr 1175 begann der afghanische Sultan aus Gazna, Mohammed aus Gor, mit Angriffen auf das vom Rajah Khamana regierte Gebiet zwischen Dali und Amir. Aus seinen anfänglichen Niederlagen zog er jene Lehren, die es ihm endlich ermöglichten, 1192 in der zweiten Schlacht von Tarayin mit seinen 120.000 Mann ungefähr 300.000 Inder zu besieben. König Chahau-Mana wurde noch auf dem Schlachtfeld hingerichtet. Somit nahm Muhammad aus Gor Delhi ein und wurde der erste Moslem, der Indien einnahm, obwohl er sich nie nach Delhi begeben hat. Diese Schlacht ist insofern von großer Bedeutung, weil damit das Sultanat von Delhi begründet

0:13:40und von 1206 bis 1555 ununterbrochen existieren wird. Viele Dynastien, die entweder aus Türkei, Türken oder Pashtuns bestanden, werden sich ablösen. An seiner Stelle nominiert Muhammad aus Gor den General Kutab-Dudin-Aibak zum Stadthalter in Indien. Als Muhammad ohne Nachkommen im Jahr 1206 umgebracht wurde, rieß Kutab-Dudin-Aibak die Macht an sich und ernannte sich selbst zum Sultan von Delhi. Der Begriff Sultan. stammt vom arabischen Begriff Sulta, was so viel wie Macht, Kraft oder Autorität bedeutet, ab. Der Begriff Sultan wurde nur von den nicht arabischen Machtinhabern benutzt. Die Araber benutzten hierfür den Begriff Malik, was König bedeutet, oder Amir, was Kommandant bedeutet. In unserer Sprache hat der Begriff im Wort Admirat. In unserer Sprache hat der Begriff im Wort Admirat.

0:14:58Und dieser Begriff wurde später zu Emir mutiert. Aber kehren wir zu General Kutab-Dudin-Aibak zurück. Er ist von grundlegender Wichtigkeit für uns. Denn er war es, der die Mameluken-Dynastie begründete. Die Mameluken aus der Veränderung des arabischen Begriffs Mamluk, was Sklave bedeutet, waren alle Sklaven welche Dienste der abbasiden Kalifen standen, also den Kalifen, die aus der Blutlinie des Onkel des Propheten Abbas entsprangen. Wie alle Mameluken war der türkisch-stämmige Kutab-Dudin-Aibak ein befreiter Sklave, der eine steile militärische Karriere beging. Er verschob die Hauptstadt von Dagestan. Lahore nach Delhi und begann mit dem Bau des ihm gleichnamigen Qutub-Komplexes. Der Bau erfolgte mit der Vernichtung der vorhergehenden Tempelanlage, die aus Hindu- und Jainismus-Tempeln bestand, um mit deren Materialien die neuen Bauwerke zu konstruieren. Es wird zwei Jahrhunderte dauern,

0:16:34bis der Bau in seiner heutigen Form vollendet wird. Seine bedeutendsten Bauwerke sind das Qutub-Minar, ein 72 Meter hohes Minarett, das aus Backsteinen gebaut ist und heute unter dem Weltkulturgüterschutz der UNESCO steht. Weitere Bauwerke in Delhi sind die Kuwad-ul-Islam-Moschee, das Allah Darwisa-Tor oder die Ashoka-Säule. Mit seinem Schwiegersohn und Thronfolger Samsuddin Itutmisch, auch Altamasch genannt, weitete sich das Sultanat mehr und mehr aus, bis es 1290 ganz Bengalen, das heutige Bangladesch, und die Gegend südlich des Dekans umfasste. Altamesch, verfügte über ausgezeichnete diplomatische Fähigkeiten und dank letzteren konnte er verhindern, dass die Mongolen-Invasion von Genghis Khan nach Indien auswich. Er anerkannte den Hindus den Dhimmi-Status zu. Ein Dhimmi oder Zimmi, nach türkischer Auslegung, ist ein nicht-muslimischer Bürger. Ein Dhimmi oder Zimmi, nach türkischer Auslegung, ist ein nicht-muslimischer Bürger.

0:18:09In seinem ursprünglichen Form wurden nur die Völker des Heiligen Buches, sprich Juden und Christen, als Dhimmi anerkannt. Dem Dhimmi wird seitens der Regierung ein spezieller Status zuerkannt, in welchem die Scharia nur zum Teil Anwendung findet. Der Dhimmi durfte keine Waffen tragen und gegen einen Moslem kein Zeugnis abgeben. Gegen Bezahlung eines bestimmten Tributes durfte er seine eigene Religion leben und er war in seinen Rechten wesentlich mehr garantiert als ein Nicht-Gimi. Nach dem Tod von Altamasch folgte ihm seine Tochter Ratsia auf den Thron als einzige Frau, die bis zum Zweiten Weltkrieg vier Jahre über Indien regierte. Sie wurde schliesslich 1240 von der Palastwache umgebracht und diese übernahm an ihrer Stelle die Regierung. Aus ihren Reihen stieg Giyasuddin Balban sehr bald zum Herrscher

0:19:37Empor. Aus dem Alltag der Giyasuddin Balban wurde er in den Krieg geflüchtet. Er wurde in den Asiatisch-Türkischen Stamm der Ilbari als Kind versklavt und verkauft. Schliesslich erwarb ihn Altamasch und bildete ihn zum General aus. Balban behauptete sich gegen die anderen 40 Kontrahenten der Palastwache und wehrte die Mongolenangriffe erfolgreich ab. Zu seinen Gewohnheiten gehörten auch jene, zum Beispiel, Rebellen und Verbrecher von Elefanten zermalmen zu lassen oder ihnen bei lebendigem Leibe die Haut abzuziehen, sie mit Stroh auszustropfen und an den Stadttoren zur Schau zu stellen. Mit ihm und seinem nachfolgenden Enkel wird die Mameluken-Dynastie verschwinden. Der General Yalal-Dudin Feroz-Gahalish erlangte die Macht mit einem Staatsstreich und begründete die gleichnamige Dynastie. Sein Enkel Aladin Khalish brachte ihn um und erwarb die Macht 1296. Er begann mit einer Serie von Wirtschaftsreformen

0:21:08in Rahmen derer vor allem durch die Besteuerung der Landgüter wesentliche Einnahmen in die Staatskasse des Zentralstaates flog. Neben der Strafung von Zivilgesellschaften und der Rettungsdiskussion Mit seiner rigiden Kontrolle der Gehälter und der Preise hob er die Lebensqualität des Volkes wesentlich an. Nachdem er erfolgreich die Mongolen-Invasion von 1303 abwehrte, widmete er sich der südlichen Expansion seines Sultanates und eroberte das Kakatia-Reich, das heutige Andhra-Paradesch zuerst, und das tamilische Pandya-Reich, praktisch den ganzen Südteil und die Hälfte von Ceylon danach. Nach seinem Tod dreifach. 1316 zerfiel die Kahalaidzid-Dynastie sehr schnell und wurde von der Tughlaq-Dynastie ersetzt. Diese herrschte über das Sultanat bis 1398, als die Mongolen-Horten von Tamerlan einfielen, die die plünderten und in mehreren Vasallenstaaten aufteilte. Percy Shelley schreibt in seinem Werk,

0:22:35Titel Die Maske der Anarchie, folgende Maxime, ich zitiere, Es ist in der Natur der Regierungen zu degenerieren, weil die Macht alle Hände vergiftet, die sie berühren. Zitat Ende. Exzesse der Sultane aus Delhi führten dazu, dass selbst die Muslime ihnen jeglichen Rückhalt nahmen. So, dass die aus dem Norden kommenden Mongolen-Horten, die Sultanate mit der gleichen Leichtigkeit einnahmen, wie die Moslems vorher die Hindus überwältigt hatten. Der eben erwähnte Tamerlan, um es genau zu nehmen, hieß er Timur-Ilan, war ein Türke, der den Islam als wunderbare Waffe betrachtete. Er brüstete sich damit, von Genghis Khan abzustanden, um sich die Hilfe der mongolischen Horten zu sichern. Nach der Einnahme des Throns von Samarkand und den Wunschhebens, sich mehr Reichtümer anzueignen,

0:23:52kam ihm eines Tages die wunderbare Idee, dass Indien immer noch hauptsächlich von Ungläubigen besiedelt war. Seinen Generalen, denen der Mut der muslimischen Heerführer wohl bekannt war, zögerten mit dem Argument, dass die Ungläubigen, die man von den Muslimen bezeichnet hatte, von Samarkand aus erreichen konnte, schon unter muslimischer Herrschaft standen. Tamerlan holte sich Hilfe beim Koran mit dem Vers, ich zitiere, O Prophet, bekriege die Ungläubigen und die Abtrünnigen mit Stränge. Zitat Ende. Überquerte 1398 den Hindusfluss, tötete oder versklavte jeden, den er auf seinem Weg vorfand, und besiegte ihn. Er besiegte den Sultan Mahmud Tugalak. Er besetzte Delhi und ließ kaltblütig hunderttausend Gefangene abschlachten, plünderte die Stadt völlig aus, kehrte reich beladen an Schätzen, Frauen und Sklaven nach Samarkand zurück

0:25:07und hinterließ die Anarchie, den Hunger und die Pestilenzen. Erst 1451 konnte, unter der Lothit-Dynastie, das Sultanat von Delhi erneut zu altem Glanz finden. Walhul Khan Lodi war ein Mitglied einer Pashut-Familie und verwaltete den Punjab als Gouverneur. Durch eine Reihe von Zufällen konnte er sich mehr und mehr behaupten. Sein Enkel Ibrahim Khan Lodi wird der letzte Sultan, als er am 20. April 1526 bei der Schlacht von Panjab von Babur geschlagen und auf dem Schlachtfeld hingerichtet wird. Die Hinrichtung von Ibrahim Lodi ist auch das Ende des Sultanats von Delhi.

0:26:21Babur war ein unter allen Aspekten mutiger Mann und faszinierend, wie Alexander der Große. Die Mongolen oder eben Mogul waren in Wirklichkeit Türken, obwohl sie die Hindus Mongolen nannten und dieser Begriff, mit Ausnahme der Afghanen, immer noch für alle Moslems, die aus dem Norden kommen, benutzen. Tatsächlich ist Babur ein mongolischer Übername der Löwe. Sein wahrer Name war Zahiru d-Din Mohammed. Er stammte von Genghis Khan und Tamerlan ab und erbte alle Tugenden dieser zwei asiatischen Geiseln, ohne jedoch deren Brutalität zu besitzen. Er war eine unerschöpfliche Energiequelle sowohl physischer als auch moralischer Art. Ein Mann, der innerhalb von zwei Tagen rund 250 Kilometer reiten konnte und zweimal den Ganges schwimmend überquerte. In seinen Memoiren konnten wir lesen, mit zwölf Jahren war ich König von Fargana und mit 15 eroberte ich Samarkand.

0:27:56Sein Leben war ein Auf und Ab zwischen Erfolgen, Armut, Krankheiten und Todeskämpfen. Mit 22 Jahren eroberte er an der Spitze eines Heeres von 12.000 Mann die von 100.000 Mann beschützten Städte von Kabul und Panipat. Er eroberte Delhi und begründete damit die grösste und segensreichste ausländische Dynastie, die je über Indien geherrscht hat. Er regierte vier Jahre in Frieden, schrieb wunderbare Verse und Memoiren und starb 47 Jahre nach einem Leben, das eigentlich in seiner Intensität mindestens einem Jahrhundert eines normalen Herrschers entsprochen hätte. Sein Sohn, Hamayun, war zu schwach und unentschlossen, um das Werk seines Vaters weiterzuführen, und wurde von Pashtun Sher Khan in zwei blutigen Schlachten abgesetzt. Obwohl er in der Schlacht ein blutrünstiger General war, führte er als Shah, was so viel wie König der Könige bedeutet,

0:29:22den Wiederaufbau von Delhi an und leitete administrative Reformen ein, welche die erleuchtete Regierungszeit von Akbar vorbereiteten. Nach Sher Khan wurde das Reich von zwei mindestens zwei minderen Shahs für rund ein Jahrzehnt verwaltet. Hamayun, der Sohn von Babur, hatte nach zwölf Jahren Entbehrungen in Persien eine Armee organisiert, und mit ihr eroberte er seinen Thron zurück. Nur acht Monate später verunfallte er tödlich, indem er aus dem Balkon seiner Bibliothek stürzte. Während seines zwölfjährigen Exils gebar ihm seine Frau einen Sohn, den er Fromm Mohammed nannte und den Inder Akbar der Größte nennen würde.

0:30:27Man könnte meinen, die Geschichte hätte ihn gründlich auf seine Rolle in Jahrhunderten langer und akribischer Arbeit vorbereitet. In seinen Adern floss das Blut von Babur, Tamerlan und Genghis Khan. Es wurden ihm sehr viele Lehrer zugewiesen, welche er jedoch ausnahmslos abwies. Er zog es vor, sich selbst in der königlichen Kunst des Regierens zu instruieren. Er praktizierte ohne Unterbruch die gefährlichsten Sportarten. Er war ein perfekter Reiter, der blendend Polo spielte und die Kunst der Bändigung der wildesten Elefanten kannte. Er war jederzeit bereit, auf Löwen- oder Tigerjagd zu gehen und sich den anstrengendsten Proben zu unterwerfen. Mit vierzehn Jahren wurde er dazu eingeladen, sich den Titel eines Gazi, also eines ungläubigen Schlachters, zu erwerben. Daher schlug er mit einem einzigen Chimitara-Hieb,

0:31:48die Chimitara ist das arabische gebogene Krummschwert, einem Hindu-Gefangenen den Kopf ab. Dies waren die barbarischen Anfänge eines Mannes, der dazu berufen wurde, einer der weisesten, menschlichsten und kultiviertesten Könige der Geschichte zu werden. Erst später wird er den Wert der Bücher entdecken und, da er nicht lesen konnte, hörte er stundenlang denjenigen zu, die sie ihm vorlasen.

0:32:29Oft waren unter ihnen schwere und hermetische Texte. Schließlich wurde aus ihm ein Wissender, der die Schriften und die Künste mit königlicher Liberalität förderte. Mit 18 Jahren löste er den Stadthalter ab und führte den Expansionskrieg seines Großvaters mit gleicher Energie fort. In Kürze eroberte er ganz Indien mit Ausnahme des Rajput und kehrte nach Delhi zurück. Er begann sodann mit der Reorganisation des Staates, indem er eine absolute Zentralmacht statuierte. Alle Beamten, selbst jene in den entlegensten Provinzen, wurden von ihm persönlich ernannt. Seine engsten Mitarbeiter beschränkte er auf vier. Einen Premierminister, Vakir genannt, einen Finanzminister, Vizier oder Diwan genannt und einen Hofzeremonienmeister, Bakshi genannt, zuzüglich eines Oberhauptes der islamischen Religion, Sadr genannt. Mit Fortschreiten seiner Regierungszeit beschränkte er in Friedenszeiten die Armee immer mehr

0:34:04und verfügte schließlich nur noch über ein 25.000 Mann starkes Heer. In Kriegszeiten wurden die Heere von den Provinzherrschern rekrutiert. Akbar versuchte erfolglos, bessere Kanonen aus dem Westen zu erhalten. Und dieser Umstand führte schließlich zu einer Schwäche, die der Mogul-Dynastie unter Aurin Jeb zum Verhängnis wurde. Er umgab sich mit zahlreichen Denkern und Gelehrten und machte aus seinem Hof einen Leuchtturm der Kultur. In der Zeit, als in Europa die Inquisition wütete, und Giordano Bruno auf dem Scheiterhaufen verbrannte, lud Akbar die Vertreter aller Religionen zu Kongressen ein. Unter seinen Freunden waren Jesuiten, Juden, Hindus und Buddhisten, Zoroastrier, Jainisten und Moslems. Nicht selten diskutierte er mit ihnen vom Donnerstagabend bis zum Freitagmittag über theologische Fragen, und er hatte die Gabe, alle zufriedenzustellen.

0:35:34Auf Begehr der Jainisten stellte er die Jagd ein und verbot, an bestimmten Tagen die Tiere zu töten und zu schlachten. Um die Zoroastrier zu ehren, zog er unter seinen Kleidern das für sie heilige Hemd und den heiligen Gürtel an. Als er vom Christentum erfuhr, dass von den paulinischen Missionaren mit den Portugiesen nach Goa gebracht wurde, lud er sie ein, ihm zwei bedeutende Gelehrte zu entsenden. Es kamen Jesuiten, und er fand das Christentum derart faszinierend, dass er das Neue Testament von seinem Skribas übersetzen liess. Die Jesuiten durften freien Proselytismus betreiben. Er schockierte seine muslimischen Religionen, indem er die Seelenwanderung akzeptierte und öffentlich die Hindu-Auszeichnungen auf seine Stirn malen liess. Er heiratete Frauen aus brahmanischer, buddhistischer und muslimischer Religion.

0:36:54Akbar pflegte zu sagen, ich zitiere, die Überlegenheit des Menschen ruht im Juwel seiner Vernunft. Zitat Ende. Die verschiedenen Theologen konnten natürlich nicht die gleichen Toleranzkategorien wie Akbar anwenden und nahmen immer seltener an seinen Diskussionsforen teil, bis er alleine mit seinen Skeptikern und Rationalisten übrig blieb. Dieser Zustand bereitete Akbar natürlich Sorgen, denn er befürchtete völlig zu Recht, dass nach seinem Tod ein unaufhaltsamer Zerfallsprozess beginnen würde. So liess er sich zum Oberhaupt aller in Indien lehrenden Religionen krönen und versuchte eine neue Religion ins Leben zu rufen, die allen gerecht werden sollte.

0:38:04Es wurde schliesslich daraus ein monotheistischer Pantheismus nach bester Hindu-Tradition, mit einem Schuss Sonnen- und Feuerkultur der Zoroastrier und eine halb jainistische Verpflichtung, mindestens 100 Tage im Jahr sich vegetarisch zu ernähren. Das Töten der Kühe wurde zum Kapitaldelikt. So wurde in Fatpu Sigri der Tempel der Vereinigten Religion gebaut. Akbar verfehlte die Einführung einer neuen Religion in den letzten Jahrzehnten. Er reichte jedoch die Einheit des ihm unterstellten Indiens umfänglich und obwohl der religiöse Fanatismus und die entsprechenden Hass-Triaden nicht eliminiert werden konnten, wurde ein Zusammenleben möglich. Wer ihm dies in keinster Weise verzieh, waren die Moslems. Die Mullahs wurden von Akbar in eine unbedeutende Rolle innerhalb der indischen Gesellschaft gezwungen und insbesondere sein Sohn Jehangir empfand das Verhältnis

0:39:25seines Vaters zum Islam als eine bittere Enttäuschung. Er schmiedete Intrigen gegen ihn, die bis zu offenen Revolte entarteten. Der Zustand, dass Akbar rund 40 Jahre lang herrschte, ließ seinen Sohn nicht viel Hoffnung auf eine Thronfolge und so organisierte er eine 3000 Mann starke Armee, brachte den Hofhistoriker und engsten Freund von Akbar, Abu Fasl, um und ernannte sich selbst zum Kaiser. Der Vater beschwor den Sohn, sich unterzuordnen und verzieh ihm seine Revolte. Schon nach einem Tag, die Revolte des Sohnes, der Tod seiner Lieblingsfrau und seines besten Freundes, brachen Akbar psychisch. In den letzten Tagen seines Lebens wurde er von seinen Kindern ignoriert, die viel zu beschäftigt waren, sich das Reich des alten Vaters schon zu Lebzeiten aufzuteilen.

0:40:40Man denkt, dass Akbar an Akbar die Senterie, vielleicht von seinem Sohn Jehangir vergiftet, im Beisein von wenigen Freunden 1627 gestorben ist. Die Mullahs versuchten ihn auf dem Todesbett wieder zum Islam zu bekehren, doch ohne Erfolg. Er starb ohne Gebet, Kirche oder Sekte. Keine Menschenmenge folgte dem Trauerzug und am selben Abend seiner einfachen Beerdigung brach der blutige Kampf um seine Nachfolge aus. Ein bitterer Tod für den gerechtesten und weisesten König, den Asien je hatte. Jehangir gewann den Kampf um die Nachfolge von Akbar. Er war nicht mittelmäßig, sondern eher eine degenerierte Intelligenz. Es war ihm eine Freude, die gefehlten Feinde zu sehen, insbesondere wenn der Tod lahmsam kam. Sein Sadismus war grenzenlos. So ließ er zum Beispiel die Fersensehnen seiner Diener durchschneiden

0:42:00und verwandelte sie auf ewig in Krüppel, nur weil sie ihm bei der Jagd ungewollt die Beute erschreckt hatten. Er verfiel dem Alkohol und sein Harem umfasste rund 6000 Frauen. Nach seinem Tod folgte ihm sein Sohn Jehan auf den Thron. Im Gegensatz zu seinem Großvater war er ein frommer Moslem. Und so begann die Christenverfolgung und die Zerstörung aller hinduistischer Tempel. Im Gegenzug war er ein Monarch, der die Armen unterstützte und Indien mit seinen schönsten Bauten schmückte. Mit 21 Jahren heiratete er Muntas Mahal, was so viel bedeutet wie Palast-Schmuck, und liebte diese Frau abgöttisch. Sie gab ihm 14 Kinder und starb im Alter von 39 Jahren, als sie das letzte gebar. Als Grabstätte ließ Shah Jehan das Taj Mahal in Agra errichten.

0:43:26Das wahrscheinlich das schönste Mausoleum ist, das je gebaut wurde. Um an die Macht zu gelangen, die er 30 Jahre lang mit einer gewissen Weisheit hielt, hatte Shah Jehan alle seine Brüder umbringen lassen. Nun war es eines seiner Kinder, der fähigste unter ihnen, Aurangzeb, der den Vater umbrachte, um an die Macht zu gelangen. Er gilt als einer der größten Heiligen des Islams. Die Mullahs, die ihn erzogen hatten, durchstrengten seinen Geist mit religiösem Fanatismus. Er konnte den Koran auswendig und lebte auch danach. Er führte viele Kriege und versuchte in einer in Anführungszeichen Hexenjagd alles Nicht-Islamistische in Indien zu vernichten. Er zerstörte Tausende der wunderschönen Hindu-Tempel und verfolgte alle Ungläubigen mit blutigem Eifer. Als er 1707 den Tod fand und Indien von seinem Despotismus erlöste,

0:44:53begann mit seinem Ableben das Sterben der Mughulen-Dynastie. Nur 17 Jahre nach seinem Tod brach das Mughulat in viele Teile auseinander und in der Zwischenzeit, nach seinem Tod, brach das Mughulat in viele Teile auseinander und in der Zwischenzeit, hatte eine kleine Insel im Westen jenseits des Ärmelkanals seine Handelsleute nach Indien entsandt, um den Handel voranzutreiben. Kurze Zeit danach folgten den Händlern die Kanonen, mit welchen sie jenes Reich binnen relativ kurzer Zeit erobern würden, in welchem Hindus und Moslems sich gefunden hatten, um einer der grössten Zivilisationen der Geschichte ins Leben zu bringen.

0:45:47Wenden wir uns der Literatur jener Zeit zu. Kabir war einer der grössten jürgischen Dichter des indischen Mittelalters. Er soll der Legende nach der Sohn einer brahamischen Witwe aus Benares gewesen sein, die ihn nach dem Besuch eines hinduistischen Kirchen, einem Heiligtum, jungfröhlich empfiehlt. Durch Adoption gelangte Kabir in eine islamische Familie und damit zu einem Vater, der sich zur Religion Muhannets bekannte. Weiter wird erzählt, dass dieses Schicksal Kabirs so prägte, dass er in späteren Jahren Hinduismus und Islam zu einer Religion vereinen wollte. Geschichtlich erwiesen ist, dass er den Beruf eines Webers in Varasni erlernte und sich schon als junger Mensch einem Führer der Bhakti-Bewegung namens Swami Ramadana anschloss, der unter anderem als Sozialreformer Nordindiens in die Geschichte einging.

0:47:16Kabir betrachtete König Rama, des gleichnamigen Epos als eine universelle Gottheit, die im Islam eben Allah benannt wird. Von da an predigte er nicht nur einen strengen Monotheismus, sondern drückte seine Lehre in Form von wunderbaren poetischen Versen aus. Moscheen, die Beschneidung, Polytheismus und Tempel sowie Dogmen lehnte er ab. Gelten ließ er nur ein eigenes, tiefes, religiöses Empfinden eines Menschen. Die Kernaussage seiner einfachen Ethik lautete, ich zitiere, »Lebe gerecht und suche das Glück in dir. Hindus und Moslems ist ein Weg gewiesen. Ihr möget ihn Allah oder Rama nennen.« Zu seinem Ableben 1518 erzählt man sich in Indien heute noch folgende Geschichte. Nach Kabirs Tod stritten sich Hindus und Moslems, ob der Leichnam begraben oder verbrannt werden sollte.

0:48:47Bis ein Anwesender das Leichentuch hob, der Körper war verschwunden. Nur eine Menge Blumen lagen unter der Bedeckung. So wurde eine Hälfte davon verbrannt und die andere begraben. Letztendlich ist der Hinweis wichtig, dass Kabirs Lehren auch in die Religion der Sikhs eingeflossen sind. Im Nordwesten der Halbinsel Indiens lagen mehrere kleine Reiche, die unter der Herrschaft sehr kriegerischer Rajas standen, die jeweils einem Familienclan vorstanden. Ihrer Abstammung nach waren sie halb Einheimische und halb Nachfahren von Sküten und Hunnen, die aus dem Norden gekommen waren. Manche Rajas waren Dichter oder Wissenschaftler, aber die überwiegende Mehrheit waren Krieger. Und wenn man den indischen Historikern Glauben schenken darf, waren sie die tapfersten Kshatriya des indischen Subkontinents. Die Geschichten, die man sich erzählt,

0:50:14sind den Abenteuerberichten über die europäischen Ritter sehr ähnlich. Romantik, Magie, Mut, Treue, Schönheit, grosse Frauenverehrung und Tod oder Sieg auf dem Schlachtfeld waren die Leitmotive für die Nibelungen von Rajasthan. Zum Fall der Stadt Kitor erzählt man sich heute noch, dass das siegreiche Heer des islamischen Herrschers kein menschliches Leben mehr vorfand. Männer und Frauen waren bei der Verteidigung umgekommen und der Rest der lebenden Frauen verbrannte sich selbst. Wenden wir uns der Religion der Sikhs zu. Der Begriff Sikh kann am besten mit Schüler übersetzt werden. Aber irgendwelche Vermittler zwischen Gott und den Menschen, also Priester, werden abgelehnt und ebenso religiöse Dokumente. Jeder muss seinen spirituellen Weg selbst gehen. Die Sikhs anerkennen nur seit der Gründung ihrer Religion

0:51:41in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zehn religiöse Vorbilder, die sie Guru nennen. Der erste dieser Gurus und Begründer der Religion war Guru Nanak Dev 1469 bis 1539. Der letzte der zehn Gurus ernannte keinen Nachfolger mehr. Das heilige Buch der Sikhs trägt den Namen Guru Granth Sahib und wird in Burdwara, Name für Tempel, aufbewahrt. Dieses Werk mit seinen 1439 Seiten, ist in mehreren Sprachen, Punjabi, Hindi, Braille und andere abgefasst und enthält Verse, gesangsartige Mantren, von religiösen unterschiedlichen Autoren. Der größte Tempel der Sikhs und weltweit das spirituelle Zentrum der Religion steht in Amritsar im indischen Bundesstaat Punjab. Der goldene Tempel korrekterweise Harimundir, sprich Gottestempel genannt. Das Bauwerk steht auf einer Insel inmitten eines künstlichen Sees, dem Nektarsee,

0:53:16der von einer Palastanlage umgeben ist und von einer unglaublich schönen Architektur ist. Der Tempel steht für alle Menschen offen und die Großküche ist in der Lage, binnen einer halben Stunde, 3000 Besucher mit einem einfachen vegetarischen Essen zu versorgen. Für maximal drei Tage kann ein Besucher kostenlos übernachten.

0:53:51Der Tempel kann auf allen vier Seiten betreten werden. Die Tore, ausgerichtet nach den vier Himmelsrichtungen, sind das Symbol, dass alle Menschen willkommen sind. Lautsprecher übertragen von Musikern, untermalte Verse aus dem Heiligen Buch über den ganzen Gebäudekomplex. Bildert wird, Kult lehnen die Sikhs ab. Jedoch ist der Tempel über und über mit Blattgold verziert. Die Religion der Sikhs ist ein Monotheismus, in dem das höchste Wesen als nicht beschreibbar angesehen wird. Es wirkt daher als, ich zitiere, unfassbar, unendlich, bedingungslos liebend, feindlos, namenslos und geschlechtslos charakterisiert. Diese letzte Wirklichkeit kann nach Meinung der Sikhs aus dem Alltag erfahren werden. Zentrales Thema des Sikhistischen Glaubensbekenntnisses ist die Überwindung des Egoismus. Dies schließt aber die Bemühungen um einen angemessenen Wohlstand durch ehrlichen Verdienst des Lebensunterhalts

0:55:29sowie das Streben nach Ansehen mit humanen Mitteln nicht aus. Nur müssen diese Ziele als Teil der irdischen Scheinwelt erkannt werden. Als Lebensbasis für all dies betrachtet der Sikh ein sozial ausgerichtetes Familienleben, in dem Mann und Frau gleiche Rechte besitzen. Bei der Ernährung sind Fleischgenuss, Alkohol, Tabak und andere Drogen untersagt. Das Gesetz von Ursache und Wirkung ist mit der Annahme der Wiedergeburt verboten. Nach Meinung der Sikhs werden aber nur Seelen wieder inkarniert, die ethisch auf niedriger Stufe bei ihrem Ablegen gestanden waren. Diese Reinkarnation kann bis zu 8 Millionen Mal geschehen. Rund 80% der rund 30 Millionen Anhänger dieser Religion weltweit leben in Indien. 2% der Gesamtbevölkerung und dort vor allem in Punjab und in Delhi. Einen gläubigen Sikhs erkennt man an seiner Kopfbedeckung, dem Dastar,

0:57:03welche um das ungeschorene Haupthaar geschlungen ist. Bei Frauen ist es ein einfaches Tuch, die Kopfbedeckung. Sowohl das Haupthaar als auch bei den Männern der Bart werden niemals geschnitten. Sie sollten den Respekt des Trägers vor der Schöpfung symbolisieren und gelten als eine klare Abgrenzung zur asketischen Tradition anderer Religionen. Als Zeichen der Verbundenheit tragen die Männer den Nachnamen Sin, sprich Löwe, und die Frauen den Nachnamen Kaur, sprich Prinzessin. Die dominierenden traditionellen Religionen Hinduismus und Islam aber auch der Buddhismus wurden und werden immer noch abgelehnt. Somit auch das Kastenwesen und die Priesterschaft dieser Religionen. Seit der Gründung der Religion der Sikhs waren vor allem die Gurus bestrebt, die religiösen Praktiken ihrer Religion, aber verständlicherweise besonders die der Hindus,

0:58:30Moslems und Buddhisten kritisch zu hinterfragen. Somit bestand von Anfang an eine verdeckte Feindschaft der orthodoxen Religionen zu den Sikhs, die nach dem Tod Akbars unter seinem Nachfolger Jahangir in eine Ära der Gewalt überging. Mit den bis heute üblichen Mitteln der Intoleranz, Schmähungen, Ausgrenzung, Verfolgungen, Materungen und Hinrichtungen wollte man den Sikhismus förmlich ausmerzen.

0:59:19Wen wundert's, wenn der letzte Guru Gopi Singh mit der Gründung einer militanten Bruderschaft dieser Tyrannei und religiösen Intoleranz begegnete und damit alle Gläubigen zum Widerstand gegen die herrschenden aufrief. Es ist bekannt, dass auch heute, vor allem in Kaschmir, dieser Konflikt noch nicht zur Ruhe gekommen ist, indem er sich vor allem auf politischer Ebene abspielt. Spätestens 1919 wurde mit dem sogenannten Amrista-Massaker, mit einer britischen Kommandoeinheit, unter der Leitung des Brigadegenerals Reginald Dyer, ein grauenhafter und blutiger Höhepunkt der Auseinandersetzung erreicht. Die Philosophie aus dieser Zeit fand mit Sri Adi Sankara, dem Philosophen des Vedanta, einen Höhepunkt. Vedanta bedeutet ursprünglich das Ende der Veden. Heute versteht man unter diesem Begriff eine der sechs Hauptrichtungen des Hinduismus. Der Gründer des Vedanta war Shankara, der trotz der kurzen Lebenszeit von 32 Jahren

1:00:57zu einem der berühmtesten Philosophen Indiens wurde. Als Sohn eines Brahmanen in Kaladi im Bundesstaat Kerala geboren, verzichtete Shankara schon als Jüngling auf jeden weltlichen Status, verehrte einerseits die zahlreichen hinduistischen Götter und andererseits war er zutiefst überzeugt, dass eine allumfassende, absolute Kraft, eine Weltenseele im Sanskrit Brahman genannt, die Geschicke des Universums bestimmte. Der Polytheismus des Volkes ließ Shankara als die mit den menschlichen Sinnen begreifbare Form des Brahmas gelten. Atheismus und Agnosticismus lehnte er aber strikt ab. Nach Aussagen in der Bibel, als indischer Historiker, konnte er alle religiösen und philosophischen Strömungen der damaligen Zeit genauestens und verstand es seiner Überzeugung mit einer klaren, einfachen und bildhaften Ausdrucksweise seiner Zuhörer vermitteln. An der Universität in Benares wurde er mit höchstem Ehren ausgezeichnet

1:02:34und als hinduistischer Lehrer überallhin entsandt, wo es galt, dem Hinduismus nach der Ära des Buddhismus und des Jainismus wieder verstärkt Geltung zu verschaffen. Die Upanishaden verstand Shankara als die tiefgehendste Sammlung von Auslegungen des Veda und ausgehend von der Autorität der heiligen Schriften seines Landes, versuchte er, vernunftsmäßige Beweise für die hinduistische Lehre in seinen Schriften zu erarbeiten. Dabei war er sich im Klaren, dass mit der Vernunft allein dieses Vorhaben nicht zu schaffen ist. Um religiöses und philosophisches zu erfassen, ist die Einsicht definiert als Fähigkeit sogleich das Ganze im Teil oder das Ewige im Zeitraum. Das Zweite ist die Bereitwilligkeit zu beobachten, zu forschen und nachzudenken, und zwar ohne Gedanken an Macht, Besitz, Belohnung, Anerkennung oder bestehenden Vorurteile.

1:04:06Die dritte Grundlage bei der Beschäftigung mit Religion und Philosophie muss der Wunsch nach Loslösung vom eigenen Egoismus sein, um sein innerstes Wesen, im Sanskrit Atman genannt, und die Weltenseele Brahman über die menschlichen Sinneswahrnehmungen hinaus erkennen zu können. Seit Bestehen des Vedanta gibt es gravierende Meinungsunterschiede in der Frage der Beziehung, der in Anführungszeichen individuellen Seele, sprich Atman, zur Weltenseele, sprich Brahman. Eine Richtung vertritt die Ansicht der Upanishaden, dass Atman und Brahman eine Einheit sei, die in dem Kernsatz ausgedrückt wird, ich zitiere, tat tvam asi, sprich Atman ist Brahman, also ich bin Brahman, also das bist du. Andere Philosophen des Vedanta stürzten sich auf die Tatsache, dass wir in einer polaren Welt leben und vertreten daher die Meinung,

1:05:30dass Atman und Brahman zwei getrennte Wirklichkeiten sind. In einem Punkt sind sich alle Richtungen einig, die mit den menschlichen Sinnen erfassbare Welt ist Maya, also Illusion, die nur als für den Menschen gangbarer Weg zur höchsten Erkenntnis angesehen werden kann und überwunden werden muss.

1:06:02Wenden wir uns nun dem Bhakti-Kult und dem Sufismus als mythische Bewegungen zu. Im 11. Jahrhundert entstanden im Hindustan, im Hinduismus und im Islam zwei mystisch geprägte Religionsströme. Bhakti-Kulte auf hinduistischer Seite und später der Sufismus im Islam eingebunden. Liebe und Toleranz sowie Volksnähe waren die beiden Bekenntnisse wesentliche Grundlagen für das Erlebnis des Bhakti-Kultes. Bhakti wird in der Literatur als ein Weg beschrieben, sich einer männlichen oder weiblichen Gottheit, wie man selbst gewählt hat, Ishvara genannt, durch Gebet, Gesang und Tanz zu nähern. Besondere Verehrung erlangte der Hirtengott Krishna. Auch gegenwärtig gibt es noch immer eine Krishna-Bewegung. Die weltweit präsent ist. Eine Sonderform ist das Nirguna-Bhakta, in dem die hinduistische Götterwelt fehlt und ein nicht benenn- und beschreibbares höchstes Wesen

1:07:38den Mittelpunkt der religiösen Verehrung bildet. Doch während die Bhakti-Bewegungen von der Hingabe an den Hirtengott Krishna oder an andere Götter wie Shiva ausgingen und damit den Weg zur ewigen Seligkeit nur über diese Idee sahen, postulierten die Sufis die spirituelle Gleichheit aller Menschen. Jedoch die Grundlage für beide Religionsgruppierungen war der Weg über das Gefühl, die Nähe des höchsten Wesens zu erreichen und nicht nur, über Vorschriften und Dogmen, wie sie von den hinduistischen Brahmanen und den muslimischen Mullahs abverlangt wurden. In beiden Religionen wurde versucht, durch Musik und Tanz in Form von Lobpreisungen des jeweiligen Gottes in Ekstase zu kommen und damit näher hoch zur Gottheit zu gelangen. Berühmt wurde in diesem Zusammenhang, vor allem die Qawwali Musik,

1:08:56eine Musik, die wie es der Name auf Deutsch übersetzt andeutet, die Wahrheit verkündet, die keines Beweises darf. Diese Musik, mit der bereits im 8. Jahrhundert Inhalte des Korans verkündet wurden, erlangte im 13. Jahrhundert überregionale Bedeutung, als der Musikwissenschaftler, Komponist und Dichter Amir Khursro den Qawwali am Hof des Delhi Sultanats mit großem Erfolg einführte. Auch heute noch gibt es vor allem, aber nicht nur in Indien, Musikgruppen, die den Qawwali erfolgreich von einem begeisterten Publikum präsentieren. Diese Volksfrömmigkeit der Bhakti-Bewegungen und der Sufi bereitete sich über den ganzen indischen Subkontinent aus. Sowohl die Brahmanen als auch die Oberhäupter des Islams verfolgten diese Entwicklung mit großem Misstrauen, denn ihre Mittlerrolle zwischen Gott und den Menschen wurde dadurch ins Wanken gebracht.

1:10:23Das war die Geschichte Indiens Teil 7, präsentiert von der Bar Rouge und der Akademie der Vernunft. Wenn du uns unterstützen möchtest, abonniere den Kanal und hinterlasse uns einen Kommentar. Wenn du Fragen oder Anmerkungen zum Inhalt hast, kannst du einen Kommentar hinterlassen. Wir versuchen alle Anfragen zu beantworten. Bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal.

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